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| 01:00 Uhr

Igelmutter peppelt Stacheltiere für den Winterschlaf auf

Ingrid Stephan bei der Säuberung der Futterstelle.Ingrid Stephan baute mit ihrem Mann Armin im Garten eine überdachte Futterstelle.
Ingrid Stephan bei der Säuberung der Futterstelle.Ingrid Stephan baute mit ihrem Mann Armin im Garten eine überdachte Futterstelle. FOTO: Foto: Lars HartfelderFoto: privat
Gießmannsdorf.. Ingrid Stephan hat in ihrem Garten stachelige Mitbewohner. Sechs Igel leben, schlafen und fressen hier. Sie werden von der 63-Jährigen für den Winterschlaf aufgepeppelt. Die Tierliebhaberin wohnt eigentlich in Ludwigshafen, ist aber mehrmals im Jahr in ihrer alten Heimat zu Besuch. Foto: Lars HartfelderFoto: privat

Das ehemalige Gemeindebüro wurde daher zur kleinen Zweitwohnung umgebaut. Ingrid Stephan kennt sich mit den putzigen Tieren bestens aus, betreut sie doch in Rheinland-Pfalz eine Igelstation.
In ihrem Garten in Gießmannsdorf hat sie mit Ehemann Armin kleine Behausungen gebaut, in denen sich die Igel wohl fühlen und wahrscheinlich auch überwintern werden. „Die Mutter ist schon fünf Jahr hier. Abends kommen dann alle sechs zum Fressen“ , freut sie sich schon, denn Igel sind nachtaktiv. „Aber keine Milch geben“ , sagt sie energisch, „das ist ihr Todesurteil.“ Am besten sei spezielles Igelfutter, was es hier jedoch leider selten zu kaufen gebe. „Katzennassfutter mit Haferflocken und ein Schälchen Wasser reichen aber auch“ , so die Tierschützerin.
Den sechs Igeln im Garten von Ingrid Stephan gehe es in diesem Jahr insgesamt sehr gut, „nur einer hatte eine Erkältung und musste zum Arzt, der ihm eine Spritze gab“ , erzählt sie. „Wenn ein Igel hustet, sollte er zum Tierarzt gebracht werden“ , empfiehlt die in Gießmannsdorf geborene „Igelmutter“ .
Auch besonders junge Tiere, die kontinuierlich gefüttert und versorgte werden müssen, sollten besser ins Tierheim gebracht werden, so die 63-Jährige. In Langengrassau ist das Tierheim Druschke eine Anlaufstelle. „Wir nehmen junge und kranke Tiere auf. Zur Zeit leben acht Igel bei uns“ , so Leiterin Helga Druschke.

Fressen für den Winterschlaf
Igel sind Fleischfresser und finden in diesem Jahr in der Regel jede Menge Futter, da es vor allem viele Schnecken gibt. Sie sollten vor dem Winterschlaf etwa 500 Gramm wiegen, um sicher über die kalte Jahreszeit zu kommen. „Wenn in mehreren Nächten Frost ist oder Schnee liegt, beginnen die Igel mit dem Winterschlaf“ , weiß die Naturschützerin aus Erfahrung. Sollte doch einmal im Winter ein Igel gefunden werden, ist er wahrscheinlich krank und müsse zum Arzt beziehungsweise ins Tierheim gebracht werden.
Heute ist der Urlaub für Ingrid Stephan zu Ende und es geht wieder nach Ludwigshafen. „Ich hoffe, dass einige Nachbarn mal etwas Futter oder Wasser rausstellen“ , so die 63-Jährige. „Igel haben einen sehr guten Geruchs- und Orientierungssinn. Sie würden es sicher finden“ , ergänzt sie.
In der nächsten Woche kümmert sich Ingrid Stephan wieder in der Ludwigshafener Igelstation um die stacheligen Vierbeiner. Im letzten Jahr wurden dort 32 Igel gefüttert. „Elf waren so klein, dass wir sie den ganzen Winter lang ernähren mussten“ , erinnert sich Ingrid Stepahn zurück.
Wer einen kranken, verletzten oder noch sehr jungen Igel findet, kann ihn im Tierheim in Langengrassau abgeben. Helga Druschke gibt auch gern Informationen zu den kleinen Stacheltieren. Tel.: 035454/5 32.