In der 118. Minute brach Schiedsrichter Frank Kaminski (Berlin) die Begegnung ab. Vorausgegangen war ein Luftkampf zwischen Lübbens Schlussmann Steffen Blaske und Alexander Rabe. Der Briesker blieb dabei liegen und soll sich schwer verletzt haben. Referee Kaminski entschied jedoch nicht auf Elfmeter, wie von Brieske vehement gefordert, sondern auf Eckstoß. Kurz darauf war auf dem Spielfeld die Hölle los. Senftenbergs Trainer Steffen Rietschel – obwohl vorher mehrfach aus dem Innenraum verbannt – stürmte ebenso das Spielfeld, wie diverse Ersatzspieler und andere Briesker Offizielle. Dabei schubste Stephan Lischka den Referee, der auch vom FSV-Keeper Danny Freitag hart bedrängt wurde.

Aufgepuschte Atmosphäre

In einer Kampfpartie ohne spielerische Leckerbissen hatte zuvor der Unparteiische alle Register gezogen, um die Gemüter zu beruhigen. Erst griff er resolut zu den Karten, danach schnappte er sich beide Kapitäne zur Beruhigung. Es half alles nichts – obwohl beide Mannschaften gar nicht einmal übermäßig hart miteinander umgingen. Viel schlimmer für die Unruhe auf dem Rasen waren die Kommentare und das Verhalten der Briesker Trainerbank sowie weiterer Offizielle auf der Tribüne. Dadurch wurden die Zuschauer aufgeputscht, die bei jeder Kleinigkeit Karten forderten. Die Spieler schlossen sich nahtlos an. Anstatt ordentlich Fußball zu spielen, debattierten und schauspielerten die Akteure beider Mannschaften um die Wette. Sportlich war die Niederlage für Brieske ärgerlich. Die Mannschaft hatte nicht nur die erste Gelegenheit, als Philipp Jautze nach einem Zuspiel von Robert Rietschel am langen Pfosten das Gehäuse knapp verfehlte (4.), sie wirkte auch läuferisch stärker und spritziger. Lübben blieb an diesem Nachmittag eine einzige Enttäuschung.

Lübbener Defensive stabil

Vor der Pause hatten die Grün-Weißen eine Chance durch einen 20-Meter-Freistoß von Gordon Pohle (17.) und eine Möglichkeit durch Michael Leschnik, der einen verunglückten Schuss von Marc Metzing nicht über die Linie bekam (42.). Einzig auf die Defensive war Verlass, die der Heimelf nur wenige Möglichkeiten ließ. Nach den beiden Platzverweisen änderte sich am Spielverlauf nichts. Brieske hatte mehr Ballbesitz, Lübben reagierte nur. Vor allem wenn Stephan Lischka oder Robert Rietschel aus der Tiefe des Raumes antraten, wackelte Lübben. So kassierte GW das 0:1, als Stephan Lischka unbedrängt durchs Mittelfeld spazierte, Philipp Jautze fand, der David Schwandt direkt bediente (53.). Bei einer ähnlichen Situation traf Philipp Jautze lediglich den Pfosten und verpasste damit die Entscheidung (67.).

So aber half der Briesker Keeper Lübben wieder in die Spur. Seinen Fehlpass erkämpfte sich Michael Leschnik, der direkt zu Ahmed Ayata weiterleitete, der kühl vollendete (71.). In einer langweiligen Schlussphase blieb es beim 1:1 nach 90 Minuten. Lübben hatte in der Extrazeit nur zwei Gelegenheiten. Steffen Schumann nutzte die erste, als er einen feinen Pass von Marc Metzing gekonnt über Keeper Danny Freitag zur Lübbener lupfte (109.). Die zweite vergab Michael Leschnik per Kopf (116.). Brieske drang nur noch einmal durch die Lübbener Defensive, der Schuss von David Schwandt war allerdings zu schwach (111.). Dann kam die 118. Minute

Lübben: Steffen Blaske, Sebastian Jurrack, Martin Scholz, Gordon Pohle, Denny Matthes (67. Patrick Nitsch), Marc Metzing, Alexander Rattei, Dirk Schieban, Steffen Knöfel 64. Steffen Schumann), Ahmet Ayata, Michael Leschnik.

SR: Frank Kaminski (Berlin). Tore: 1:0 David Schwandt (53.); 1:1 Ahmet Ayata (71.); 1:2 Steffen Schumann (109.). Rot: 28. Steven Pötschke (Brieske, grobes Foulspiel). Gelb/Rot: 32. Alexander Rattei (Lübben, wiederholtes Foulspiel). Z: 112.