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| 02:32 Uhr

In Speichen funkeln Regentropfen

Zum Anradeln haben sich die Teilnehmer am Lübbenauer Spreewelten-Bahnhof getroffen.
Zum Anradeln haben sich die Teilnehmer am Lübbenauer Spreewelten-Bahnhof getroffen. FOTO: B. Marx
Lübbenau. Am Lübbenauer Spreewelten- Bahnhof ist am 1. Mai der offizielle Start in die neue Radwandersaison erfolgt. Die Wanderführer Rolf-Dieter Nitschke und Dieter Rieger führten 15 Radsportfreunde in den Unterspreewald. Während der 40 Kilometer langen Radtour gab es Regenschauer, Sonnenschein und viel Unterhaltsames. Bernd Marx

"Der Auftakt der Radwandersaison ist immer ein besonderer Höhepunkt für Einheimische und Gäste", bemerkte Nicole Kröher, Geschäftsführerin der Touristinfo in der Lübbenauer Ehm-Welk-Straße, bei der Begrüßung der Radsportfreaks auf den Stufen des Spreewelten-Bahnhofs. Über das gesamte Jahr berechnet, bietet die Touristinformation etwa 80 geführte Radtouren auf verschiedenen Wegstrecken an. Zu den engagiertesten und kundigsten Radwanderführern gehören seit Jahren Rolf-Dieter Nitschke und Dieter Rieger, die auch bei diesem Ausflug die kollektive Führungsspitze übernahmen.

Ein Tross von etwa 30 Pneus begab sich nach kurzer Streckenerklärung in Richtung Unterspreewald. Anfangs noch mit Regenumhänge, Anoraks und Mützen. "Einen Saisonauftakt bei Regenwetter haben wir noch nie erlebt", so Tourismusexpertin Andrea Pursche beim Blick in das dunkle Wolkengebirge über Lübbenau. Die Teilnehmer ließen sich vom Regenfall den Spaß zur Spazierfahrt in den Frühling allerdings nicht nehmen. Ulrike und Günter Noatsch hatten sich wind- und regenfest "eingepackt", als die Tour ihren Anfang nahm. "Ich bin manchmal ganz anderes Regenwetter bei meinen Radtouren gewöhnt", meinte der 78-jährige Gerhard Fleischer aus Lübbenau, der auf etwa 1000 gefahrene Rad-Kilometer im Monat kommt. Heike und Konrad Kuche nahmen diesen Ausflug als "Überraschungsfahrt" an. "Mal schauen, was wir heute alles Neues sehen und Interessantes hören werden", so der 71-jährige Elektromeister im einstigen Lübbenauer Kraftwerk.

Nach wenigen Kilometern hatten die Teilnehmer so viele Pluspunkte gesammelt, dass "Klärchen" sich in schönstem Antlitz präsentierte. Nur ab und zu sah man noch einen Regentropfen in den chromglitzernden Speichen glitzern. Über den Lübbenauer Schlossbereich und Lübbenauer Altstadt führte die Tour zum Barzlin und am Nordumfluter entlang weiter nach Lübben. Die Wanderleiter blieben bei den Zwischenstopps den Teilnehmern keine einzige Frage schuldig. So wurden viele Details zur Landschaft, Geschichte und Besiedlung beantwortet. Brauchtum, Natur- und Umweltschutz blieben nicht ausgespart. Immer wieder wurde Ausschau nach Störchen, Graureihern und Schilfbrütern gehalten. Mittendrin auch Viola und Bernd Kasprick aus Groß Mehßow mit ihren elektrisch angetriebenen Fahrrädern. Zum Abschluss organisierte Nicole Kröher noch eine Gutschein-Auslosung für eine kostenlose Probefahrt mit diesen modernen Velozipeds.

Zum Mittagessen kehrte der Tross im Lübbener Restaurant "Lehnigksberg" ein. Mit dem Hartmannsdorfer Wehr erreichte der Tross Stunden später den nördlichsten Punkt der Anradeltour, bevor die Rückfahrt nach Lübbenau begann. Immer wieder gingen die Blicke der Radler zur Fahrbahn, zu den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand und zum Himmel, ob das Wetter hält.