Dort haben sich rund 130 Reiter und Zuschauer versammelt, um die elfte Fuchsjagd des Reitclubs Luckau-Wierigsdorf zu erleben. "Der Fuchs reitet vorneweg, dann kommen die Ponys, danach der Master und das übrige Reitervolk", gibt Thomas Zeibig exakte Anweisung, welche Reihenfolge an den Hindernissen einzuhalten ist.

Mit Kremsern und KutschenDann setzt sich der Tross in Bewegung. Zuerst die zwei Kutschen, dann die acht Kremser, denen schließlich die 18 Reiter auf ihren Pferden noch im Schritt folgen. Das Tempo ändert sich, als die Kutschen an den Hindernissen Aufstellung genommen haben. Im Galopp prescht die Reiterschar heran, springt mit Geschick über die Hindernisse und sammelt sich zur nächsten Schauvorführung, während der Zuschauertreck der Beobachtungsposition entgegenzuckelt. In dessen Mitte sorgen die "Waldpipers", vier Musiker aus Schöna, Dahme, Wehnsdorf und Bornsdorf stimmungsvolle für Kurzweil der Teilnehmer.

Es sei immer wieder ein wunderbares Schauspiel, das sie nun schon zum fünften Mal erlebe, sagt Mercedes Pizarro, die in Barcelona zu Hause ist. Die Tante von Kathrin Zeibig, Johanna Fischer, habe sie damals eingeladen. Gleich beim ersten Mal sei sie von der Fuchsjagd begeistert gewesen. "Die Leute sind alle sehr nett und ich fühle mich hier ausgesprochen wohl", nennt die Spanierin den Grund für ihre Begeisterung. Inzwischen habe sie hier selbst ein Pferd. "Erst war es mein Patenkind. In diesem Jahr habe ich es gekauft. Für mich heißt es Rocco", erklärt Mercedes Pizarro, denn der richtige Name sei im Spanischen ein Frauenname - "und es ist doch ein Hengst", erklärt sie.

20 Kilometer lange TourÜber die Wiesen und Felder zwischen Wierigsdorf, Pelkwitz, Zieckau und Gießmannsdorf führt die 20 Kilometer lange Tour in diesem Jahr. Erstmals reitet der zehnjährige Alexander Wolf mit. "Das ist cool, wenn die Pferde auf der Wiese galoppieren können", sagt der Luckauer, der seit eineinhalb Jahren trainiert. Das freie Galoppieren mache dem Pferd genauso viel Spaß wie ihm, das spüre er, erklärt der Junge. Die Reitkünste ihres Sohnes verfolgen die Eltern Ulrike und Sven Wolf vom Kremser aus. "Man ist schon stolz, wenn man das Kind reiten sieht", bekundet Mutter Ulrike, die selbst in der Freizeit reitet und sich darüber freut, dass ihr Sohn von dem Hobby ebenso begeistert ist.

Während die Reiter in der herbstlichen Landschaft unterwegs sind, räumen Yvonne Kölling und Andrea Kläge auf dem Reiterhof das Frühstücksbuffet ab. Sie sind zur Fuchsjagd seit Beginn für das leibliche Wohl zuständig. "Frühmorgens treffen wir uns immer bei Andreas Knöfel in Gießmannsdorf zum Kaffeekochen und Stullenschmieren", erzählt Yvonne Kölling. 30 Liter Kaffee und 15 Liter Tee haben sie am Samstag gekocht und zehn Brote verarbeitet. "Da kommen immer frische Leber- und Blutwurst, Hackepeter und Schmalz drauf", denn wenn alle ihre Pferde gesattelt hätten, seien die kräftigen Happen beliebt, so die Luckauerin. Das Mittagessen bereite alljährlich das Gastwirtspaar Seinwill vom "Runden Eck" zu. "Wir helfen bei der Ausgabe, bereiten die Tische und Bänke vor und räumen anschließend alles wieder ein", erzählen die Frauen. Die Versorgung funktioniert wie am Schnürchen, als alle zur Mittagspause im Hahnengarten von Zieckau eintreffen. Ein Lagerfeuer prasselt und die Musiker spielen auf.

Als sie die Annemarie-Polka anstimmen, tanzen einige Paare spontan auf der Wiese. Dann reiten und fahren alle wieder zurück zum Reiterhof, wo die "rückwärtigen Dienste", wie Yvonne Kölling schmunzelnd die Rolle der Akteure im Hintergrund beschreibt, inzwischen die Kaffeepause vorbereiten. klb