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| 17:28 Uhr

Hölzerner Wendenkönig steht nun in Schlabendorf

Auf einem Schlabendorfer Hof lebt jetzt der Wendenkönig. Das Kunstwerk aus Holz ist von Bildhauer Manfred Rößler geschaffen worden – im Rahmen des Spreewaldateliers 2009 in Lübbenau. Elisabeth Hartz-Hoffmann ersteigerte die rund drei Meter hohe Skulptur und ließ sie auf ihrem Sternenhof aufstellen. Von Tilo Winkler

Die 54-jährige Ergotherapeutin erinnert sich gern an die Kunstauktion im September in einem Zelt auf dem Lübbenauer Marktplatz. "Dort standen riesengroße Objekte aus Holz, die versteigert wurden." In eines hatte sie sich spontan verguckt: in den Wendenkönig. "Ich hätte aber nicht gedacht, dass ich ihn wirklich ersteigere", so Elisabeth Hartz-Hoffmann. Doch sie erhielt den Zuschlag - für 3000 Euro. "Das war total aufregend. Denn auf einmal war der Kopf der Skulptur weg", erzählt sie weiter. Dabei hatte der Künstler Manfred Rößler das Haupt seines Wendenkönigs nur ins Rathaus tragen lassen, damit es nicht gestohlen wird. Inzwischen hat der Bildhauer sein Werk nach Schlabendorf gebracht und dort aufgestellt. Zuvor waren Fundamente gegossen worden. Ein Elektriker erhielt den Auftrag, für einen Stromanschluss zu sorgen, damit der Wendenkönig angestrahlt werden kann. "Es ist genau der richtige Platz", sagt der 74-Jährige. "Damit kehrt das Holz zu seinem Ursprung zurück." Zumindest fast. Die laut Rößler rund 300 Jahre alten Eichen-Stücke hatte er bei einem Spreewald-Besuch im Wasser liegen sehen. "Freunde brachten sie mir." Rößler deckte das Holz ab und lagerte es. Das war vor mindestens 15 Jahren.Nun steht das Holzkunstwerk am Beginn der "Bankerstreet", wie Elisabeth Hartz-Hoffmann einen Gartenweg im hinteren Teil ihres Sternenhofs nennt. Dort schufen Patienten im Rahmen einer Sommerferienaktion Sitzbänke mit einer jeweils ganz persönlichen Note, es war Teil der Therapiearbeit. Alle Bänke haben einen Namen: die Familienbank, geschaffen von Mutter und Sohn, die Geschwisterbank, die Durchbrochene, die Temporäre. Jede hat ihre eigene Geschichte. Es gibt auch eine Bank, in die Bücher eingemauert wurden. "Wenn sie eines Tages abgerissen wird, sollen die Leute sehen, was einst gelesen wurde", erzählt Hartz-Hoffmann.