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| 17:04 Uhr

Neue Schau
In Dahme lassen sich Kenner in die Karten gucken

Der Deutsche Skatverband schätzt, das etwa  15 bis 20 Millionen Menschen Skat spielen.
Der Deutsche Skatverband schätzt, das etwa 15 bis 20 Millionen Menschen Skat spielen. FOTO: Jan-Peter Kasper
Dahme. Neue Ausstellung im Museum verspricht einen abenteuerlichen Blick in die Welt von Skat und Co. Von Carmen Berg

Riesige Spielkarten als Wanddekoration machen deutlich – im Heimatmuseum steht Ungewöhnliches bevor. In einer neuen Sonderausstellung, die am Freitag, 26.Oktober, um 19Uhr eröffnet wird, dreht sich alles um die Spielkarten, ihre Geschichte und Gegenwart. Wo kommen sie her? Wie werden sie gedruckt? Welche Vielfalt gibt es? Das und mehr erfährt der Besucher anhand von Filmen, Fotos, Druckgrafiken sowie von Exemplaren aus dem Spielkartenmuseum der Schlossresidenz Altenburg, kündigt Museumsleiter Tilo Wolf an. Die Idee zur Schau kam dem Museumschef und dem Künstler Peter Weidenbach-Liszt, Betreiber des Literaturhauses in Wildau-Wentdorf, nach Skatabenden, die sie in der schönen Jahreszeit gemeinsam im Museumshof veranstaltet hatten.

„Zu allen Zeiten haben die Menschen beim Spielen Geselligkeit und Abwechslung von Alltag gesucht. „Spielen verbindet“, sagt Tilo Wolf.

Die Exposition erzählt, dass die Spielkarten ihren Ursprung in Ostasien hatten, die frühesten sind im 12. Jahrhundert in Korea und China nachweisbar. In Indien sind sie ab dem 16. Jahrhundert bezeugt. „Dort spielte man mit runden Karten, in China mit länglichen schmalen Streifen“, sagt der Museumsleiter.

Wie das Kartenspiel nach Europa kam, ist nicht gesichert. Vermutlich aus dem Orient. Erstmals belegt ist es auf dem hiesigen Kontinent durch ein vollständiges Verbot des „Gebetbuches des Teufels“, wie das Kartenset genannt wurde, verhängt in der Stadt Bern im Jahr 1367. In Italien wurde nachweislich seit den 1370er-Jahren mit Karten das Glück herausgefordert, die zu jener Zeit handbemalt waren.

Apropos Glück. Mit einer rasanten Ausbreitung des Spiels um Geldeinsätze wurden Spielschulden zum Problem. „Manch einer verzockte Haus und Hof“, sagt Tilo Wolf. Das rief alsbald die städtischen Obrigkeiten auf den Plan, die mit Regulierungen und Verboten vorgingen, meist jedoch in vergleichsweise milder Form. „Würfeln wurde deutlich strenger verfolgt als Kartenspielen“, vergleicht der Museumsleiter.

Skat übrigens, so die Organisatoren der Schau, ist alles andere als ein Glücksspiel, denn am Spieltisch entscheide die Gedankenschärfe. Es gibt keine Standardzüge. Das wiederum macht den Reiz aus. Worauf es ankommt, was es heutzutage an Kartenspielen gibt, wie verschieden die Blätter sind, und was sie zählen, kann der Anfänger im Museum lernen. „Alte Hasen“ können sich Sonntag, 18. November, 14 Uhr für ein Skatturnier im Museum vormerken.

Wie der Museumsleiter sagt, haben viele Helfer angepackt, um die Schau vorzubereiten und die Räume stilecht herzurichten. Unkompliziert habe auch das Skatmuseum Residenz Schloss Altenburg unterstützt.

Die Ausstellung „Spielen verbindet“ läuft bis Sonntag, 16. Dezember, im Museum am Töpfermarkt. Infos unter www.dahme.de.