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In Görlsdorf wackelt mit der Schule auch der Hort

Luckau.. Die Görlsdorfer Außenstelle der Luckauer Grundschule steht auf der Kippe. Das hat Hauptamtsleiter Gerald Lehmann am Dienstagabend bei der Sitzung des Schul- und Sozialausschusses mitgeteilt, bei der die Kita-Bedarfsplanung bis zum Jahr 2008 Thema war. Carmen Berg

Wie Lehmann sagte, habe es für die Görlsdorfer Schule mit jahrgangsübergreifendem Unterricht nur vier Anmeldungen von Erstklässlern gegeben. Bei sieben Zweitklässlern und damit insgesamt elf Schülern reiche die Zahl für eine gemeinsame Jahrgangsstufe nicht mehr aus. Fünfzehn Schüler müssten es laut Lehmann sein.
Die Stadt habe das staatliche Schulamt über die Situation in Kenntnis gesetzt. Luckau habe dort zugleich signalisiert, dass seitens der Stadt nicht die Absicht bestehe, die Außenstelle zu schließen. Nun sei abzuwarten, so Lehmann.
Die Zukunft des Schulstandortes könnte Folgen haben auch für den Kita-Bereich, so der Hauptamtsleiter. Für Görlsdorf mit einem errechneten Bedarf im Jahr 2008 von 39 und einer Kapazität von derzeit 45 Kita-Plätzen werde der Hort zum Knackpunkt. Die Statistik der Verwaltung weist für Görlsdorf aktuell 22 Hortplätze aus.

Weit mehr Plätze als Bedarf
Insgesamt wird es im Jahr 2008 in Luckau und seinen Ortsteilen voraussichtlich rund 100 Kita-Plätze zu viel geben. 426 Kindern würden demnach 529 Kita-Plätze sowie zwei Tagespflegestellen mit bis zu sechs Plätzen gegenüber stehen. Das geht aus der Vorlage der Verwaltung zur Fortschreibung der Kita-Bedarfsplanung hervor. Wie Gerald Lehmann erklärte, habe die Rechnung noch Unbekannte. „Wir können heute nicht wissen, wie viele Eltern ihr Kind tatsächlich anmelden werden“ , sagte er. Deshalb sei der Durchschnitt der letzten drei Jahre in den Orten zur Grundlage genommen worden.
Zu den Einrichtungen, die „Bauchweh machen“ , zählte der Hauptamtsleiter die Kitas in Gießmannsdorf und Kaden. In Gießmannsdorf ergebe sich für die Kinderbetreuung insgesamt im Jahr 2006 ein Bedarf von 20, zwei Jahre später ein Bedarf von 21 Plätzen, so Lehmann. Die Kapazität betrage 30 Plätze. Für die Kita Kaden weisen die Berechnungen in diesem Jahr 20, zwei Jahre später nur noch 16 benötigte Betreuungsplätze aus. „Bei 16 Kindern wird zu überlegen sein, wie lange die Einrichtung so noch weitergeführt werden kann“ , sagte Lehmann.
Der Hauptamtsleiter legte den Finger auf eine Wunde: Beide Kindereinrichtungen würden bereits an der untersten Personal-Grenze betrieben. Mehr Sicherheit bringe seit der Eingliederung der Dörfer nach Luckau der gemeinsame Stellenpool der städtischen Kitas. „Dieser Pool bedeutet aber auch: Ein Loch wird gestopft, um anderswo eins aufzureißen“ , sagte Lehmann.
Für die Kita in Uckro wird im Bedarfsplan für 2008 von 24 benötigten Plätzen ausgegangen. Die Kapazität liege bei 42 Plätzen. „Es bleibt abzuwarten, wie in Uckro in den kommenden Jahren der Hort in Anspruch genommen wird“ , erklärte Lehmann.
Mit rückläufigen Kinderzahlen, so der Hauptamtsleiter, habe auch die Kernstadt zu kämpfen. Dort werde der Bedarf in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich um rund 20 Plätze auf 300 zurück gehen.

Alle bleiben im Bedarfsplan
Der Schul- und Sozialausschuss sprach sich dafür aus, alle Kitas in städtischer Trägerschaft in der Kita-Bedarfsplanung des Landkreises Dahme-Spreewald bis zum Jahr 2008 zu belassen, auch dann, wenn die kritische Grenze von 20 Kindern nahe rücke. Wie Gerald Lehmann auf Nachfragen von Ausschuss-Mitgliedern erklärte, würde vierteljährlich die tatsächliche Inanspruchnahme der Plätze überprüft. Ende 2006/Anfang 2007 seien für kritische Einrichtungen Grundsatzentscheidungen fällig.
Kapazitätsüberhang, so beschloss der Ausschuss weiter, soll ausgeglichen werden, indem in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ortsbeiräten Gruppenräume aus dem Angebot und damit aus der Bewirtschaftung genommen würden. Grundsätzlich lehnt die Stadt eine Kapazitätserhöhung bei anderen Kita-Trägern im Stadtgebiet ab. Auch diesem Vorschlag der Verwaltung folgte der Ausschuss einstimmig.