| 03:02 Uhr

Hochspannung vor der ersten Fahrt

Ihren neuen Rennwagen BTU-04 haben Studierende vom BTU Motorsport Team im "Weltspiegel" vorgestellt.
Ihren neuen Rennwagen BTU-04 haben Studierende vom BTU Motorsport Team im "Weltspiegel" vorgestellt. FOTO: Helbig
Cottbus/Senftenberg. Über ein Jahr lang haben 46 Studenten in Cottbus an ihrem neuen Fahrzeug geschraubt. Mit dem BTU-04 wollen die angehenden Ingenieure und Wirtschaftsingenieure es bei der Formula Student unter die Top 30 schaffen. Anne Guckland

Auf die erste Testfahrt lauern die Studenten vom BTU Motorsport Team seit der ersten Planungssitzung für den neuen BTU-04. Fast ein ganzes Jahr hat das 46-köpfige Team vom sechs Jahre alten Verein BTU Motorsport getüftelt. "Planung, Sponsoring, Konstruktion, Herstellung und Zusammenbau machen wir Studenten alles selber", erklärt Maschinenbaustudent Johann Unkrieg.

Mit viel Applaus wurde im Cottbuser Weltspiegel das Fahrzeug präsentiert, in das jedes Teammitglied im Durchschnitt zehn Arbeitsstunden pro Woche gesteckt hat. Neu an dem Rennwagen mit 75 Pferdestärken und einem Zwei-Zylinder Kawasaki Motorrad-Motor sind einige selbst entwickelte Teile. Neben einer leichteren Titan-Pleuelstange, an der allein 40 Stunden gefeilt wurde, ist darunter auch ein selbst entwickeltes Getriebe. Vor allem Gewicht wollten die Konstrukteure einsparen, etwa 230 Kilogramm wird der Rennwagen wiegen. "Damit wird der BTU-04 ungefähr 30 Kilo leichter sein, als sein Vorgänger", erklärt Fertigungsleiter Unger. Wenn die letzten beiden Teile, Zahn- und Kegelrad, in der nächsten Woche geliefert und eingebaut sind, geht es im Technologiepark am ehemaligen Flugplatz endlich rund und ans praktische Testen.

"In diesem Jahr ist unser Ziel die Top 30", sagt der fürs Sponsoring zuständige Bill Schade. Bei zwei Formula-Student-Veranstaltungen in Ungarn und Tschechien wollen sie das erreichen. Auf einen Start am deutschen Hockenheimring hoffen die Studenten noch.

"Bisher sind wir nur auf der Nachrückerliste für die Veranstaltung", bedauert Schade.

Auch wenn es mit dem Hockenheimring nicht klappt, blicken die Studenten optimistisch in die Zukunft.

"Verbesserungspotenzial gibt es immer. Wir sind gerade ein junges Team mit vielen Zweitsemestern und Entwicklungspotenzial", ist Johann Unkrieg optimistisch, obwohl durch die Neugründung der BTU Cottbus-Senftenberg gerade viel Ungewissheit herrscht.

An der früheren Hochschule Lausitz Senftenberg gibt es nämlich auch eine Studentengruppe, die sich an einem Studenten-Wettbewerb für Fahrzeugentwicklung beteiligt. Bei dem "Shell-Eco Marathon" geht es darum, mit möglichst wenig Energie die größtmögliche Strecke zurückzulegen. Eine Kooperation zwischen den Teams gibt es bisher nicht, Gespräche aber schon. "Durch die räumliche Entfernung ist eine Kooperation schwierig. Außerdem sind beide Wettbewerbe schon sehr unterschiedlich", erklärt Christin Lehmann vom Shell-Eco Marathon Team. Das bestätigen auch die Cottbuser Studenten. "Wir sind nicht abgeneigt, denn Wissenszuwachs ist immer gut", so Bill Schade. Weitere Gespräche sind erst mal nicht geplant. Ein neues Auto wollen beide Teams bis 2014 entwickeln.

btu-motorsport.de und bit.ly/15mFGtx

Zum Thema:
Formula Student: An der internationalen Renn-Serie können sich nur Studenten-Teams beteiligen, der Wettbewerb existiert seit 32 Jahren. In verschiedenen Disziplinen, wie Beschleunigung, Herstellungskosten oder Verbrauch werden die eigens konstruierten Fahrzeuge bewertet. Infos: www.formulastudent.deShell Eco Marathon: Der Shell-Eco Marathon findet seit 1985 statt. Ziel ist es, Fahrzeuge zu entwickeln, die mit einem Liter Sprit eine größtmögliche Strecke zurücklegen können. Studenten-Teams aus der ganzen Welt beteiligen sich, die Senftenberger Studenten nehmen seit 2009daran teil. Infos: bit.ly/13FaOsx