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| 16:58 Uhr

Uckro
„Hut ab“ vor Bahn-Enthusiasten

Die Fahrt mit der Draisine der Niederlausitzer Museumseisenbahn aus Kleinbahren war die Attraktion beim Tag der offenen Tür am Uckroer Bahnhof, natürlich auch für die Kinder- und Jugendgruppe dieses Vereins.
Die Fahrt mit der Draisine der Niederlausitzer Museumseisenbahn aus Kleinbahren war die Attraktion beim Tag der offenen Tür am Uckroer Bahnhof, natürlich auch für die Kinder- und Jugendgruppe dieses Vereins. FOTO: Birgit Keilbach
Uckro. Tag der offenen Tür am Bahnhof Uckro fand große Resonanz und gab den Akteuren viel Zuspruch für das Museumsbahn-Vorhaben.

Der Verein der „Uckro-Luckauer Eisenbahnfreunde in der Niederlausitz“ hat sich viel vorgenommen. Er will die stillgelegten Gleise der früheren Nebenstrecke wiederbeleben. Ein Museumszug soll auf der Strecke von Uckro nach Luckau rollen, später sogar bis zum Campingplatz Groß Leuthen. Am Pfingstsonntag luden die Vereinsmitglieder zum Tag der offenen Tür am Bahnhof Uckro ein. Das Interesse war groß. Den ganzen Tag über riss der Strom interessierter Besucher nicht ab.

Sie schauten sich auf dem Gelände zwischen Bahnhof und Lokschuppen um und kamen dabei mit den Initiatoren ins Gespräch. „Es ist eine Heidenarbeit, die sie sich hier vorgenommen haben, ich kenne sie aus meiner NVA-Zeit bei den Eisenbahn-Pionieren in Walddrehna“, sagt Manfred Oettrich. Dem Doberlug-Kirchhainer gefällt die Idee mit der Museumseisenbahn. „So eine Bahn ist immer ein Anziehungspunkt, denn es gibt viele Eisenbahnfans und sie wird bestimmt auch viele davon aus Berlin anziehen“, ist er überzeugt. Früher sei der Bahnhof Uckro ein wichtiger Knotenpunkt gewesen, denn auf der anderen Seite der Berlin-Dresdener Strecke sei auch die Bahn aus Dahme angekommen.

„Der Bahnhof der ‚Dahme-Uckroer Eisenbahn AG‘ existiert noch“, weiß Enrico Thiele. Der Dahmenser engagiert sich im Verein, „weil mich Eisenbahn schon immer interessiert.“ Passend zum Tag hat er sich eine originale Reichsbahn-Uniform angezogen. Sein Vater Horst Thiele arbeitete früher bei der Eisenbahn-Bautruppe in Walddrehna. „Sie haben ein ehrgeiziges Ziel und es kommt viel Arbeit auf den Verein zu. Dafür werden sie auch die Unterstützung von der Stadt und weiteren Institutionen brauchen“, schätzt er ein, während er sich am Lokschuppen umschaut, wo die Kleinlok zu besichtigen ist und auch die zwei Waggons stehen, die Ralf Wulf in den Verein eingebracht hat. Die Lok habe der Verein von einem privaten Eigentümer aus Mecklenburg-Vorpommern gekauft, berichtet Vereinsmitglied Oliver Voigt. „Im Juni werden auf den Schienen Baufahrzeuge verkehren, das wird dann für die Kraftfahrer auch an den lange nicht genutzten Bahnübergängen sichtbar werden“, kündigt er an.

Am Sonntag rollte zwischen Bahnhofsgebäude und Lokschuppen ständig eine Draisine, nicht nur für die Kinder ein besonderes Erlebnis.

Auch Marco Sommer aus Mittenwalde legte sich am Antriebshebel mächtig ins Zeug „Draisine fahren macht einfach Spaß“, erzählt der Lokführer. „Es ist schön zu sehen, wie sich der Verein ehrenamtlich kümmert und damit ein Stück Kultur für die Region erhält.“ Kindern biete die Mitarbeit eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und sie würden auch einiges über die Geschichte des Ortes und der Eisenbahn erfahren. „Und als Ausflugsziel ist es für Familien aus Berlin und dem Umland einfach ideal, weil gleich gegenüber der Bahnhof liegt“, ergänzt Marco Sommer.

An frühere Zeiten mit der Regionalbahn von Wüstermarke nach Luckau denkt Herbert Rode aus Uckro zurück. So mancher Witz sei damals ob ihrer Langsamkeit kursiert, wie zum Beispiel der von einer Kuh auf den Schienen, die zum Halt zwang und kurze Zeit später ein zweites Mal. „Sie hat die Bahn überholt, hieß es damals“, erzählt er schmunzelnd. Der Uckroer Dieter Lungwitz erinnert sich an eine Fahrt nach Westberlin, wo er mit Freunden illegal neue Schuhe kaufte. Auf dem Rückweg stiegen sie in den falschen Zug, merkten es in Langengrassau und mussten von dort bis Cahnsdorf laufen. „Die Blasen an den Füßen waren riesig“, denkt er zurück. Vor den Vereinsmitgliedern ziehe er den Hut, „was sie auf sich nehmen und wie viel in der kurzen Zeit schon geworden ist.“

Für den Verein war der Tag ein voller Erfolg. „Die außerordentliche Resonanz hat uns sehr überrascht. Das motiviert uns und ist zugleich Bestätigung, dass wir das Richtige tun“, sagt Ralf Wulf. Mehrere Interessenten für die Mitarbeit im Verein hätten sich gemeldet. „Darüber freuen wir uns sehr.

Auch das Signal der Luckauer Stadtverordneten, dass sie uns parteiübergreifend unterstützen wollen, und das positive Echo der Einwohnerversammlung stimmen uns zuversichtlich“, resümiert der Vizevereinschef.