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| 14:46 Uhr

Neu im Amt
Herr über 200 Wohnungen

Marcus Ullrich ist studierter Jurist und kehrte für seine Aufgabe als Chef der Wohnungsbaugesellschaft auch beruflich wieder in die  Heimat zurück.
Marcus Ullrich ist studierter Jurist und kehrte für seine Aufgabe als Chef der Wohnungsbaugesellschaft auch beruflich wieder in die Heimat zurück. FOTO: Carmen Berg / LR
Dahme. Marcus Ullrich ist neuer Geschäftsführer der Dahmer Wohnungsbaugesellschaft.

Die Wohnungsbau und Verwaltungs GmbH hat einen neuen Geschäftsführer. Marcus Ullrich ist Nachfolger der Dresdnerin Elke Schulze, die das Unternehmen nach neun Jahren auf eigenen Wunsch verließ.  Für den 39-Jährigen ist das neue Amt beruflich eine Rückkehr in die Heimat, der er privat stets die Treue hielt. „Ich bin ein Dahmer Kind“, sagt er. In der Flämingstadt ist Marcus Ullrich aufgewachsen und hat 1999 an der Otto-Unverdorben-Schule Abitur gemacht. Nach einem Jahr Bundeswehr studierte er Wirtschaftsrecht und war zehn Jahre in der Rechtsabteilung einer Bank in Frankfurt/Main tätig. Ein positiver Effekt des neuen Jobs: „Ich muss nicht mehr pendeln.“

Der Wechsel in die Wohnungswirtschaft sei eine Herausforderung, gibt er zu. Ihn reize an der Aufgabe die Vielseitigkeit. Erfahrungen im Bau- und Immobilienrecht könnten dabei nicht schaden, sagt Marcus Ullrich, der jetzt für gut 200 Wohnungen den Hut auf hat. „Vielleicht kann mein Vorbild andere junge Leute motivieren, nach Dahme zurückzukommen, die dann hier auch Wohnungen brauchen“, hofft er.

Wie andere Wohnungsunternehmen der Region bekommt die Dahmer Gesellschaft den demografischen Wandel zu spüren. Der Statistik zufolg ist jeder Dritte 60 Jahre und älter. Noch seien die Wohnblöcke gut belegt, doch meist von Senioren, die schon  lange dort ihr Zuhause haben. Freie Wohnungen werden auf modernen Standard gebracht, um sie auch für Jüngere wieder interessant zu machen.  Im Block mit 16 Wohnungen an der Jüterboger Chaussee 4a und 4b sind gerade drei Domizile zwischen 54 und 70 Quadratmetern bezugsfertig geworden. „Sie haben beispielsweise schicke neue Bäder bekommen“, so der Geschäftsführer. Nachfragen lohnt noch, sagt er.

Insgesamt geht der Trend zum Wohnen in Innenstadt-Lage. Junge Paare und Familien wollen möglichst in einen sanierten Altbau, bestätigt Marcus Ullrich. In sanierten Mehrfamilienhäusern an der Jägerstraße 1 oder am Niendorfer Weg 19 seien alle Wohnungen vermietet, und werde eine frei, finden sich schnell Nachrückerr. Allerdings seien die Kosten für eine Komplettkur enorm und müssten bei einem Gesamt-Leerstand von 22 Prozent gut abgewogen werden, beschreibt Marcus Ullrich den  Spagat.

Auch der einzige unsanierte Block der GmbH steht im Stadtzentrum an der Hauptstraße 33. „Er hat noch Öfen, alle zwölf Wohnungen sind leer“, sagt Marcus Ullrich. Pläne, das Haus aufzuhübschen, gab es bereits.  „Abhängig von den Finanzen wird das wegen der attraktiven Lage eine Aufgabe für die Zukunft sein“, so der Geschäftsführer.

Engagieren will sich die Wohnungsbau- und Verwaltungs GmbH außerdem für die Sportwelt. „Binnen Jahresfrist wollen wir  als Dienstleister bei der Bewirtschaftung unterstützen“,  kündigt Marcus Ullrich an. Jedoch werde es nicht wieder passieren, dass die Sportwelt „über die Bücher unseres Unternehmens läuft“, stellt er klar. Er spielt auf das Jahr 2000 an. Damals wollte die Führung der GmbH die  Sportwelt zum Tenniszentrum mit Akademie machen, was schiefging und das Unternehmen ins Trudeln brachte.

Dieser unsanierte Block in der Innenstadt braucht eine Kur. Alle zwölf Wohnungen stehen leer.
Dieser unsanierte Block in der Innenstadt braucht eine Kur. Alle zwölf Wohnungen stehen leer. FOTO: Carmen Berg / LR