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| 13:43 Uhr

Vorschau
Liebknecht war Fan von Karl May

  Marina Gadomski mit der Erstausgabe von Winnetou 4 aus dem Jahr 1910, die auch Liebknecht gelesen hat.
Marina Gadomski mit der Erstausgabe von Winnetou 4 aus dem Jahr 1910, die auch Liebknecht gelesen hat. FOTO: LR / Carmen Berg
Spannendes und Überraschendes können Besucher 2019 im Niederlausitz-Museum erleben. Von Carmen Berg

Karl Liebknecht  aus ungewohnten Blickwinkeln zu zeigen, das will die Sonderaustellung „Verurteilt. Verherrlicht. Vergessen?“, mit der das Veranstaltungsjahr  im Niederlausitz-Museum beginnt. Von 1916 bis 1918 war der einstige SPD-Reichstagsabgeordnete, bekennende Kriegsgegener und KPD-Mitbegründer wegen Hochverrats im Luckauer Zuchthaus inhaftiert.  Die Beziehungen der Luckauer zu ihm stehen im Fokus der Ausstellung, die im November eröffnet wurde und bis zum 14. April zu sehen ist. Doch auch darüber hinaus ist die Schau in den nächsten Wochen weiter für Überraschungen gut, macht Museumsleiterin Marina Gadomski neugierig.

Wer hätte zum Beispiel vermutet, dass Liebknecht mit Winnetou-Autor Karl May mehr gemeinsam hatte als den Vornamen?  „Zwei Pazifisten – Karl May und Karl Liebknecht“ lautet das Thema eines Vortrages, zu dem Kurator Dr. Burghard Ciesla sowie André Neubert, Leiter des Karl-May-Hauses in Hohenstein-Ernstthal, am 15. März im Niederlausitz-Museum erwartet werden. Beide seien an Völkerverständigung interessiert und Kapitalismuskritiker gewesen, sagt die Museumsleiterin. Und Liebknecht habe immer wieder gern Karl May gelesen, offenbar auch während seiner Zeit in Luckau, erzählt sie.

Bereits am 15. Februar hält das Begleitprogramm zur Ausstellung den Defa-Film „Trotz alledem“ aus dem Jahr 1972 bereit, kündigt die Museumsleiterin weiter an. Der Streifen beleuchtet die letzten Tage im Leben Karl Liebknechts von seiner Entlassung aus dem Zuchthaus bis zu seiner Ermordung vor 100 Jahren, im Januar 1919.

Thematisch mit einem harten Schnitt geht der Ausstellungsreigen weiter. Im Mai knüpft das Museum an eine Tradition der Vorjahre an, Künstlern der Region eine Plattform zu geben. Vom  5. Mai bis zum 14. Juli stellt der Luckauer Künstler Reiner Hess seine Werke in der Kulturkirche aus. Positiver Nebeneffekt: Kunst mache auch Menschen auf das Museum aufmerksam, die ohne diesen Anlass womöglich nicht gekommen wären, sagt die Leiterin.

Die umfangreichste Sonderausstellung des Jahres ist anschließend dem 450-jährigen Bestehen der Luckauer Schützengilde gewidmet. Ab dem 4. August werden zahlreiche Exponate Geschichte und Geschichten der Gilde erzählen, darunter solche, die bisher noch nie zu sehen waren. Die Stücke stammen aus dem Museumsfundus und aus Beständen der Schützen. Gezeigt werden unter anderem einige Glieder der historischen Königskette, die als eingeschmolzen galten, sowie Luckauer Schützenpokale aus den 1920er-Jahren, zählt Marina Gadomski auf. Die Jubiläumsschau kann auch über den nächsten Jahreswechsel bis zum 5. Januar 2020 besichtigt werden.

Beliebte Events wie der Internationale Museumstag am 19. Mai, die lange Museumsnacht, deren Termin noch nicht feststeht sowie das Museum im Abendlicht zur Luckauer Altstadtnacht im September sind ebenfalls wieder fest eingeplant, blickt die Museumsleiterin voraus. Beim Museumstag unter dem Motto „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“ soll die Geschichte der Fotografie im Mittelpunkt stehen. Junge Gäste können selbst ausprobieren, wie Bilder entstanden, als es noch kein Smartphone gab.

Schon bei Kindern Lust auf Historie zu wecken, liegt der Einrichtung am Herzen. Seit dem Vorjahr bietet das Niederlausitz-Museum in Zusammenarbeit mit den Schulen maßgeschneiderte Programme für den Unterricht an. Insbesondere mit der Grundschule laufe das gut, verzeichnet Marina Gadomski. Schon für den Januar seien als nächstes Vorhaben Projekttage zur Klostergeschichte geplant.

Für weitere Wünsche sei das Museum offen, sagt sie. Seien es Gruppen und Vereine, die im Haus spannende Stunden verleben möchten oder Eltern, die für Kindergeburtstage einen etwas anderen Rahmen suchen – für jeden lasse sich Passendes zusammenstellen, bietet Marina Gadomski an.

Die Möglichkeiten, sich über Angebote stets aktuell zu informieren, sind für Interessierte seit dem Vorjahr noch größer geworden. Neben Amtsblatt, Homepage der Stadt und Flyern ist das Niederlausitz-Museum jetzt auch auf sozialen Plattformen wie Facebook und Instagram präsent, so die Leiterin.