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| 12:07 Uhr

In Golßen lodern die Weihnachtsbäume

Golßen. „Dreh, immer dreh“, spornt Papa seinen Sohnemann an. Und der Knirps dreht eifrig den Stock mit dem Teig. Seine Augen leuchten mit dem Feuer um die Wette. Nebenan drehen weitere Kinder, unterstützt von ihren Eltern. So etwas hat es in Golßen noch nicht gegeben: Ein großes Lagerfeuer mitten im Winter, dazu Partystimmung und gute Laune. Andreas Staindl

Nerv der Leute getroffen „Wir haben es versucht und offensichtlich den Nerv der Leute getroffen“, freute sich Feuerwehrmann Daniel Brost über die gute Resonanz. Die Freiwillige Feuerwehr Golßen hatte am Freitagabend erstmals zum Weihnachtsbaumverbrennen eingeladen. Weit über 100 Leute waren schon zu Beginn des Festes zum „Parkstadion“ gepilgert. „Komm schnell Mama, das Feuer brennt schon.“ Der kleine Felix konnte es kaum erwarten: Teig auf die Spitze des Knüppels und ab ins Feuer damit. Gleich zwei Feuerstellen sorgten für angenehme Wärme. Am kleinen Feuer wurde das Knüppelbrot gebacken, am großen loderten die Weihnachtsbäume. „Etwa 200 Bäume haben wir im gesamten Stadtgebiet eingesammelt“, erzählt Feuerwehrmann Tino Strauch. Die Floriansjünger hatten den Bürgern das Angebot gemacht, ihre Weihnachtsbäume für das Fest vor die Tür zu stellen. „Die Leute haben ordentlich davon Gebrauch gemacht“, freute sich Strauch. Daniel Brost sieht sich bestätigt: „Die Golßener lassen sich schon motivieren, wenn man ihnen attraktive Angebote macht.“ Und das braucht manchmal nur eine zündende Idee: Ein Haufen brennender Weihnachtsbäume, eine kleine Feuerstelle für den Knüppelteig. Dazu heiße Getränke, ein kleiner Imbiss, etwas Musik und ein Fackelumzug. Das Konzept ging auf. „Davon war ich überzeugt“, sagte Daniel Brost. „Wehren in anderen Orten organisieren solche Feste schon seit einigen Jahren und zwar sehr erfolgreich. Warum soll das nicht auch in Golßen möglich sein?“ Das Verbrennen der Weihnachtsbäume war nicht nur ein kultureller Höhepunkt, sondern auch beste Werbung für die Freiwillige Feuerwehr. Jugendwart Brost ist überzeugt: „Mit solchen Aktivitäten lassen sich junge Leute für die Feuerwehr begeistern. Interessierter Nachwuchs ist in unserer Jugendwehr herzlich willkommen.“ Am Freitag haben junge Floriansjünger das Fest schon kräftig unterstützt und mit abgesichert. Der Tag der Premiere des ersten Weihnachtsbaumverbrennens in Golßen war optimal gewählt. Schwedische Idee aufgegriffen Am 13. Januar wird traditionell das Knut-Fest in Schweden gefeiert. Es ist der 20. und letzte Weihnachtsfeiertag. Die Weihnachtsbäume werden abgeputzt, der Schmuck in Kartons verstaut, die restlichen Süßigkeiten verspeist. Ein schwedisches Möbelunternehmen nutzt den Festtag seit Jahren für Werbung in eigener Sache: In einem TV-Spot fliegen Weihnachtsbäume aus dem Fenster, damit Platz für neue Möbel in den Wohnungen wird. Dieses Ziel verfolgt die Golßener Wehr nicht. „Tradition soll das Knut-Fest aber schon werden“, kündigte Tino Strauch an.