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Unser Dorf hat Zukunft
Hier ziehen alle an einem Strang

FOTO: Ingrid Hoberg
Fürstlich Drehna. "Unser Dorf hat Zukunft" Diesen Satz unterschreiben die Fürstlich Drehnaer schon lange. Zweimal beteiligten sie sich bereits am gleichnamigen Wettbewerb. Birgit keilbach /

In diesem Jahr nahmen sie erneut Anlauf. Vielleicht klappt es ja diesmal mit dem Siegertreppchen. Denn hier gibt es keinen Stillstand. Eine AG Dorfentwicklung, besetzt mit fachlich versierten Bürgern, lotet immer wieder aus, was im Ort noch verbessert werden kann. "Uns war schon Anfang der 1990er Jahre bewusst, dass für Fürstlich Drehna der Fokus auf dem Tourismus liegen wird", sagte Ortsvorsteherin Annegret Haupt. Der attraktive Luckauer Ortsteil mit seinem historischen Kern, dem Schlossensemble und dem Landschaftspark macht dieses Dorf jedoch nicht nur für Touristen interessant.

Die Einwohner schätzen die vorhandene Lebensqualität. Beredtes Zeugnis dafür ist die stabile Einwohnerzahl. 299 Menschen lebten im Jahr 2011 hier, im September dieses Jahres waren es 294, davon 21 Kinder bis zu zehn Jahren; vor sechs Jahren waren es 22. Noch einen Fakt nennt Annegret Haupt: "Es kommen junge Leute wieder zurück ins Dorf."

Warum das so ist? Hier gibt es ein reges Vereinsleben, in das sich viele mit ihren Ideen einbringen. In jedem Monat findet eine Veranstaltung statt, vom Zempern im Februar bis zum Weihnachtsbaumstellen im Dezember. Das jährliche, hochkarätige Motocross-Rennen mit bis zu 10 000 Zuschauern und Fahrern aus 20 Nationen stemmen sie gemeinsam. Bis zu 400 Helfer werden gebraucht. "Nur durch die große Unterstützung aus dem Dorf ist uns das überhaupt möglich", sagt der Vereinsvorsitzende des MSC Fürstlich Drehna, Torsten Wolf. "Rund um den Mühlenberg" ist das Rennen betitelt. Seit 2014 steht dort auch wieder die historische Bockwindmühle am ursprünglichen Platz. Der Heimatverein mit seinem Mühlenaktiv hat sie einst nach Fürstlich Drehna geholt. Heute ist sie eine attraktive Landmarke des Ortes. Das Parkaktiv des Heimatvereins hat auch dafür gesorgt, dass der schöne Schlosspark in den Jahren des Bergbaus erhalten blieb und heute wieder in voller Schönheit erlebbar ist, bringt Vereinschef Ardo Brückner der Kommission nahe. Die Gastronomen des Ortes bereichern ihn mit jährlichen, sommerlichen Kulturerlebnissen, zuletzt gab es hier "Nabucco" Open Air zu erleben. Der Sportverein im Ort bietet Gymnastik und Kegeln und organisiert den jährlichen Frühjahrsputz, an dem sich wiederum alle anderen Vereine beteiligen, wie die Vorsitzende Alkmene Fischer erläutert. Als Sporthalle dient ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude des Schlosses. Das Schloss selbst ist inzwischen ein gut gebuchtes Hotel.

Eine Auslastung von 78 Prozent vermeldete Hotelleiterin Andrea Scholz für 2016. Die zahlreichen geparkten Fahrzeuge mit Kennzeichen aus allen Teilen Deutschlands auf dem Schlossvorplatz an einem kühlen Oktobermontag unterstrichen dies ohne Worte. Dass sich die drei Gastronomen untereinander gut abstimmen und Gäste hier immer ein offenes Haus für den kleinen oder großen Hunger vorfinden, strich Annegret Haupt heraus. Denn das habe sie andernorts schon anders erlebt. Sie legte bei der Rundfahrt durch Fürstlich Drehna zudem den Fokus auf die ortsansässigen Betriebe. 65 Arbeitsplätze bieten sie in Fürstlich Drehna. In der Tischlerei Leschke erhielt die Kommission Einblick in die denkmalpflegerische Arbeit der Handwerker. Über die Bedeutung der ökologischen Fischereiwirtschaft für den Ort gab Gisela Bräuning-Krätzig Auskunft.

Unser Dorf hat Zukunft in Dahme-Spreewald FOTO: Von: Birgit Keilbach

Wünsche haben die Fürstlich Drehnaer durchaus. Die bessere Anbindung an das Umland soll über Fahrradwege erfolgen. "Im Regionalen Entwicklungskonzept für Luckau, Lübbenau, Vetschau und Calau spielt Fürstlich Drehna eine wesentliche Rolle", zeigte Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann auf, dass auch in dieser Hinsicht die Zukunft im Blickfeld liegt.

Zum Thema:
Drei Dörfer nehmen im Landkreis teil: Töpchin, Fürstlich Drehna und Byhleguhre-Byhlen. Zur Jury gehören Sabrina Kuschy vom Amt für Kreisentwicklung, Wirtschaft und Tourismus, Anika Meißner vom Kulturamt, Kerstin Jung vom Umweltamt, Mathias Koch von der Unteren Denkmalschutzbehörde, André Schenke von der Abteilung Landwirtschaft, Melanie Kossatz vom Spreewaldverein, Heike Lehmann vom Bauernverband, Annegret Lehmann vom Landesamt für Flurneuordnung..