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Idee: Kunst in leeren Läden

Schon bei der Spektrale 2016 nutzten Künstler Schaufenster als Ausstellungsfläche, so wie Antje Raupach für ihre überdimensionalen Hände ein Fenster am Markt. Mit dem Konzept "Art & Residence" könnten ganze Geschäfte für mehrere Monate zu Ateliers werden.
Schon bei der Spektrale 2016 nutzten Künstler Schaufenster als Ausstellungsfläche, so wie Antje Raupach für ihre überdimensionalen Hände ein Fenster am Markt. Mit dem Konzept "Art & Residence" könnten ganze Geschäfte für mehrere Monate zu Ateliers werden. FOTO: Keilbach/bkh1
Luckau. In leere Läden soll wieder Leben einziehen – zumindest auf Zeit. Sie könnten während der Spektrale zu Ateliers für junge Kreative werden. Carmen Berg

Die Spektrale des Landkreises Dahme-Spreewald zeigt alle zwei Jahre bildende Kunst aus der Region und dem gesamten Land Brandenburg. Die Idee, die Schau um ein neues Projekt "Art & Residence" zu bereichern, sei im Rathaus in Gesprächen mit Künstlern entstanden, sagt Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos).

Hintergrund: Mehr als ein Dutzend leere Schaufenster gibt es inzwischen in der Altstadt. Sie sind ein Ausdruck des Strukturwandels, der vor der Gartenstadt nicht halt macht. Die Statistik des Luckauer Gewerbeamtes weist für 2016 im Handel sieben Neuanmeldungen aus, 18 und damit fast drei Mal so viele Abmeldungen standen dem gegenüber. Geht das Konzept auf, würde für gut fünf Monate das Licht in manch einem Geschäft wieder angehen.

Wie Luckaus Bürgermeister vor dem vergangenen Ausschuss für Tourismus, Gewerbe und Stadtmarketing erklärt hat, sei an eine Ausschreibung speziell für junge Künstler gedacht, die sich für die Zeit der Spektrale um ein Stipendium bewerben können. Vier bis fünf junge Kreative könnten während der Spektrale-Zeit in ungenutzten Geschäftsräumen oder Werkstätten ihr Atelier einrichten und in ganzer Bandbreite tätig werden - von der Malerei und Bildhauerei bis zur Installation. Zur Vorbereitung und einer möglichen Finanzierung habe es erste Gespräche mit Partnern von Kulturland Brandenburg und Machern der Spektrale gegeben, sagt Gerald Lehmann. "Ganz ohne Eigenmittel der Stadt wird es aber nicht gehen", kündigt der Bürgermeister angesichts der knappen Haushaltskasse an. Zudem setzt er auf die Hilfe von Sponsoren.

Die Kunstwerke, die in den Ateliers entstehen, sollten im Gegenzug in das Eigentum der Stadt oder auch der Spender übergehen, so der Vorschlag des Bürgermeisters.

Junge Menschen für Kunst zu interessieren, nennt er als ein Ziel des Projektes, das keine Konkurrenz zur Spektrale sein, sondern die große Kunst-Schau begleiten soll. "Art & Residence" sei "ein mutiges Vorhaben, das aber für Touristen ein Anreiz sein könnte, in Luckau vorbeizuschauen", sagt Gerald Lehmann. Gelingen könne es indes nur, wenn die Luckauer sich dahinterstellen. Die Bürger lädt er ein, mitzudenken, sich einzubringen. Wenn das Konzept Erfolg hat, so die Hoffnung, könnte daraus eine Marke werden.

Noch stünden die Vorbereitungen am Anfang. Doch Gerald Lehmann nennt schon eine erste praktische Möglichkeit für die Luckauer zum Mitmachen. Gesucht werden Paten, die bereit sind, ihre leeren Ladenflächen oder Werkstätten zur Verfügung zu stellen.