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| 17:40 Uhr

Integriertes Stadtentwicklungskonzept
Weichenstellen für Luckaus Zukunft

Bürger, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter haben am Dienstagabend gemeinsam mögliche Ideen für Luckaus Zukunft entwickelt.
Bürger, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter haben am Dienstagabend gemeinsam mögliche Ideen für Luckaus Zukunft entwickelt. FOTO: LR / Anja Brautschek
Luckau. In der ersten Denkwerkstatt haben Bürger am Dienstagabend Ideen gesammelt für das Insek. Die Themen Wohnen, Mobilität, Wirtschaft, Bildung und Tourismus wurden diskutiert. Von Anja Brautschek

Wo sieht sich Luckau in 2030? Was soll bis dahin erreicht werden? Und wie könnte das angegangen werden? All diese Fragen wurden am Dienstagabend auf dem Schlossberg während der ersten Denkwerkstatt zur Entwicklung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) diskutiert. Bürger, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter haben gemeinsam Ideen entwickelt und Anregungen für die Zukunft Luckaus diskutiert.

Das Insek soll künftig als Leitfaden der Stadtentwicklung dienen und vereint vorhandene Konzepte mit zukünftigen Plänen. Unterstützung bei der Erstellung erhält Luckau vom Planungsbüro EBP, das bereits an Inseks anderer Städte mitgewirkt hat. Oberstes Ziel der Stadt ist es, bis 2030 eine Einwohnerzahl von 10 000 zu erreichen und zu halten. Fünf wesentliche Kernbereiche gilt es, dazu anzugehen: Wohnen, Mobilität, Bildung, Wirtschaft und Tourismus.

Die Schwierigkeit besteht dahin, in Luckau Anreize für junge Leute zu schaffen, aber auch den demografischen Wandel der Bevölkerung weiter zu berücksichtigen. „Es müsste mehr Angebote für Mehrgenerationen-Wohnen geben“, regt Bernd Kaminzki an. Viele sind sich einig: Neue Wohnformen braucht es in Luckau. Angebote sollen nicht nur für Familien, sondern auch für junge Singles, wohlhabende Geschäftsmänner oder rüstige Rentnerpaare geschaffen werden. Potenzial dazu wird vor allem in Luckau-Ost gesehen. Dort könnten sowohl der Einzelhandel weiter entwickelt als auch Wohnungen geschaffen werden. „Zielgruppenorientierte Wohnangebote sind die Basis, um Arbeitnehmer und Firmen nach Luckau zu locken“, fasst Bürgeramtsleiter Thomas Schäfer die Diskussionen zusammen.

Verbesserungsbedarf sehen die Bürger auch in der Altstadt. Vor allem die fehlende Barrierefreiheit sei ein Nachteil. Kopfsteinpflaster und hohe Bordsteinkanten behindern junge Mütter mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, Rentner mit Rollatoren oder Gehhilfen, aber auch Radfahrer. Verkehrsberuhigte Zonen könnten außerdem zur Sicherheit von Fußgängern und Radfahrer beitragen.

Investiert werden soll nach Ansicht der Bürger aber auch in die Bildung. Kann die Einwohnerzahl in den kommenden Jahren gesteigert werden, wird es eng in Hort, Kita und Grundschule. Neue Ideen müssen dafür entwickelt werden. Bürgermeister Gerald Lehmann sagt: „Ein neuer Schulcampus könnte die Lösung sein. Der jetzige Hort könnte zur Kita umgebaut und die alte Grundschule als Mehrgenerationenwohnen genutzt werden.“ Ziel sei es, generationenübergreifende Bildungsangebote zu schaffen. Dabei sollen auch die Kitas in den Ortsteilen nicht vernachlässigt werden. Sie gilt es, in Zukunft zu erhalten.

Insgesamt soll Luckau bekannter werden – sowohl touristisch als auch wirtschaftlich betrachtet. Zwar weist Luckau schon jetzt eine breitgefächerte Wirtschaftsstruktur auf. Doch in den Gewerbegebieten ist noch Platz für Firmenansiedlungen. „Luckau hat eine gute Lage und ein gutes Straßennetz, das können wir weiter nutzen“, so Thomas Schäfer.

In Bezug auf die touristische Entwicklung sollen Herausstellungsmerkmale entwickelt werden. „Jeder kennt den Spreewald, Tropical Islands oder die Flämingskate; Luckau aber nur wenige“, sagt Hans Lamich. Es fehle vor allem der touristische Leitfaden in der Stadt, aber auch Highlights abseits des historischen Altstadtkerns. Vielleicht, so die Idee einiger Bürger, biete sich das ehemalige Moorbad dazu an. Denn Übernachtungsmöglichkeiten sind derzeit rar und werden dringend gebraucht. Auch die Gastfreundlichkeit und das gastronomische Angebot könntem verbessert werden. Um die touristischen Potenziale des Spreewaldes zu nutzen, sei darüber hinaus der weitere Ausbau des Radnetzes sinnvoll.

All die gesammelten Ideen werden nun von der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Planungsbüro zusammengetragen, ausgewertet und weiterentwickelt. Die Plakate mit den Anregungen sind ab sofort im Foyer des Rathauses ausgehängt. Weitere Hinweise und Ideen nimmt die Stadt gerne entgegen. Diese können bis zum 31. Oktober per E-Mail an bauamt@luckau.de oder per Post an das Bauamt gesendet werden. Im Frühjahr soll das Konzept in einer weiteren Denkwerkstatt vertieft werden. Bis zu den Kommunalwahlen im kommenden Jahr will die Verwaltung die Konzeption abschließen.