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| 18:16 Uhr

„Unser Dorf hat Zukunft“
Hier hat das Dorfleben Perspektiven

Motocross und Mühle sind zwei Attraktionen, mit denen Fürstlich Drehna über das fürstliche Erbe hinaus punkten kann. Und das gefällt auch dem Nachwuchs auf den Sportkrädern.
Motocross und Mühle sind zwei Attraktionen, mit denen Fürstlich Drehna über das fürstliche Erbe hinaus punkten kann. Und das gefällt auch dem Nachwuchs auf den Sportkrädern. FOTO: Birgit Keilbach
Fürstlich Drehna. Raddusch, Fürstlich Drehna und Wahlsdorf gehören zu den Gewin- nern des Kreiswettbe- werbes „Unser Dorf hat Zukunft“. Jetzt zeigten sie der Jury ihre Vorzüge beim Landeswettbewerb. Von Birgit Keilbach

Die Fürstlich Drehnaer sind stolz auf ihr historisches Erbe. Sie verknüpfen es mit Engagement zu einer lebendigen Gemeinschaft und lassen Gäste gern daran teilhaben. „Unser Dorf hat Zukunft.“ – das haben die Fürstlich Drehnaer im vergangenen Jahr erfolgreich beim Kreiswettbewerb unter Beweis gestellt. Nun war die Bewertungskommission des Landeswettbewerbes im südlichsten Ortsteil der Stadt Luckau zu Gast. Der attraktive Ort mit seinem historischen Kern, dem Schlossensemble und dem Landschaftspark hat vieles aufzuweisen, das Lebensqualität bietet. Eine relativ stabile Einwohnerzahl von rund 300 im Durchschnitt ist beredtes Zeugnis dafür. „Und es kommen junge Leute wieder ins Dorf zurück. Fünf junge Familien waren es in den vergangenen drei Jahren, zwei neue Häuser haben sie gebaut, ein altes Haus wird gerade umgebaut“, zählt Ortsvorsteherin Annegret Haupt Fakten auf.

Warum das so ist? Das erfährt die Kommission während der Tour durch den Ort. Eine lebendige Dorfgemeinschaft gibt es hier, die mit vielen Aktivitäten ein abwechslungsreiches Zusammenleben für alle Altersgruppen auf die Beine stellt. Ein gut gefüllter Kulturkalender zeigt es auf. Monatlich organisieren Vereine und Interessengruppen Veranstaltungen. „Viele sind über die Jahre gewachsene Traditionen und alle für die Öffentlichkeit zugänglich“, betont Annegret Haupt. Größte ist das jährliche Motocross-Rennen mit mehr als 10 000 Zuschauern. Die ADAC MX-Masters werden seit 2006 hier ausgetragen. „Wir sind ein verlässlicher Partner dieser Rennserie. Möglich ist uns das nur, weil uns der Heimat- und Kulturverein, der Sportverein und ganz viele Einwohner helfen“, sagt Marcel Gronauer vom Vorstand des Motorsportvereins. Besondere Attraktion: An der Rennstrecke „Rund um den Mühlberg“ steht die historische Bockwindmühle; seit 2014 wieder am historischen Standort. Heimatverein und Mühlenaktiv laden jährlich zum Mühlentag ein.

Großen Wert habe der Ortsbeirat seit 1990 auf den Erhalt des fürstlichen Erbes im Ort gelegt, erläutert Annegret Haupt. Auch für die Zukunft soll das historische Bild erhalten bleiben. Eine neue Satzung werde regeln, dass Neubauten nur in Baulücken innerhalb des Vorhandenen erfolgen. Bei der Rundfahrt durch den Ortskern wird das deutlich. Im Gasthof „Zum Hirsch“ erläutert Inhaber Frank-Wilhelm Binde Details zu diesem Gebäude. In der Schlossbrauerei werde noch heute das Traditionsbier, der Odin-Trunk, handwerklich hergestellt, bringt Inhaber Arno Schelzke nahe. Mit 14 Mitarbeitern sei diese nach dem Schlosshotel zweitgrößter Arbeitgeber im Ort, der zudem klimaneutral produziert. Wie die Fassbrause und drei neu ins Sortiment aufgenommene Bio-Limonaden schmecken, konnten die Kommissionsmitglieder probieren.

Auf dem Weg zum Schloss verdeutlicht Ardo Brückner vom Heimatverein wie wenig zukunftssicher die Situation für den Ort am Rande des Tagebaus noch vor einigen Jahrzehnten war. Dass heute viele der alten Bäume des vor 199 Jahren angelegten Parks noch stehen, sei Einwohnern zu verdanken, die sich engagierten, als die Bagger immer näher rückten. So können die Gäste des Schlosshotels heute eine in alter Schönheit erstrahlte Parkanlage genießen. Und in der Zukunft werden dies auch viele Spreewald-Urlauber mit dem Fahrrad erkunden können. „Fürstlich Drehna spielt eine zentrale Rolle im Regionalen Entwicklungskonzept für Luckau, Lübbenau, Vetschau und Calau“, zeigte Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann die Perspektive auf. Künftig soll der Fürst-Pückler-Radweg hier entlang führen.

„Es ist sehr deutlich geworden, dass man in Fürstlich Drehna lebt und nicht nur wohnt. Sie haben uns heute gezeigt, dass ihr Dorf Zukunft hat“, fasste Tobias Wienand, Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in der Kommission, zusammen.

Im Landkreis Teltow-Fläming war Wahlsdorf im vergangenen Jahr Sieger des Kreiswettbewerbes. Der Dahmer Ortsteil kann mit vielen Dingen punkten. Das historische Gutshaus, ein überzeugendes Dorfladen-Konzept, eine Wärmegenossenschaft, die 85 Prozent der Häuser im Ort mit Nahwärme versorgt und dazu das Wasser im Freibad erwärmt, kulturelle Höhepunkte mit den Flunkerproduktionen sowie Chor und Orgel in der Kirche: insgesamt 15 Stationen zeigten die Wahlsdorfer der Kommission. Die Kindergruppe der Feuerwehr führte vor, was sie schon gelernt hat. Den Ortsteil Liepe stellten die Wahlsdorfer im Video vor. „An jeder Station erläuterten die jeweiligen Einwohner, was sie für die Dorfgemeinschaft tun und viele begleiteten die Rundfahrt mit dem Fahrrad oder auf Skatern. Ich denke, dass wir der Bewertungskommission den Zusammenhalt im Dorf überzeugend veranschaulichen konnten“, resümierte Ortsvorsteher Thomas März.