| 02:50 Uhr

In Dahme-Spreewald sinken die Unfallzahlen

In Dahme-Spreewald haben sich weniger Unfälle ereignet. Allerding nahm die Zahl der Unfälle mit Personenschaden leicht zu.
In Dahme-Spreewald haben sich weniger Unfälle ereignet. Allerding nahm die Zahl der Unfälle mit Personenschaden leicht zu. FOTO: jgk1
Königs Wusterhausen. Der Straßenverkehr im Landkreis Dahme-Spreewald ist vergleichsweise sicher. Das geht aus der Unfallstatistik hervor, die die Polizeidirektion Süd jetzt vorgelegt hat. 4997 Unfälle registrierte die Polizei im vergangenen Jahr in Dahme-Spreewald. Damit liegt der Landkreis erstmals seit 2009 wieder unter der 5000er-Marke. Oliver Fischer

Auf die Bevölkerungszahl gerechnet unterbietet der Kreis damit auch den Landesdurchschnitt. Rechnet man Schönefeld und den Flughafen heraus, liegt die Unfallhäufigkeit sogar noch unter dem Bundesdurchschnitt - was bei den traditionell hohen Brandenburger Zahlen bemerkenswert ist.

Leicht erhöht hat sich im Vergleich zum Vorjahr allerdings die Zahl der Unfälle mit Personenschaden. Die Zahl der Verkehrstoten hat sich zwar von zehn auf fünf halbiert. Darüber hinaus waren im Landkreis Dahme-Spreewald aber 552 Verletzte zu beklagen, ein Jahr zuvor waren es nur 539. Unfallschwerpunkte bleiben Königs Wusterhausen, Schönefeld und Lübben.

Besonders im Bereich der Polizeiinspektion Flughafen, die die gesamte Gemeinde Schönefeld umfasst, sind deutlich mehr Personen als im Vorjahr durch Unfälle zu Schaden gekommen. Woran das liegt, kann Inspektionsleiter Thorsten Bley ziemlich genau erklären: Die Zufahrten zum neuen Flughafen sind fertig ausgebaut, während der Bauphase aber noch verwaist. "Heranwachsende treffen sich dort, veranstalten Motorradrennen oder Testfahrten mit ihren Autos", so Bley. Dabei komme es immer wieder zu schweren Unfällen. Deshalb habe die Polizei das Areal seit Jahresbeginn für Motorräder gesperrt.

Ohne diesen Schönefeld-Effekt verzeichnet der Landkreis Dahme-Spreewald einen leichten Rückgang an Personenschäden. Auch über einen längeren Zeitraum betrachtet sind die Unfallzahlen mit Personenschäden rückläufig. Über die Gründe dafür kann Alexander Karius, Leiter der Polizeiinspektion Dahme-Spreewald nur spekulieren. "Das hat sicher auch damit zu tun, dass wir als Polizei erfolgreich arbeiten, aber die Ursachen sind vielfältig", sagt er. Zum einen nehme die Sicherheit der Autos zu, zum anderen werde in Infrastruktur investiert, zudem steige die Verkehrsdichte, die schwere Unfälle unwahrscheinlicher macht. "Wie viele Personen verletzt werden, hängt aber auch davon ab, was für Fahrzeuge in den Unfall verwickelt sind und wie viele Personen darin sitzen. Darauf haben wir natürlich wenig Einfluss", so Karius.

Genauso wie auf die häufigste Unfallursache: kreuzendes Wild. 930 Unfälle waren auf Tiere zurückzuführen. Vor allem in Luckau, Lieberose/Oberspreewald und dem Amt Unterspreewald gab es zahlreiche Wildunfälle. Im Vergleich allerdings waren es immer noch weniger - möglicherweise wegen des milden Wetters, spekuliert Karius.

Auch die Zahl der Unfälle, die durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht wurden, hat deutlich abgenommen.

Auch in diesem Fall könnte das Wetter verantwortlich sein, so Karius. Die Straßen waren seltener rutschig.

Zum Thema:
Seit 2012 ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Dahme-Spreewald rückläufig. 2014 wurde seit 2010 (5640 Unfälle) erstmals wieder die 5000er-Marke unterschritten.Die häufigste Unfallursache im Kreis ist Wild. 845 Zusammenstöße gab es im Jahr 2014, 2013 waren es noch 935 derartige Unfälle. Weitere Ursachen sind Vorfahrtsverstöße (2014: 318 Unfälle), zu geringer Abstand (429), überhöhte Geschwindigkeit (188), Fahrer unter Drogeneinfluss (13) sowie alkoholisierte Verkehrsteilnehmer (71).An 193 Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr waren Radfahrer beteiligt. Dabei wurden 135 Menschen verletzt. Die Zahl dieser Unfälle ist leicht rückläufig. Wurden im Jahr 2008 bei 249 Unfällen noch 170 Menschen verletzt, lagen die Unfallzahlen in den vergangenen drei Jahren jeweils um 200 Unfälle.Dem demografischen Wandel ist es geschuldet, dass statistisch die meisten Unfälle von Senioren ab 65 Jahren verursacht werden. Im Jahr 2014 war das in 692 Fällen der Fall. Dies bedeutet allerdings auch einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2013 (699).Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren haben 358 Unfälle in Dahme-Spreewald verursacht. Auch das ist ein Rückgang im Vergleich zu 2013 (389).