Aus den vormals drei kleinen Abstellkammern ist in den vergangenen Monaten ein 50 Quadratmeter großer Raum entstanden. Sechs Fenster werden für Helligkeit beim Experimentieren sorgen. Sie geben zudem den Blick auf den Bauerngarten und die Fachwerkscheune frei. "Wir haben eine massive Decke und zusätzliche Balken zur Stabilisierung eingebaut, alles im originalen Fachwerk-Baustil", erläutert Jens Kaiser. Auch die langen Arbeitstische sowie Regale zur Aufbewahrung verschiedenster Materialien seien bereits fertiggestellt.

Der große Raum ist Bestandteil des zweijährigen Projektes "Erlebnisprogramm Höllberghof - Geschichten einer Kulturlandschaft" des Fördervereins Niederlausitzer Landrücken, der Träger des Freilichtmuseums ist. Ein ganzes Paket umweltpädagogischer Themenangebote ist seit 2010 geschnürt worden. "Wir wollen die Kinder hier an die Natur heranführen. Dabei können sie alle ihre Sinne schärfen, sehen, riechen, tasten, schmecken und hören", sagt Museumsleiterin Marianne Balzer. Unter dem Motto "Keine Angst vor Zauberpflanzen" werde der Bauerngarten erkundet. Die Pflanzen seien mittels Büchern zu bestimmen, würden dann im Projektraum für den Sachkunde-Unterricht gepresst. Die Schüler lernten die Wirksamkeit von Kräutern kennen und stellten selbst Kräuteröle her.

Von Weideschweinen

Wissenswertes über die alten Nutztierrassen Skudden und Weideschweine vermittle ein weiteres Thema. "Sie lernen die Lebensweise der Tiere kennen, ihre Ernährung und den Nutzen für den Menschen", erläutert Marianne Balzer. Basteln und Filzen mit Schafwolle biete praktische Erfahrung. Unter dem Titel "Was die Bauersfrau noch wusste" gebe es Informatives über das Leben der Bauern in früherer Zeit zu erfahren. Die alten Gerätschaften zur Bodenbearbeitung und Ernte lernten die Kinder kennen, ebenso die verschiedenen Getreidesorten und ihre Verwendung in der Küche. Eine Erlebniswanderung mit dem Förster oder einem Naturwacht-Ranger gehöre gleichfalls zum Spektrum der umweltpädagogischen Angebote. Auf dem Käuzchensteig sei vieles über den Wald und Wildtiere zu erfahren, am Tiergehege die Skudden und Weidenschweine zu erleben.

Einmal kleiner Bauer sein

Die Angebote seien in den vergangenen Jahren bereits auf sehr große Resonanz bei den Lehrern von Grundschulklassen gestoßen. "Viele nutzen sie für den Sachkundeunterricht im Rahmen ihrer Projektwochen", sagt die Museumsleiterin. Die Angebote werden nach Absprache mit dem Gruppen- oder Klassenleiter individuell und altersgruppengerecht zusammengestellt.

In den Sommerferien wird es wieder ein spezielles Ferienspiele-Angebot geben. Unter dem Motto "Einmal ‚kleiner Bauer' sein" können Sechs- bis Zwölfjährige an einzelnen Tagen oder auch jeweils eine ganze Woche lang ein vielfältiges Programm erleben. Eine Reise in die Welt der Bienen, Getreidesorten bestimmen und selbst Buttern, Nistkästen bauen und Flechten mit Kopfweidenzweigen zählen zu den Themen. "Mit dem Projektraum sind wir in Zukunft viel flexibler. Bis zu 60 Kinder können sich darin bei schlechtem Wetter kreativ beschäftigen und experimentieren", freut sich Marianne Balzer.

Zum Thema:
Das zweijährige Projekt "Erlebnisprogramm Höllberghof - Geschichten einer Kulturlandschaft" läuft noch bis zum 30. April. Es umfasst die umweltpädagogische Arbeit mit Kindern und Schülergruppen und die Einrichtung des Projektraumes.Drei fest angestellte Mitarbeiter sowie acht Teilnehmer, die von der Arbeitsagentur zugewiesen werden, erledigen die Aufgaben. Finanziert wird das Projekt durch das Arbeits-Ministerium über das Programm "Regionalbudget". Anmeldungen für die Natur- und Umwelterlebnis-Angebote sowie für die Ferienspiele vom 25. bis 29. Juni und vom 23. bis 27. Juli unter Tel. 035454 7405 oder per Mail an: hoellberghof@t-online.de