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| 16:27 Uhr

Regionaler Höhepunkt mit Tradition
Für den Kopf und auch fürs Herz

Die Messe in der geschmückten Nikolaikirche geht traditionell der Luckauer Hubertusjagd voraus. Am Wochenende fand sie zum 20. Mal statt.
Die Messe in der geschmückten Nikolaikirche geht traditionell der Luckauer Hubertusjagd voraus. Am Wochenende fand sie zum 20. Mal statt. FOTO: Benjamin Wepprich
Luckau. 20. Niederlausitzer Hubertusjagd führte vom Luckauer Marktplatz nach Görlsdorf. Von Benjamin Wepprich

Zwei Dekaden ist es her, dass der damalige Bürgermeister von Luckau Harry Müller die Idee verfolgte, Gleichgesinnte bei einer gemeinsamen Jagd zusammenzubringen. Inzwischen hat sich die Hubertusjagd zu einem regionalen Höhepunkt entwickelt. Am Wochenende fand sie zum 20. Mal statt.

Bereits am Freitagabend gab es in der Luckauer Nikolaikirche das einführende Bläserkonzert. Am Samstagvormittag traf sich dann eine Gesellschaft aus Jägern, Reitern und Gästen in der Kirche, um die Hubertusmesse zu begehen.

Gut besetzt war das festlich geschmückte Mittelschiff der Kirche, als die Jagdgesellschaft, angeführt vom Luckauer Pfarrer, in Richtung Altar schritt. Unter Begleitung von Orgel und Jagdhörnern begaben sich die Gäste zu ihren Plätzen.

„Noch nie im Leben habe ich einen Gottesdienst begonnen mit einem Wildschwein im Nacken“, eröffnete Pfarrer Martin Meyer seine Predigt und mahnte dabei an, dass heutzutage zu wenig in die Natur gegangen werde. Abwechslungsreich und kurzweilig fanden seine Worte Gehör, während auf dem naheliegenden Marktplatz schon die ersten Kremserkutschen und Reiter eintrafen.

„Wir sind eigentlich auch Reiter und früher im Feld mitgeritten. Heute sind wir als Zuschauer hier und fahren in dem Kremser mit“, sagte Christine Schmidt aus Luckau. Wie viele andere war sie nach dem Gottesdienst zum Hausmannsturm unterwegs. Wenig später tummelten sich mehr als 30 Reiter, 20 Kremser und eine große Meute Jagdhunde auf dem Luckauer Marktplatz.

Mit einem großen Dankschön und Lob an alle Beteiligten begann Bürgermeister Gerald Lehmann seine Rede: „Mit viel, viel Sonnenschein und einem wunderbaren Gottesdienst startet heute dieses sportliche Event. Der Kantor hat uns mit seiner Musik von Abba ein Lächeln in die Gesichter gezaubert“, sagte er.

Während ein kräftiger Geruch nach Pferd über den Marktplatz wehte, wurde der Bügeltrunk gereicht. Diese Sitte stammt aus der berittenen Jagd und hat ihren Namen davon, dass der Reiter mit den Füßen in den Steigbügeln steht, wenn Hochprozentiges ausgereicht wird.

„Bis auf wenige Ausnahmen bin ich bisher jedes Jahr dabei gewesen. Die Hubertusjagd ist gelebte Tradition“, sagte der Luckauer Stadtverordnete Thomas Brokmeier.

„Wir wollten uns das Spektakel anschauen. Es ist etwas Besonderes in Luckau. Wir sind auch schon dreimal mitgefahren. Dieses Jahr hat es leider nicht geklappt“, äußerte sich Susann Erlbeck, die sich mit ihrer Tochter Josephine zum Winken verabschiedete.

Beginnend mit einem Vierspanner, zog die Gesellschaft um Ross, Reiter und Kremser über Felder und Wiesen zum „Schüsseltreiben“ nach Görlsdorf. Gemeint ist damit wiederum das gemeinschaftliche und gesellige Mittagessen.

Auf dem Gutshof in Görlsdorf angekommen, gab es die ausgelobte Stärkung für Mensch und Tier, wobei wohl niemand durstig oder gar hungrig von einer der größeren Kremserkutschen abstieg.

„Wir haben mehr als 70 Fanfaren, die den Verlauf der Jagd beschreiben“ erklärte Klaus Zoll von den Parforcehornbläsern zu der stimmungsvollen und vielfältigen Begleitung. „Die Hubertusjagd ist regional und für uns alle ein entspannter Saisonabschluss, verbunden mit einem sehr schönen Ausritt für den Kopf und fürs Herz“, sagte die Reiterin Stephanie Bümmer, die mit ihrem Wallach Pepper dabei war.

Begleitet von einer vierspännig gezogenen Kutsche führte die Jagd über die Wiesen und Felder nach Görlsdorf.
Begleitet von einer vierspännig gezogenen Kutsche führte die Jagd über die Wiesen und Felder nach Görlsdorf. FOTO: Benjamin Wepprich