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| 18:04 Uhr

Aus der Stadtverordnetenversammlung
Dahme soll attraktiver werden

Dahme. Idee eines Unternehmes zur Etablierung eines Bürgersaals wird erneut diskutiert. Von Andreas Staindl

Werner Hoffmann lässt nicht locker. Der Geschäftsführer des Autohauses Hoffmann&Söhne in Dahme bringt erneut einen Bürgersaal ins Spiel, den er im Objekt „Sportwelt“ installieren möchte. Die Idee ist nicht neu – die RUNDSCHAU hatte schon im Februar dieses Jahres darüber berichtet. Sie wird seit Monaten auch in der Stadt diskutiert. Doch jetzt stellte Werner Hoffmann sein Projekt den Stadtverordneten während deren Sitzung kürzlich offiziell vor.

Demnach soll einer der beiden Tennisplätze in der Halle weichen, um einen Saal zu installieren. Bis zu 500 Leute hätten dort laut Hoffmann Platz. Die gesamte Fläche könnte in drei separate Bereiche geteilt werden, die sich zu einem großen Saal umfunktionieren lassen. „Bedarf ist da“, sagt Werner Hoffmann. „Behindertenverband, Tanzgruppen und weitere Interessenten stehen in den Startlöchern. Der Saal könnte auch für Hochzeiten, private Anlässe, von Firmen, der Feuerwehr, für Abi-Bälle und viele andere Veranstaltungen genutzt werden. Geeignete Räumlichkeiten gibt es nicht in Dahme.“

Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler) findet es „gut, dass sich Werner Hoffmann Gedanken über die Nutzung der Sportwelt macht. Ich bin mit der Situation dort auch nicht zufrieden. Doch gibt es tatsächlich Bedarf für einen Bürgersaal? Ich hatte noch nie entsprechende Anfragen.“ Jörg-Martin Bächmann (Die Linke) ist optimistischer: „Bedarf ist da. Wir brauchen neue Ideen für die Sportwelt. Es ist gut, dass Werner Hoffmann für sein Projekt brennt. Wir sollten jetzt gemeinsam schauen, was möglich ist.“

Jörg-Uwe Lehmann (Freie Wähler) dagegen ist „skeptisch, denn schon heute ist ja nicht mal der Fasching ausverkauft“. Er sieht zudem kein Problem darin, die Ballsporthalle auch künftig für Veranstaltungen umzugestalten: „Das dauert höchstens drei Stunden.“ Hans-Georg Nerlich (LandLeben) jedoch findet Hoffmanns Idee „schlüssig“, Thomas März (Dahmer Umland) eine „interessante Geschichte, die wir uns vor Ort anschauen sollten“.

Hoffmann plant, den Saal in Leichtbauweise herzustellen, ihn quasi in die Hülle der Halle zu integrieren. 25 000 Euro wären ihm zufolge anfangs nötig: „Damit könnten wir starten, und je nach Auslastung, den Bürgersaal weiter entwickeln. In spätestens fünf Jahren sollte die Stadt die 25 000 Euro über Mieteinnahmen wieder drin haben.“

Über Vermietung, Werbung, Bewirtschaftung und anderes Organisatorische will sich eine „Initiativgruppe“ kümmern, wie Werner Hoffmann sagt. Karsten Schmidt (Freie Wähler), auch Amtswehrführer, geht davon aus, „dass wir nicht einfach umbauen dürfen, sondern eine Planung und Genehmigung dafür brauchen. Zudem muss ein Gesamtnutzungskonzept für das Objekt her.“

Zur Sportwelt gehören neben den Tennisplätzen etwa auch eine Ballsporthalle sowie Squash-Plätze und eine Gaststätte. Wie die Bauamtsleiterin Christina Denkel sagt, ist die Sportwelt eine Mehrzweckhalle und damit für sportliche sowie kulturelle Veranstaltungen zugelassen. Wenn jetzt Wände erweitert, Decken eingezogen würden, wäre das ihr zufolge eine Nutzungsänderung des Objekts, was auch Auswirkung auf das Brandschutzkonzept habe. „Die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, kostet uns sicherlich 20 000 Euro“, sagt Christina Denkel. „Es gibt nun mal viele Vorschriften, die wir beachten müssen.“

Und Tennisspieler, die auf einer der beiden Innenplätze verzichten müssten. „Die Plätze werden nur wenig genutzt“, sagt Werner Hoffmann. „Von Frühjahr bis Herbst wird ohnehin draußen gespielt. Ich habe kein Verständnis dafür, dass wir wegen ein paar Tennisspieler Hallenkapazitäten bereithalten, viel mehr Leute aber vor der Tür stehen und nicht wissen, wohin mit ihren Veranstaltungen. Die Entscheidung für den Bürgersaal hat also auch eine soziale Komponente.“ Seine Idee soll jetzt im Ausschuss „Freiwillige Einrichtungen“ der Stadt Dahme diskutiert werden.