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| 01:08 Uhr

Hunderte Fotos und Leihgaben für die Ausstellung

Wanninchen.. Die geplante Ausstellung im Naturparkzentrum, die an die durch den Tagebau abgebaggerten Dörfer erinnern soll, nimmt Gestalt an. Ehemalige Einwohner aus Wanninchen, Pademagk, Presenchen, Torno, Stoßdorf und Gliechow unterstützen die Idee und tragen mit Leihgaben und Fotos zum Gelingen der Ausstellung bei. Von Gabriele Bernhardt

Mit der Ausstellung soll ein Ort der Begegnung geschaffen werden, um interessierten Bürgern Einblicke in die Vergangenheit der Region zu ermöglichen. „Wir wollen zeigen, welche Wunden der Braunkohleabbau hier hinterlassen hat“ , erklärt Sybille Hartnick vom Naturparkzentrum, die sich gemeinsam mit Ralf Donat sowie Christiane Paschke und Katja Weber um das Projekt kümmert.
Sie lobt vor allem das Engagement der ehemaligen Einwohner der verschwundenen Dörfer, die in den 70er- und 80er-Jahren ihre angestammte Heimat verlassen mussten und jetzt zahlreiche Zeitdokumente für die Ausstellung zur Verfügung gestellt haben.

Ausstellungsname geändert
Dabei sei deutlich geworden, dass es nicht nur um die verschwunden Dörfer geht, erklärt Ralf Donat, sondern auch um Orte wie die Wüste Kirche in Fürstlich Drehna, das Wanninchener Moor und den Tornoer Burgwall. Deshalb habe sich die Mannschaft im Naturparkzentrum entschlossen, den Namen der Ausstellung zu ändern. Sie soll jetzt „Verschwundene Orte“ heißen.

Je zwei informative Schautafeln
Fest steht jetzt, dass jeder Ort darin mit zwei Schautafeln vertreten sein wird. „Dazu kommen zwei weitere Tafeln. Eine mit den kulturellen Aktivitäten in den Dörfern und eine, die den Abriss der Häuser dokumentiert“ , so Ralf Donat. Ehemalige Einwohner konnten zu Wochenbeginn sozusagen Korrektur lesen. Donat hatte die jetzt noch kleinformatigen Tafeln ausgedruckt. Historische Fakten zu Gründungsdaten, über Einwohnerzahlen bis hin zur Anzahl der abgerissenen Häuser in den einzelnen Orten wurden ebenso verglichen wie Bildunterschriften für die verwendeten Fotos komplettiert.
„Ein Vierteljahr ist eigentlich für solch ein Projekt eine sehr kurze Zeit“ , ist sich Sybille Hartnick sicher. Der Zeitplan wird aber unbedingt eingehalten, schließlich wolle man die engagierten Einwohner, die neben den hunderten Fotos auch viele Leihgaben zur Verfügung gestellt haben, nicht enttäuschen.
Und noch eins ist so gut wie sicher: Die Arbeit mit dieser Orte-Ausstellung soll weitere Früchte tragen. Geplant ist, zum Thema Schlabendorf demnächst eine Dauerausstellung im Naturparkzentrum zu installieren. „Wir können unsere jetzigen Erkenntnisse dafür nutzen und nahtlos anschließen. Denn wer von den Touristen, die in fünf oder zehn Jahren zur Erholung nach Schlabendorf kommen werden, kennt eigentlich die Geschichte der Region?“ , so Ralf Donat. Ihnen zu zeigen, wie die Region unter dem Tagebau gelitten und wie sie sich zu einer attraktiven Seenlandschaft entwickelt hat, soll dann eine Dauerausstellung zeigen.

Zum Thema „Verschwundene Orte“
  Ende nächster Woche gehen die Tafeln über die verschwundenen Orte in Druck, im März sollen die Ausstellung im Naturparkzentrum aufgebaut und die Schau der Leihgaben vervollständigt werden.
Die Ausstellung soll am Sonntag, dem 3. April, um 13 Uhr in Anwesenheit von Heinz Sielmann, Umweltminister Dietmar Woidke sowie IBA-Geschäftsführer Prof. Rolf Kuhn eröffnet werden. Bis zum Herbst ist sie dann in Wanninchen zu sehen.