Von Carmen Berg

„Es ist, als würden wir schon zehn Jahre zuammenarbeiten“, beschreibt Amtswehrführer Karsten Schmidt das gute Miteinander der Feuerwehren nach dem Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming zum Amt Dahme vor einem Jahr. Es ist seit der Heirat das größte Amt in Brandenburg. Karsten Schmidt und seine Stellvertreter Nico Rudolph und Nico Richter sind nun zuständig für 26 Wehren mit rund 650 Aktiven und 30 Fahrzeugen – all das ist rund doppelt so viel wie im alten Amt Dahme. Die Fusion habe besser funktioniert als erwartet, schätzt der Feuerwehrchef ein. Unter anderem trugen vier Beratungen mit allen Ortswehrführern im Vorjahr zum Kennenlernen bei, die außer in Dahme auch in Werbig und Görsdorf stattfanden.

„Wir haben aber gemerkt, dass der Rahmen doch recht groß ist, um brennende Themen konstruktiv zu diskutieren“, sagt Karsten Schmidt. Deshalb soll eine Untergliederung in die drei Wirkungsbereiche Dahme, Hohenseefeld und Werbig mit eigenen Wehrführungen zum Abschluss gebracht werden. Sie werden als Bindeglied zwischen Amtswehrführung und den Kameraden in den Orten fungieren. Ein- bis zweimal im Jahr werde es weiterhin Treffen in großer Runde geben. „Es schweißt zusammen, wenn man sich hin und wieder persönlich sieht “, ist die Erfahrung von Karsten Schmidt.

Schwierigster Brocken sei die Zusammenführung der Feuerwehr-Haushalte, erklärt er. Im Niederen Fläming war vor dem Beitritt die Gemeinde Träger des Brandschutzes. Jetzt müsse dieser Etat in den Haushalt des Amtes Dahme eingefügt werden, ohne dass dadurch die Amtsumlage für alle Gemeinden steigt. Soll heißen: „Einige Vorhaben aus dem Niederen Fläming müssen auf Folgejahre geschoben werden“, so der Amtswehrführer.

Kommen soll in diesem Jahr der Um- und Ausbau der Feuerwehrgerätehäuser in Görsdorf und Kemlitz. in Planung sei ein Neubau für Hohenahlsdorf, wo die Wehr wegen der Lage an der stark befahrenen B 101 stark gefordert sei. Zudem sollen die Planungen für ein neues Gerätehaus in Meinsdorf angeschoben werden, kündigt er an.

Weiter modernisiert wird der Fuhrpark. Die Wehr in Dahme, die als Stützpunktwehr zahlreiche überregionale Einsätze fährt, erhält im März ein modernes Tanklöschfahrzeug mit viereinhalb Tausend Litern Wasser an Bord. Im Gegenzug geht ein Tanklöschfahrzeug aus der Kernstadt nach Kemlitz, wo ein altes Auto ausgemustert wird. Görsdorf bekommt ebenfalls ein neues Fahrzeug und schickt sein altes aus DDR-Zeiten in die Rente.

Insgesamt habe sich der Fahrzeugbestand gut entwickelt, so der Amtswehrführer. Alttechnik gebe es aber noch in Wahlsdorf sowie in Teilen des Niederen Fläming. Für das gesamte Amtsgebiet wird 2019 ein neuer Gefahrenabwehr-Bedarfsplan aufgestellt. In allen Wehren werden dazu Gefahrenpotenziale festgestellt und analysiert, im weiteren Verlauf erfolgt dann die Festlegung, welches Material und Personal benötigt wird, um die Feuerwehren bedarfsgerecht auszustatten. „Investiert werden soll dort, wo es am meisten Sinn macht“, bringt Karsten Schmidt die Herausforderung auf den Punkt.

Im Alt-Amt sei bei einer solchen Analyse beispielsweise festgestellt worden, dass einige Wehren zwar viele Mitglieder hatten, die jedoch nicht einmal eine Grundausbildung besaßen. Im zweiten Jahr absolvieren deshalb 21 Kameraden aus dem gesamten Amt die Truppmannausbildung, so der Amtswehrführer. Außerdem werden in Dahme Lehrgänge für den Feuerwehr-Führerschein und für den Motorkettensägenschein durchgeführt.

Die Einsatzbereitschaft werktags bei Tage – ein heißes Thema für die Wehren – könne besonders in großen Wehren wie Dahme und Hohenseefeld gesichert werden, sagt Karsten Schmidt. Dabei helfen Kooperationen mit Firmen wie der Maschinenbau GmbH und Schoepe Display. In Kemlitz gebe es ebenfalls Gespräche mit einem ortsansässigen Unternehmen. Von der Politik wünscht sich der Amtswehrführer, Partner-Firmen besser zu unterstützen. „Zwar bekommen sie die Lohnkosten erstattet, doch die tatsächlichen Einbußen sind größer, wenn an der Maschine Leute fehlen“, sagt er. Darüber will Karsten Schmidt in der kommenden Woche mit Brandenburgs Innenminster Karl-Heinz Schröter reden, der Förderbescheide in Dahme überbringen will.