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| 01:03 Uhr

„Im nächsten Jahr kommt Glücksgöttin Fortuna wieder zu uns“

Luckau.. In der vergangenen Saison war er noch das Problemkind. In dieser Spielzeit entwickelte sich Sebastian Krause (20) zum Leistungsträger beim SC Einheit.


Sebastian Krause, Sie spielen schon seit über sieben Jahren in Luckau, ihre größten Erfolge haben Sie diesem Verein zu verdanken. Aber entdeckt wurden Sie woanders„
Ja. Als ich neun Jahre alt war, nahm mein Opa mich mit auf die Kegelbahn in meiner Heimatstadt. Der Sport machte mir so viel Spaß, dass ich gleich dem Verein Empor Dahme beitrat. Aber dort war es mehr Frei zeit-Gestaltung als Sport.

Wie sind Sie nach Luckau gekommen“
Als ich 1997 die Schule wechselte und nach Luckau ans Gymnasium ging, folgte ich meinen Cousins, die damals schon in Luckau kegelten. Ich war immer neidisch, als sie bei Familientreffen von ihren Wettkämpfen erzählten, da es in Dahme so etwas nicht gab.

Zurzeit läuft es bei Ihnen prächtig, doch das war nicht immer so. Wo sehen Sie die Gründe für die Leistungssteigerung in dieser Saison„
Im vergangenen Jahr war ich völlig außer Form. Vor dieser Saison habe ich mich intensiver vorbereitet, damit so etwas nicht wieder passiert. Ich habe viel trainiert und an einigen Vorbereitungsturnieren teilgenommen.

Sie hatten in den vergangenen drei Monaten ein durchschnittliches Tagespensum von 128 Wurf. Geht das viele Training nicht auf die Knochen“
Muskelkater hat man höchstens am Anfang zwei, drei Mal. Dann gewöhnt sich der Körper daran. Doch man muss aufpassen, dass keine Langzeit-Schäden entstehen. Viele Kegler mussten aufhören, weil sie Bandscheiben-Probleme haben. Durch das häufige Bücken wird der Rücken stark belastet. Auch Knieprobleme kommen recht häufig vor. Auf jeden Fall sollte man sich vor jedem Training bzw. Wettkampf gründlich warmmachen. Außerdem kann die falsche Technik solche Schäden fördern.

Sie führen die Einzelwertung in der Landesliga an, doch Ihre Mannschaft ist Schlusslicht. Sind Sie sauer auf ihre Mannschaftskameraden„
Wenn man von der Bahn kommt, ein super Ergebnis gespielt hat und am Ende reicht es doch nur zu ein, zwei Punkten, da ärgert man sich schon. Aber wir sind eine Mannschaft. Jeder kann mal einen schlechten Tag haben. Außerdem mussten mich die anderen im vergangenen Jahr auch öfter mal durchschleppen. Der zweite Platz ist sogar noch möglich. Das wäre wieder eine Steigerung zum Vorjahr.

Aber das Saisonziel wurde nach der guten Hinrunde korrigiert auf Aufstieg in die 2. Bundesliga
Ja, Ziel muss immer der Aufstieg sein. Aber dazu hat uns in dieser Saison auch das nötige Quäntchen Glück gefehlt. Es fehlten immer nur wenige Holz, beispielsweise in Fehrbellin, als wir mit drei Holz hinter Klosterfelde Dritter wurden. Aber wir trauern nicht der Vergangenheit nach. Wenn Fehrbellin in dieser Saison aufsteigt, haben wir im nächsten Jahr die Chance. Und dann kommt Glücksgöttin Fortuna auch wieder zu uns zurück.

Wechseln wir das Thema: Was halten Sie von dem Klischee, Kegeln sei ein Saufsport“
Das ist ein altes Vorurteil, das entstand, weil früher Kegelbahnen meist in der Nähe von Gaststätten gebaut wurden. Da ging es natürlich auch mal feucht zu. Aber bei anderen Sportarten wird nicht weniger getrunken. Zuerst kommt der Sport und dann das Trinken, so ist es zumindest beim SC Einheit Luckau. Kegeln ist ein anspruchsvoller Sport, vielleicht nicht unbedingt physisch, aber man muss im Kopf fit sein. Wer einmal gekegelt hat, kann aber auch bestätigen, dass man schönen Muskelkater davon bekommen kann. Und wer das nicht glaubt, ist gern eingeladen, freitags mit uns einmal 200 Kugeln zu spielen.

Mit Sebastian Krause sprach Felix Richter