Bald scheint Hopfen und Malz verloren. Denn der Preis für Fassbier steigt in diesem Jahr an. Zumindest das Bier aus dem Brandenburger Nachbarland wird teurer. Die Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei als Teil der Radeberger-Gruppe gibt bekannt, dass sie eine Preisanpassung zum 2. März 2020 vornehmen wird.

Gründe für die Preiserhöhung

Medienvertreter Peter Christian Gliem führt die Gründe auf: „Eine überlastete Lieferkette, ein unter Druck geratenes Mehrwegsystem, Tariferhöhungen, veränderte Preise für Logistik, Energie oder Verpackungsmaterialien sowie notwendige Investitionen in die Stabilisierung des Mehrwegkreislaufes führen seit Jahren unvermeidbar zu stetigen Kostensteigerungen und Belastungen, die nun nicht mehr intern kompensiert werden können“.

Nicht betroffen von der Preiserhöhung ist das Schultheiss Flaschenbier. Auch bei den drei Berliner Kindl Produkten Pils, Bockbier und Weisse bleibt der Preis konstant.

Wie hoch die Anpassung der Abgabepreise ausfällt, möchte Gliem aus wettbewerbsrelevanten Gründen nicht nennen.

Stabile Preise in Fürstlich Drehna

Stabil bleiben die Preise bis Herbst bei den Bieren der Brauerei Fürstlich Drehna, so Pressesprecher Arno Schelzke, der gleichzeitig Verständnis für die Preiserhöhungen anderer Brauereien zeigt. Die gegenwärtige Preisliste der Schlossbrauerei im Luckauer Ortsteil hat Bestand, erst im Spätsommer werde man sich dem Thema der Preisgestaltung wieder annehmen. Generell bedarf es dabei einer Vorlaufzeit von drei Monaten, müsse sich der Handel schließlich darauf einstellen können, so Schelzke.

Gespräche mit Lieferanten

Bernd Seinwill vom Landgasthaus Zum Auerochsen in Freesdorf hat bisher noch keine Informationen über eine bevorstehende Preiserhöhung. Der erfahrene Gastronom weiß aber auch, dass es spätestens alle zwei Jahre zu einer solchen kommt: „Wenn einer anpasst, passen alle an“. Seinwill setzt dann auf Gespräche mit seinen Lieferanten, mit denen er über etliche Jahre zusammenarbeitet. Anstelle schneller Lieferantenwechsel bevorzugt er einen Umgang, den er mit einer Ehe vergleicht, bei der man sich die Treue hält. Außerdem sei in einer Speisegaststätte wie der seinigen weniger entscheidend welches Bier auf der Karte steht, nur dass es auf der Karte steht, schätzt er ein. Auch wenn seine Kunden die gestiegenen Preise wahrnehmen, zeige der größte Teil von ihnen doch Verständnis.

Im Restaurant Kartoffelnest in Hindenberg erinnert man sich noch an die Fassbierpreiserhöhung von 2019. Das Gasthaus am Hindenberger See bietet Berliner und Babbenbier aus Lübbenau vom Fass an. Während das Berliner Bier vom Getränkefachhandel kommt, stammt das Babbenbier direkt von der Brauerei. Durch den Campingplatz rotiert die Kundschaft am See, gleichbleibend sind die ein bis zwei Bier, die zum Essen getrunken werden.

Anpassung der Getränkepreise keine Überraschung

„Wir sind nicht nur dieses Jahr sondern jährlich von Anpassungen der Getränkepreise durch die Hersteller und letztlich durch die Lieferanten betroffen. Durch die Bindung an zuverlässige Lieferanten und einer langjährigen Zusammenarbeit kann ich einige Anpassungen kompensieren ohne sie gleich an den Gast weiter zu geben“, so Ingo Wolff vom Schlossberg Luckau. Der engagierte Wittmannsdorfer sorgt seit vielen Dekaden dafür, dass Partys und Veranstaltungen in Luckau beständig stattfinden. „Personalkosten und Kosten für Miete, Medien etc. müssen auch auf die Ware umgelegt werden, ansonsten wird man die Gaststätten bald an einer Hand abzählen können, denn wir müssen vom Erlös unsere Familien ernähren“, so Wolff weiter.