Für eine Verknüpfung von Ehrenamt und geschäftlichem Interesse hat die AfD-Abgeordnete Ute Fuchs bei der vergangenen Golßener Stadtverordnetenversammlung die ehrenamtlichen Bürgermeisterin Daniela Maurer (GfG) kritisiert.
Die Bürgermeisterin, die hauptberuflich als Unternehmerin betreute Wohneinrichtungen für Senioren sowie einen Pflegedienst betreibt, hatte eine geschäftliche Mailadresse für Angebote der Nachbarschaftshilfe für Risikogruppen in der Corona-Krise zur Verfügung gestellt.
„Unlauteren Wettbewerb“, sah darin Ute Fuchs. Wie die Bürgermeisterin dazu sagte, reicht die Ehrenamtsadresse zurück auf das Jahr 2015, als die Golßenerin noch nicht im Bürgermeisteramt war. Damals ging es um die Unterstützung von Geflüchteten.

Bürgermeisterin zahlt privat für Mailaccount

„Die Adresse war aus der Not geboren, weil wir dringend etwas brauchten. Daran haben wir jetzt wieder angedockt, damit der Stadt keine zusätzlichen Kosten entstehen“, erklärte Daniela Maurer. Sowohl den Mailaccount wie auch die dazugehörige Handynummer bezahle sie privat, fügte sie an.
Wie ihr Amtsvorgänger Hartmut Laubisch (GfG) auf Nachfragen von Ute Fuchs informierte, gab es auch während seiner Amtszeit keine spezielle Bürgermeister-Mailadresse. „Mein Schriftverkehr lief über meinen normalen Kontakt.“
Ronny Schulz (UBL) drängte in diesem Zusammenhang darauf, dass mit dem Aufbau einer Internetseite für die Stadt Golßen Dienstadressen für die Abgeordneten eingerichtet werden sollten. Das wäre nicht nur im angesprochenen Fall hilfreich gewesen, sondern würde auch die Kontakte der Volksvertreter untereinander sowie das kurzfristige Versenden von Unterlagen erleichtern. Dem pflichtete Jens Kolan (UBL) bei. Jeder würde dann unkompliziert unter seinem Namen@golssen.de erreichbar sein. „Solche Adressen im Paket einzurichten, kann eigentlich doch eigentlich keine so große Sache sein,“ so Jens Kolan.