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| 12:18 Uhr

In die alte Bowlingbahn in Luckau zieht Gastronomie
Gyros statt Bowlingkugel im Luckauer Capitol

Die ehemalige Bowlingbahn in Luckau sucht eine neue Nutzung. Ein mögliches Konzept hat nun ein Interessent aus Oberkrämer vorgestellt.
Die ehemalige Bowlingbahn in Luckau sucht eine neue Nutzung. Ein mögliches Konzept hat nun ein Interessent aus Oberkrämer vorgestellt. FOTO: LR / Carmen Berg
Luckau. Interessent aus Oberkrämer plant im Capitolanbau mediterrane Küche. Im Bau- und Wirtschauftsausschuss der Stadt Luckau hat er seine Pläne vorgestellt Von Carmen Berg

In der Bowlingbahn im Capitol-Anbau an der Südpromenade rollt schon länger keine Kugel mehr. Sie ist ausgeräumt, steht leer. Doch jetzt gibt es die Aussicht auf neues Leben. Unternehmer Manfred Kersch will dort mediterrane Gastronomie etablieren. Sein Konzept hat er im Bau- und Wirtschaftsausschuss vorgestellt.

Die Immobilie gehört der Stadt. Wie Bauamtsleiter Michael Krüger sagte, sind in den vergangenen drei Jahren mehrere Anläufe zur Neuvermietung an einem zu hohen Umbauaufwand für die Stadt gescheitert, weil die Küche ins Erdgeschoss hätte verlegt werden sollen. Im Konzept des aktuellen Mietinteressenten würde sie im Obergeschoss bleiben. Es würden Vorkehrungen getroffen, um die entsprechenden Brandschutzauflagen zu erfüllen, erklärte der Bauamtsleiter und nannte als Beispiel einen zweiten Flucht- und Rettungsweg.

Manfred Kersch, Jahrgang 1953, betreibt nach eigenen Angaben mehrere Firmen, darunter die Haus- und Projektentwicklungs GmbH mit Sitz in Forst sowie Unternehmen in der Ausbaubranche. Er habe aber auch Gastronomieerfahrungen in Deutschland und im Ausland gemacht und mehrere Jahre in Portugal gelebt. Daher rühre sein Faible fürs Mediterrane.

Nach Luckau will der 65-Jährige vor allem die griechische Küche bringen, daneben Italienisches, Spanisches und Portugiesisches. Ihm sei dabei wichtig, dass die ganze Familie etwas Geeignetes für sich auf der Karte findet. Steaks soll es demnach ebenso geben wie Gyros, Fischgerichte, Pizza und leichte Salate. „Die Kinder werden auch ihren Burger bekommen“, sicherte er zu.

Seine Vorstellungen zum künftigen Ambiente beschreibt er als „rustikale Einrichtung mit modernem Flair.“

Mit griechischen Skulpturen will Manfred Kersch sein Restaurant demnach nicht ausstatten. Südliches Feeling soll sich eher dezent in den Bildern an den Wänden widerspiegeln. Im Obergeschoss sollen der Tresen und die rustikalen Emporen, auf denen die Gäste sitzen, bestehen bleiben. Der Tresen werde etwas nach vorn verlegt und die derzeit recht kleine Küche umgestaltet, sagte er.

Im unteren Bereich plant der Unternehmer zwischen den bestehenden Pfeilern halbhohe Brüstungen. Dort könnten Gäste separiert sitzen, „müssen sich nicht fühlen wie in einer Bahnhofshalle“, sagte er. Im Restaurantbereich ohne Pfeiler sollen Blumenkübel für mehr Privatspähre beim Schlemmen sorgen.

Beide Bereiche werden durch eine Glaswand abgetrennt, können aber beispielsweise für große Feiern auch räumlich miteinander verschmolzen werden. Für die Kinder, denen es beim Sitzen mit den Großen schnell langweilig wird, will Manfred Kersch hinter lärmdämpfendem Glas eine Spielecke anbieten, wie sie bekannte Fastfood-Restaurants haben. „Dort sind sie ein Renner.“

Weiter vorgesehen sind Außer-Haus-Gastronomie sowie für den Sommer ein Biergarten im Innenhof. Insgesamt soll es im oberen Bereich 55 und im Erdgeschoss 130 Plätze geben. Die Speisen werden über eine neue Treppe nach unten transportiert, weil der bestehende Fahrstuhl für die geplanten Gästezahlen zu langsam sei, so Manfred Kersch.

In der ersten Ausbaustufe wolle er sechs bis acht Mitarbeiter, vor allem Griechen, beschäftigen, erklärte er auf Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Matthias Müller. In jedem Fall werde auch der Koch Grieche sein. Zudem könne er auf Personal aus Leiharbeitsfirmen zurückgreifen, die er in Deutschland und Polen betreibe. Selbst wohnt Manfred Kersch derzeit noch in Oberkrämer, hatte eigentlich den Umzug nach Forst geplant. Jetzt werde es wahrscheinlich aber doch eher Luckau werden, sagte er. Wenn bis dahin alles soweit geklärt sei, will er gern Anfang Januar mit dem Umbau beginnen und schon Ende Februar zunächst den oberen Bereich neu eröffnen.

Er wechsle von der Baubranche in die Gastronomie, „weil ich mir im Rentenalter damit einen Wunsch erfülle, der mir Spaß macht“, so Manfred Kersch. „Und ich hoffe, das Angebot ist auch eine Bereicherung für die Stadt.“