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Uckro
In der warmen Wohnstube Ostereier gestalten

Im warmen Wohnzimmer des Altenteils  im Land- und Erlebnismuseum Uckro nutzten Besucherinnen die Gelegenheit, Ostereier farbenfroh mit traditionellen sorbischen Motiven zu verzieren.
Im warmen Wohnzimmer des Altenteils im Land- und Erlebnismuseum Uckro nutzten Besucherinnen die Gelegenheit, Ostereier farbenfroh mit traditionellen sorbischen Motiven zu verzieren. FOTO: Birgit Keilbach
Uckro. Land- und Erlebnismuseum Uckro bot 16. Museums­meisterschaft im Ostereierwalen. Von Birgit Keilbach

Liebevoll geschmückt ist der Museumshof am Ostersonntag auch in diesem Jahr wieder. Doch am Basteltisch unter dem Zeltdach sitzen nur selten einige Kinder. Auch der historische Küchenherd, auf dem die Weizenkörner für den „Blümchenkaffee“ zum Rösten bereit stehen, bleibt dieses Jahr unbenutzt. „Es ist einfach zu kalt“, konstatiert Burglind Pundrich, die dennoch am Tombola-Stand gut zu tun hat. Denn wenn jedes Los gewinnt, dann kommen auch alle Besucher, die sich eins oder mehrere gekauft haben, zu ihr. Am Ostersonntag schlendern sie nur kurz über den Hof und suchen sich dann einen Platz im gut geheizten Museumscafé. Die leckeren Kuchen, von den Frauen des Museumsvereins gebacken, locken zusätzlich zum Verweilen. Erika Niendorf lässt sich ein Stück Käsekuchen schmecken. „Ganz lecker“, urteilt die Luckauerin. „Wir waren schon beim Osterreiten in Zerkwitz und haben Pfarrer Oelmann getroffen, der das vor Jahren wieder aus der Taufe gehoben hat“, erzählt ihr Mann Helmut. Ins Uckroer Museum kämen sie gleichfalls jedes Jahr, „weil wir hier viele Bekannte treffen.“ 

Behagliche Wärme strahlt auch der Kachelofen im Wohnzimmer des Altenteils im Museum aus. Hier hat die Lübbenauerin Barbara Fix ihre Ostereier-Werkstatt aufgebaut. Am großen Tisch üben sich Besucherinnen unter ihrer Anleitung darin, mittels Wachsmaltechnik die Eier zu verzieren. Sylvia Münz hat ein rot-weißes Ei gestaltet und befreit es gerade vom überflüssig gewordenen Bienenwachs. Im Internet war die Familie aus Ketzin auf das Museum aufmerksam geworden. „Es ist schön organisiert und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Uns gefällt diese sehr familiäre Atmosphäre, wir fühlen uns hier gut angekommen“, sagt Sylvia Münz. Sechs farbenfroh gestaltete Eier nimmt die Familie nun mit nach Hause.

Sophie Petschick hat ihr blaues Ei mit weißem Muster fertig. „Es macht Spaß und ich finde es schön, so ein selbst gestaltetes Ei zu Ostern zu haben“, erzählt die achtjährige Luckauerin.

Konzentriert stippen vier Frauen einer Familie aus Zeuthen Stecknadelköpfe in Bienenwachs, tupfen kleine und größere Punkte damit aufs Ei oder setzen Gänsefüßchen. „Die Anleitung ist gut, die Umsetzung schon schwieriger. Es ist wie Mandala-Malen, sehr entspannend“, urteilt Josephine Koch. Simone Richter probiert sich erstmals in dieser Art der Osterei-Gestaltung. Es geht ihr schon gut von der Hand. „Wenn man das öfters macht, wird vieles zur Routine“, erklärt Barbara Fix, während sie das Ei von Simone Richter ins orangene Farbbad taucht. Diese Farbe hat das Ei von Lara-Sophie Lohdau aus Berlin bereits. Sie übt sich zum zweiten Mal im Ostereiergestalten. „Die Technik ist gar nicht so schwer. Ich möchte dieses Jahr auf jeden Fall zwei Farben auftragen, denn ich will das Ei verschenken“, sagt die 14-Jährige.

Während in der Osterwerkstatt weiter konzentrierte Ruhe herrscht, steigt vor dem Fenster das Wettkampffieber. Die 16. Museumsmeisterschaft im Eierwalen beginnt. Zunächst rollen Yannik, Mats, Josie, Sophie, Carl und die anderen Kinder ihre Eier herab. Gewinner ist, wer am Ende kein angeknackstes Ei hat. Nicht weniger Spannung herrscht im zweiten Durchgang, wenn Helmut Pundrich die Erwachsenen zum Eierwalen bittet. Das lässt für eine Weile vergessen, dass Petrus diesmal nicht das ideale Osterwetter bereithält.