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| 01:04 Uhr

Herrenhaus Kümmritz bleibt unsaniert

Kümmritz.. Das Kümmritzer Herrenhaus wird vorerst nicht saniert. Gabriele Bernhardt

„Weder in diesem noch in den nächsten zwei Jahren wird es für das Herrenhaus Fördergelder geben“ , erklärte Dieter Irlbacher, Regionalmanager im Beirat der IlE-Region Dahme-Spreewald, während der Ortsbeiratssitzung am Donnerstagabend. Irlbacher sieht derzeit keine Chancen, dass das marode Gebäude mit Fördermitteln aus dem Programm Integrierte Ländliche Entwicklung (IlE) saniert werden kann. Zwar stünde Kümmritz in der Prioritätenliste des Dahme-Spreewald-Kreises, aber bezuschusst würden derzeit lediglich Projekte, die dauerhafte Arbeitsplätze schaffen oder solche, die bereits im Vorjahr begonnen wurden und vollendet werden müssen. Da habe der Dahme-Radfernwanderweg Vorrang, erklärte Irlbacher. Der Weg solle den Landkreis an Berlin anschließen und Touristen Radtouren über Kümmritz und Wildau-Wentdorf bis zur Fläming-Skate ermöglichen. „Erst seit drei Tagen wissen wir aber, dass der Wegebau vorerst in Brand enden wird“ , so Irlbacher. Alle weiteren Strecken würden „auf die folgenden Jahre gestreckt“ .
Die Wunschliste des Landkreises Dahme-Spreewald hatte ursprünglich ein Volumen von 80 Millionen Euro und war vom Beirat auf 13 Millionen zusammengestrichen worden. Darin enthalten sind auch 785 000 Euro für das Herrenhaus sowie zwei Millionen Euro für die Sanierung des Luckauer Schwimmbades. Das Land habe im August signalisiert, so Irlbacher, dass lediglich zwei Millionen Euro zur Verfügung stünden. „Dass wir so viele Abstriche machen müssen, hat man uns vorher nicht gesagt“ , so sein Versuch einer Rechtfertigung. „Die ganze IlE-Geschichte war ein Schnellschuss vom Land“ , sagte er.
Dorfgemeinschaftshäuser hätten kaum noch eine Chance, gefördert zu werden, so der Regionalmanager. „Nötig wäre ein Nutzungskonzept, dass sich das Haus hinterher selbst trägt und Arbeitsplätze schafft.“
Die Hoffnung in Kümmritz auf ein Zentrum für die feierfreudige Dorfgemeinschaft ist wie eine Seifenblase zerplatzt. „Für die Kümmritzer bleibt ein bitterer Beigeschmack der Geringschätzung“ , sagte Ortsbürgermeister Heiko Terno.
Luckaus Bauamtschef Fritz Frenzel versteht nicht, dass eineinhalb Jahren vergehen mussten, um endlich Klartext zu reden. Seine Frage, wer die politische Verantwortung dafür übernimmt, dass erst Wünsche geweckt würden und dann doch kein Geld fließe, blieb an diesem Abend unbeantwortet.