Zum zweiten Mal hatte die Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arge) Jugendliche und Bildungsträger zu einem Forum in das Lübbener Rathaus eingeladen.
„Wir wenden uns an jene, die ohne Ausbildung sind oder einen Beruf gelernt haben, der nicht marktfähig ist“ , sagt Axel Seidler, Teamleiter Markt und Integration bei der Arge. So gebe es für die vielen Kauffrauen in verschiedenen Bereichen kaum Arbeit. Eine von denen ist Juliane Nuß aus Lübben. Im Frühling hatte sie ausgelernt, seitdem ist sie arbeitslos. Sie informiert sich am Stand der Technischen Akademie Wuppertal, Weiterbildungsstätte Lübben, über die Web-Werkstatt. Dort lernen Jugendliche in neun Monaten, wie eine Internet-Seite professionell gestaltet wird. „Das würde mir gefallen“ , sagt Juliane, die sich von Stephanie Berger, ebenfalls Kauffrau, beraten lässt. Stephanie berichtet von eigenen Projekten, die sie jetzt, nach zwei Monaten Ausbildung, bereits erstellen dürfen.
Nebenan erzählt Dorothea Beicher aus Luckau von ihrer Ausbildung bei der Gemeinnützigen Bildungs- und Entwicklungsgesellschaft „Schliebener Land“ (GBE) aus Hohenbucko. Die gelernte Kosmetikerin fand keinen Job und hat sich entschlossen, in die Gastronomie hineinzuschnuppern. Sie lernt, wie man festliche Tafeln deckt und wie man ein Büfett anrichtet. „Ich will in der Region bleiben und probiere deshalb aus, ob der Dienstleistungsbereich etwas für mich ist“ , sagt sie.
Gerade in der Spreewald-Region seien Dienstleister gefragt, erklärt GBE-Geschäftsführer Bernd Lürding. „Vor allem in der Sommersaison gibt es Bedarf.“ Da könnten Referenzen auf die Schulung, die keine Ausbildung ist, hilfreich sein. Dorothea Beicher ist inzwischen mit Arbeitgebern im Gespräch. Einer hat schon Interesse signalisiert.
Stefanie Waske aus Lübben absolviert eine Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe. Das reicht ihr aber nicht. Restaurant- oder Hotelfachfrau will sie gern werden. „Spannend finde ich auch den Partyservice“ , erklärt sie, warum sie am GBE-Stand vorbeischaut.
Am Stand der Weiterbildungseinrichtung „Zweiter Bildungsweg“ aus Königs Wusterhausen informiert Dozent Thomas Drescher über Möglichkeiten, einen Schulabschluss gebührenfrei nachzuholen. „Wir haben genug Nachfrage nach dem Bildungsgang Abitur, aber wir sehen, dass das Problem weiter unten steckt“ , erklärt Thomas Drescher. Das fehlende Abschlusszeugnis sei ein Haupthindernis bei der Integration in den Arbeitsmarkt, sagt er.