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| 17:00 Uhr

Ein Dorf hat Grund zum Feiern
In Beesdau wieder freie Fahrt

Geschafft: Seit Freitag sind die Straßen von Beesdau wieder befahrbar. Zehn Monate lang wurde die komplette Infrastruktur des Dorfes erneuert.
Geschafft: Seit Freitag sind die Straßen von Beesdau wieder befahrbar. Zehn Monate lang wurde die komplette Infrastruktur des Dorfes erneuert. FOTO: Carmen Berg / LR
Beesdau. Nach zehn Monaten Bauzeit hat das Heideblick-Dorf neue Straßen und Kanäle

Von einem „schönen Tag für Beesdau, für die Gemeinde Heideblick und die Region“ spricht Bürgermeister Frank Deutschmann am Freitag bei der Freigabe der neuen Infrastruktur. In nur zehn Monaten Bauzeit hat das Dorf neue Straßen und Kanäle bekommen. Mehr als zwei Millionen Euro flossen in das Gemeinschaftswerk, an dem der Landkreis Dahme-Spreewald, die Gemeinde Heideblick, der Trink- und Abwasserzweckverband Luckau sowie der Bergbau-Sanierer LMBV beteiligt waren. Dahme-Spreewalds Vize-Landrat Chris Halecker sieht Beesdau als ein Beispiel dafür, was in Deutschland „Verwaltungen unabhängig von Zuständigkeiten schaffen, wenn alle es wollen und kompromissbereit sind“.

LMBV-Abteilungsleiter Reiner Kuhla erinnert an die Vorgeschichte der Großbaustelle.  Beesdau liegt am Rande des ehemaligen Tagebaus Schlabendorf-Süd. Nur 1500 Meter vom Dorf entfernt standen einst die Bagger. Seit Mitte der 1970er Jahre wurden in Schlabendorf-Süd 171 Millionen Tonnen Kohle  aus der Erde geholt und es wurden 844 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt. Dafür musste der Grundwasserstand abgesenkt werden. Die Probleme für Teile des Ortes Beesdau begannen, als das Wasser mit dem Ende des Tagebaubetriebes wieder stieg. Die alten Abwasserkanäle nahmen Schaden, Schmutzwasser trat aus, Straßen sackten nach. Zeitweilig musste Beesdaus Ortsdurchfahrt, die Straße der Einheit, halbseitig gesperrt werden. Hilfe tat Not.

An Ideen, zur Finanzierung mehrere Partner ins Boot zu holen, sei seit 2014 gearbeitet worden, anfangs mit wenig Hoffnung, letztlich aber mit Erfolg, sagt Frank Deutschmann. Im Februar diesen Jahres war Baustart. Neben den Partnern und verschiedenen Geldgebern sowie den Bauleuten der beteiligten Firmen dankt er vor allem den Beesdauer Bürgern, die viel Verständnis und Geduld aufbringen mussten.

Fast ein Jahr lang war ihr Dorf quasi unzugänglich. Um die Zeit möglichst kurz zu halten, wurde an drei Straßen gleichzeitig gebaut. Pkw beispielsweise mussten deshalb teils außerhalb geparkt werden. „Unseren Großeinkauf haben wir im Auto gelassen und uns mit dem Korb geholt, was wir brauchten“, erzählt Anwohnerin Andrea Rückl. Auch für Pflegedienste oder Paketzusteller, die die Häuser kaum erreichen konnten, sei die Zeit nicht leicht gewesen,  fügt sie an, lobt aber zugleich das gute Zusammenspiel mit den Bauleuten. „Sie waren nett, haben Vieles möglich gemacht.“ Das bestätigt auch Anwohnerin Andrea Fengler. „Uns haben sie extra die Einfahrt hergerichtet, weil wir ein Fest hatten“, erzählt die Beesdauerin ein Erlebnis.

Frank Deutschmann weiß noch gut, wie sich die Einstellung der Bürger zum Großvorhaben mit dem Baufortschritt veränderte. Von „nicht nötig“ und „Geldverschwendung“ bis „wie schön alles geworden ist“.

Ortsvorsteher Gerd Wienig bringt am Freitag bei der Einweihung der neuen Infrastruktur die Stimmung im Dorf so auf den Punkt: „Wir können alle miteinander stolz sein auf Beesdau“. Nach dem Banddurchschnitt wird deshalb gefeiert. Einwohner, Bauleute und Gäste treffen sich dazu in geselliger Runde im Gemeindehaus.