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| 13:38 Uhr

Generation 60plus
In Sando gemeinsam statt einsam

 An vier Tagen in der Woche lädt der Seniorenclub in Sando die reifere Generation zu Angeboten ein. Der Kuchen für die Kaffeetafel wird stets von den Mitarbeiterinnen selbst gebacken.
An vier Tagen in der Woche lädt der Seniorenclub in Sando die reifere Generation zu Angeboten ein. Der Kuchen für die Kaffeetafel wird stets von den Mitarbeiterinnen selbst gebacken. FOTO: LR / Carmen Berg
Stadt verlängert Vereinbarung für Seniorentreff. Abgeordnete mahnen Mittel für Dörfer an. Von Carmen Berg

Im Seniorenclub der Stadt in Sando brennen Kerzen auf der weihnachtlich dekorierten Tafel. Schnell füllen sich die Plätze. Auch ein paar Männer, die nebenan eben noch Skat gespielt haben, rücken herüber. Der Kaffee duftet, es gibt selbst gebackenen Kuchen.

Betreiber des Clubs ist die Arbeiterwohlfahrt Brandenburg Süd. Die Stadtverordneten haben unlängst einer Weiterführung der Vereinbarung zugestimmt und dabei Passagen auf aktuellen Stand gebracht, die sich seit Beginn der Trägerschaft im Jahr 1999 überholt haben. Unter anderem ist der jährliche Zuschuss für Miete und Betriebskosten im beiderseitigen Einvernehmen von 7000 auf 3000 Euro reduziert worden.

Dennoch wurde im Stadtparlament und zuvor bereits im Fachausschuss Gerechtigkeit kritisch hinterfragt. Olaf Schulze (CDU) merkte an, dass für Seniorenarbeit in den Dörfern nicht gesondert Geld fließe. „Wir gehen zempern, damit wir uns  kleine Dinge leisten können“, stimmte ihm der Rüdingsdorfer Ortsvorsteher Walter Exner zu.

Hauptamtsleiterin Birgit Lehmann verwies darauf, dass der Sandoer Club die Senioreneinrichtung der Stadt samt Ortsteilen sei. Sie habe sich etabliert, werde gut angenommen. Deshalb soll Bewährtes fortgesetzt werden.

Wie Clubleiterin Birgit Kubsch erzählt, kommen montags bis donnerstags durchschnittlich 20 Gäste, manchmal weit mehr. Geboten werden unter anderem Kegeln und altersgerechte Gymnastik, Yoga, Rommé und Skat, Modenschauen für die Generation 60 plus, aber auch Vorträge zu Themen, die ältere Menschen bewegen. „Wir helfen außerdem bei Anträgen, so  für Pflegestufen oder für Heil- und Hilfsmittel“, ergänzt Birgid Schaub, Projektleiterin der AWO Brandenburg Süd in Luckau.

Besucherin Waltraud Reinke erzählt von der Weihnachtsfeier für die Senioren der Stadt, die der Club in der Gaststätte in Uckro ausgerichtet hat. „Das war wirklich schön.“ Elisabeth Koksch sagt, sie sei Witwe und der Sohn weit weg. „Ich komme immer donnerstags in den Club, für mich ist das der schönste Tag der Woche.“ Geselligkeit, Erlebnisse in der Gemeinschaft  stehen bei den Gästen  ganz oben auf der Agenda, weiß Birgit Kubsch. Einmal im Monat ist Treff in einem Luckauer Café, wechselnd am Lindeneck und in der Bersteallee. Im Sommer gibt es Fahrradtouren und Ausflüge, zählt sie auf. In der Wintersaison seien Forellenessen ein Renner. Der Fisch wird ebenso im Club frisch zubereitet wie der Kuchen, der bei jeder Zusammenkunft auf der Kaffeetafel steht, sagt sie.

Die Angebote stünden jedem offen, ob aus der Kernstadt oder vom Land, betont Projektleiterin Birgid Schaub. Für das neue Jahr kündigt sie weiteren Aufschwung an. Dann wollen sich die 40 Mitglieder der Luckauer Ortsgruppe des brandenburgischen Seniorenverbandes, die ihren Dachverband verlieren, dem AWO-Club anschließen. „Sie haben viele Ideen, von denen unser Clubleben profitieren kann“, freut sich Clubleiterin Birgit Kubsch auf den Zuwachs.

Die 83-jährige Dora Maeter findet: „Ob Sport oder Geselligkeit, hier macht alles Spaß.“ Im Bekanntenkreis wirbt sie deshalb, selbst mal mitzukommen. „So mancher beklagt Einsamkeit und Langeweile, aber hebt sich nicht aus dem Sessel“, bedauert die rüstige Luckauerin und will Mut machen, sich aufzuraffen: „Denn wer sich einigelt, der versauert“, sagt Dora Maeter.

Gleichwohl, so Stadtverordneter Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne), „werden nicht alle Senioren aus den Ortsteilen nach Luckau fahren können und wollen. Sie wollen auch in den Dörfern Gemeinschaft leben“. Cornelia Klinkmüller kündigte einen Antrag der SPD-Fraktion an, in einem Nachtragshaushalt die 300 Euro Kulturzuschuss für die ländlichen Ortsteile, die zu niedrig seien, auf 500 Euro aufzustocken. Seine Fraktion werde das unterstützen, sagte Lothar Treder-Schmidt.