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| 18:37 Uhr

Höllberghof
Höllberghof nimmt Fahrt auf

Veranstaltungen wie der Umwelttag unter der Regie der Naturwacht haben nach neun Monaten Schließzeit viele Besucher zum Höllberghof gelockt.
Veranstaltungen wie der Umwelttag unter der Regie der Naturwacht haben nach neun Monaten Schließzeit viele Besucher zum Höllberghof gelockt. FOTO: Foto-Zahn / Ratajczak Frank
Langengrassau. Freilichtmuseum verzeichnet wieder mehr Besucher. Jetzt beginnt die Wintersaison. Von Anja Brautschek

Die Tage werden immer kürzer und der Winter nähert sich in großen Schritten. Doch im Freiluftmuseum Höllberghof in Langengrassau ist noch lange nicht Schluss. Mit den alljährlichen Spinnteabenden beginnt nun die Wintersaison. „Die gehören einfach zum Höllberghof und sind nicht mehr wegzudenken“, sagt Projektleiterin Martina Werner. Bei Kaffee und Plätzchen treffen sich die Frauen, tauschen sich über das Landleben aus und fertigen nebenbei Handarbeiten in der Gemeinschaft.

Es ist das Gefühl der Entschleunigung, der Ruhe und Entspannung, das Martina Werner gemeinsam mit den beiden Mitarbeitern besonders hervorheben will. „Das Ambiente hier ist das Besondere für mich. Der Höllberghof vermittelt den Besuchern ein richtiges Feng Shui-Gefühl“, erklärt sie. Dass dieses Gefühl weiter vermittelt werden kann, ist den Bemühungen des Fördervereins Naturpark Niederlausitzer Landrücken als Träger des Höllberghofes zu verdanken. Denn noch vor zwei Jahren stand der Höllberghof kurz vor dem Aus. Der Förderverein kann die Kosten für das Projekt nicht mehr stemmen. Aus diesem Grund musste das Freilichtmuseum im vergangenen Jahr bereits für neun Monate schließen. Fördermittel aus dem EU-Programm für Ländliche Entwicklung ermöglichten eine Wiedereröffnung. Die Förderung sichert die Personalkosten für die drei Mitarbeiter bis Juni 2019 ab. Jetzt, rund ein Jahr nach der Wiedereröffnung, blickt der Förderverein wieder etwas positiver in die Zukunft. „Diese Saison war sehr erfolgreich. Dennoch hätten wir es ohne die Fördermittel nicht stemmen können“, sagt Jana Zurakowski, stellvertretende Geschäftsführerin des Fördervereins.

4000 Besucher kamen in den Sommermonaten. Damit zog es im Vergleich zu den Jahren vor der Schließzeit wieder mehr Besucher auf den Hof, sagt Jana Zurakowski. Vor allem Schulklassen erkunden regelmäßig das Gelände. Allein das Projekt „Natur zum Anfassen“, das im September angeboten wurde, habe rund 600 Kinder ins Freiluftmuseum gezogen. Für dieses Großprojekt hat sogar das Naturerlebniszentrum Wanninchen als einer der wichtigen Partner personell ausgeholfen.

Erstmals wurden in diesem Jahr auch in den Herbstferien Veranstaltungen für Schulkinder angeboten. „Das kam sehr gut an. Im kommenden Jahr wollen wir das auch auf die Osterferien ausweiten“, so die stellvertretende Förderverein-Geschäftsführerin.

Für Familien, die den Urlaub im Spreewald verbringen, sei der Höllberghof ein gern genutzter Tagesausflug. Vor allem Familien aus den näheren Großstädten wie Leipzig, Berlin oder Dresden kommen nach Langengrassau. Selbst das deutsche Traditionsunternehmen Steiff sei auf das Gelände aufmerksam geworden. „Die haben hier ein Fotoshooting für den neuen Kalender durchgeführt. Das war ein richtiges Highlight für uns“, sagt Martina Werner. Aber auch Familien aus der Region zieht es auf den Hof. In diesem Jahr konnten die Standesbeamten der Gemeinde Heideblick die 100. Trauung auf dem Höllberghof vollziehen. „Es steckt noch viel Potenzial in dem Projekt“, so Martina Werner. In ihrem Kopf stecken noch viele Ideen, die sie angehen möchte. Immer soll es dabei um den Schwerpunkt Umweltbildung gehen, der sich wie ein roter Faden durch den Veranstaltungskalender zieht.

Denn trotz aller Zuversicht hält der Förderverein als Träger an seinen Plänen fest, das Freilichtmuseum zu verkaufen. Langfristig ohne Förderung können die Kosten nicht getragen werden. Noch ist jedoch kein passender Käufer gefunden. Ziel des Fördervereins ist es dabei, das Projekt auch nach einem Wechsel weiter zu erhalten. Vor allem ein gemeinnütziger Träger sei dafür geeignet. „Wir stehen derzeit noch in Verhandlungen mit jemanden“ bestätigt Jana Zurakowski. Ob und wann es zur Übertragung kommt, steht allerdings noch nicht fest.