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| 01:34 Uhr

Humor auf dem Funkerberg

Der Titel „Rundfunkstadt“ ist Königs Wusterhausen nicht genug. Jetzt will der Ort auch noch Hauptstadt des Humors werden. Von Uta Schmidt

Eine heitere Doppelpremiere wurde daher auf dem traditionsreichen Funkerberg gefeiert: Das Sender- und Funktechnikmuseum präsentiert seinen neuen "Kulturboden" mit dem Ausstellungsknüller des Vereins "Cartoonlobby". Sein Ziel ist die Förderung von Satire und Humor als Kunstgattung und der gesellschaftlichen Kommunikation. "Wir wollen ein Forum für die Begegnung, die Forschung und den Informationsaustausch werden. Ziel ist der Aufbau eines zentralen Archivs, einer Bibliothek und eines Museum für Humor und Satire", so Vereinsgeschäftsführer Andreas Nicolai. Im ausgebauten Dachgeschoss des Senderhauses 1 werden bis zum März 150 Zeichnungen von 44 namhaften Karikaturisten aus ganz Deutschland gezeigt. Unter ihnen sind Namen wie Manfred Bofinger und Heinz Jankowsky, die vor allem Lesern der Satirezeitschrift "Eulenspiegel" ein Begriff sind.Ein gelungenes Kulturereignis, das sich auch Königs Wusterhausens Bürgermeister Stefan Ludwig (Linke) nicht entgehen ließ. "Menschen, die uns zum Lachen bringen, sollen sich hier zusammenfinden können", so Ludwig. Er freut sich vor allem über die "neu gewonnenen Ausstellungsräume" für die Stadt, die einst als Abhörzellen, Waffenkammern und Schlafräume für Wachpersonal auf dem Funkerberg dienten und nun durch die Arbeit junger Leute einer Fördermaßnahme der Hartz-IV-Behörde einer Metamorphose unterzogen wurden.Die Zeichnungen unter dem Thema "Schöne neue Medienwelt" haben Andreas Nicolai und Reiner Schwalme, Vorsitzender der "Cartoonlobby", ausgestellt. "Wir sind Zeichner, Satiriker oder Humoristen, die im August den Kunstverein in der Stadt gegründet haben. Derzeit gehören ihm 14 Mitglieder an", so Nicolai, der Karikaturisten aus der ganzen Bundesrepublik eingeladen hatte, ihre Sichten auf die moderne Gesellschaft einzureichen. Sie nahmen die Veränderungen der Lese- und Arbeitsgewohnheiten ebenso unter die Lupe wie den Umgang mit Handys oder Fernsehvorlieben. "Wie wird sich die Medienlandschaft entwickeln, welche Rolle spielt dabei der Mensch oder spielen bereits die Medien mit dem Menschen? Wo soll dies enden oder ist dies erst der Anfang vom Ende? Fragen, die schon immer Karikaturisten und Satiriker bewegen", so Nicolai. Der Förderverein "Sender KW", der das Museum im Senderhaus betreut, hatte ebenso nichts gegen diese Ergänzung und unterstützte das Zustandekommen der Ausstellung. Vereinsvorsitzender Rainer Suckow erinnert an die Einführung des "Unterhaltungsrundfunks" im Oktober 1923 und die Inhalte des zehnten Rundfunkstaatsvertrages, der unter anderem auch die Werbeunterbrechung von Sendungen festschreibt. Er bedankt sich bei den Cartoonisten mit einem weiteren Ausstellungsstück: Eine Karikatur aus der Fachzeitschrift "Funk" des Jahres 1926. Immer wieder wird auf die Verbindung von neuen Medien zur Stadtgeschichte verwiesen. "Hier, von wo aus die Medienimpulse aus Deutschland erstmalig die ganze Welt erreicht haben", schlug auch Colin de Lage von der Entwicklungsgesellschaft Funkerberg den Bogen von der Cartoon-Kunst zur knapp 90-jährigen Funkgeschichte von Köngis Wusterhausen.Die Ausstellung ist noch bis zum 1. März dienstags, donnerstags, sonnabends und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.funkerberg.de