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Im Luckauer Krankenhaus gut betreut

Auf der Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses Luckau: Chefärztin Dr. Ulrike Jäkel (M.), Stationsschwester Kerstin Zogbaum (r.) und Schwester Viola Barnack bereiten ein Beatmungsgerät vor.
Auf der Intensivstation des Evangelischen Krankenhauses Luckau: Chefärztin Dr. Ulrike Jäkel (M.), Stationsschwester Kerstin Zogbaum (r.) und Schwester Viola Barnack bereiten ein Beatmungsgerät vor. FOTO: Hoberg
Luckau. Die Nachricht, dass ein Angehöriger auf der Intensivstation behandelt werden muss, sorgt bei den meisten für Besorgnis. Darauf hat sich das Evangelische Krankenhaus Luckau eingestellt. Ingrid Hoberg / ho

Angehörige können jederzeit Patienten auf der Intensivstation besuchen. "Wir sind eine Angehörigen freundliche Station", sagt Dr. Ulrike Jäkel, seit zweieinhalb Jahren Chefärztin der Klinik für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin. Das offene Angebot für Besucher kann jeder lesen, der die Station im neuen Gebäudetrakt betritt.

Mit sechs Betten auf der Intensivstation gehört Luckau zu den kleineren Einrichtungen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) geht aufgrund ihrer aktuellen Erhebung (2015) von 20 Betten pro Krankenhaus aus. "Die Versorgung auf unserer Station umfasst dennoch das ganze Spektrum von der Beatmung über die Dialyse bis zur Versorgung von Notfallpatienten", sagt Dr. Jäkel. Als Traumazentrum der Stufe 1 werden auch Unfallpatienten aufgenommen, andere werden vor oder nach einem chirurgischen Eingriff auf die ITS verlegt. Rund 500 Patienten werden im Jahr betreut. Durchschnittlich sind sie 3,5 Tage auf der Station. Durch die Zusammenarbeit mit einer nephrologischen Praxis können vier Dialyseplätze bereitgehalten werden. Moderne Infusions-, Pflege- und Überwachungstechnik steht zur Verfügung.

Aufs Engste verzahnt sind die Bereiche Anästhesie und Intensivmedizin mit der Operationsabteilung. "Wir haben kurze Wege für schwerkranke Patienten - vom OP zum Aufwachraum zur Station", erklärt die Chefärztin. Doch moderne Technik und gute räumliche Bedingungen werden erst dann zum Wohl der Patienten eingesetzt, wenn auch Fachpersonal zur Verfügung steht. Ihre Klinik habe keine offenen Stellen, weder beim Pflegepersonal noch bei Ärzten, sagt Dr. Jäkel. Das ist in anderen Krankenhäusern durchaus nicht selbstverständlich. Nach der von der DKG veröffentlichten Studie hatte Ende 2016 bundesweit mehr als jedes zweite Krankenhaus Schwierigkeiten, Pflegestellen auf Intensivstationen zu besetzen. Seit 2008 gibt es dieses Problem, das deutlich zugenommen habe. Die Studie belegt, dass fast jede dritte Klinik Probleme hat, Ärzte für den Intensivbereich zu finden.

Was macht Luckau besser, sodass es dort keinen personellen Engpass gibt und auf "Leiharbeitskräfte" verzichtet werden kann? Beim Pflegepersonal sind Anästhesie, Intensivmedizin und Operationsabteilung ein Team, das den Dreischicht-Dienst gewährleistet. Und es gibt einen Pool von flexibel einsetzbarem Personal aus dem Haus, das für bestimmte Arbeiten eingearbeitet ist. Externe Kräfte sieht die Chefärztin als zweitbeste Lösung, die beste seien immer Mitarbeiter, die das Haus kennen.

Auch alle Arztstellen sind besetzt. "Wir sind ein kleines Team, jeder kennt jeden. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre. Wir gehen offen miteinander um und ziehen an einem Strang", erklärt die Chefärztin. Durch ein gutes Netzwerk, durch persönliche Gespräche sei es ihr gelungen, offene Stellen zu besetzen. Die Konfession spiele bei der Einstellung von Personal im Diakonissenhaus keine Rolle, doch es gebe auch ein Angebot für Interessierte, die Grundlagen der christlichen Konfession kennenzulernen.

Zum Thema:
Das Evangelische Krankenhaus Luckau ist ein Krankenhaus der Grundversorgung im Verbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Es besteht aus fünf Kliniken und verfügt über 140 Betten. Jährlich werden 6000 stationäre und ebenso viele ambulante Patienten versorgt, informiert die Einrichtung. Am Krankenhaus befinden sich ein Ärztehaus sowie der Notarztstandort. Das Luckauer Krankenhaus ist als Lokales Traumazentrum zertifiziert. Die Klinik für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin befindet sich im 2012 eröffneten Neubau und wird von Chefärztin Dr. Ulrike Jäkel geleitet. Auf der Intensivstation gibt es sechs Betten. Zur Betreuung von schwer- und schwerstkranken Patienten sowie Notfallpatienten stehen qualifizierte Mitarbeiter und moderne Medizintechnik zur Verfügung. Der Besuch durch Angehörige ist auf der Station jederzeit willkommen. hoWeitere Informationen unter: www.diakonissenhaus.de