Von Birgit Keilbach

Schnelles Internet flächendeckend auf dem Lande - für die Einwohner von Duben, Kaden, Freiimfelde und Alteno ist dies noch immer nur ein Traum. Denn die offiziell angegebenen Geschwindigkeiten von 16 Mbit je Sekunde im Telekom-Netz kommen gar nicht an. 50 Mbit je Sekunde werden über eine Funklösung der Kolkwitzer Firma CNS angeboten. Doch davon weiß kaum ein Einwohner etwas. Das wurde auf der Ortsbeiratssitzung am Freitagabend deutlich.

Geschwindigkeiten von zwei bis drei Mbit/s

„Offiziell heißt es, dass die Breitbandversorgung auch bei uns in Duben gesichert ist. Die Realität sieht anders aus“, beschrieb Ortsvorsteher Hartwig Zingelmann die Situation. So kämen die tariflich vereinbarten 6 Mbit je Sekunde nur selten bei ihm zu Hause an. Anderen Einwohnern geht es ähnlich, wie in der Diskussion deutlich wurde. Je weiter entfernt ein Haus vom Verteilerpunkt stehe, desto lahmer werde das Internet.

Reinhard Gerwien war in Kaden bis zum 28. Mai zufrieden mit der Geschwindigkeit von 50 Mbit je Sekunde über Funk von der Telekom. „Dann kam die Umstellung von ISDN auf das Internet Protokoll (IP). Ich musste einen neuen Vertrag schließen mit einem Hybrid-Router und ich habe jetzt praktisch meistens nur noch zwei bis drei Mbit/s Geschwindigkeit. Alles dauert ewig. Das ist für uns ein echter Rückschritt“, konstatierte der Kadener. Eigentlich sollte die Kombination eine Geschwindigkeit von 16 Mbit/s bieten.

In Freiimfelde ist es noch schlechter

Die Erfahrungen von Familie Piechota in Freiimfelde sind noch schlechter. Sie habe gleichfalls einen Hybrid-Vertrag mit der Telekom, allerdings über 50 Mbit/s. Real ergab der Geschwindigkeitstest am Samstagmorgen nur 0,7 Mbit/s zum Herunterladen und 0,4 Mbit/s zum Hochladen, wie Ingo Piechota auf Rundschau-Nachfrage mitteilte. „Je weiter jemand vom Funkmast entfernt ist, um so geringer ist die Geschwindigkeit“, hat er im Gespräch mit anderen Einwohnern festgestellt. Daher hat die Familie für ihr Nebengebäude auf dem Grundstück noch einen zusätzlichen Vertrag mit der Firma CNS abgeschlossen. „Über WLAN ist damit der Empfang besser“, so Ingo Piechota. Dass es diesen zweiten Anbieter gebe, habe die Familie über Mundpropaganda erfahren. Das ist für Ortsvorsteher Hartwig Zingelmann ein Ärgernis.

„Warum wurde es nicht schon längst öffentlich gemacht, dass es eine zweite Firma gibt, die das schnelle Internet anbietet“, fragt sich nicht nur der Ortsvorsteher. Im August habe er die Firma per Mail angeschrieben, um mehr Informationen zu erhalten. „Doch ich bekam nur die Auskunft, dass alles auf der Homepage steht.“ Allerdings sei auf dieser nicht erkennbar, dass in Duben und den weiteren Dörfern des Luckauer Ortsteils das Funk-Internet angeboten wird. Auch eine Nachfrage habe nichts gebracht. „Ich habe nicht erfahren, auf welchem Funkmast die Anlage dieser Firma installiert ist“, so der Ortsvorsteher. Für eine bessere Verständlichkeit der Funklösung wünscht er sich, „dass die Firma ihr Angebot und wie das technisch funktioniert den Bürgern vor Ort erläutert.“

Glasfaserkabel sind da, aber nicht für alle

Für Unverständnis sorgt noch ein weiterer Punkt. Glasfaserkabel wurden in den vergangenen Wochen in den Dörfern verlegt. Damit sollen das Industriegebiet Alteno, die JVA Duben, die Polizeistation nahe Kaden an der Autobahn versorgt werden, mit bis zu 250 Mbit je Sekunde. „Das Glasfaserkabel wurde verlegt, an den Masten daneben verläuft das Telekom-Kabel für die Hausanschlüsse, aber niemand wird angeschlossen. Das ist für uns nicht nachvollziehbar“, so Hartwig Zingelmann. Laut Auskunft des Luckauer Ordnungsamtsleiters Thomas Schäfer sei eine Anbindung seitens der Telekom kurz- bis mittelfristig nicht vorgesehen. Für die Dubener ist das unverständlich: „Es kann doch nicht so ein Problem sein, die Glasfaserkabel zu den Verteilerstationen in den Dörfern zu führen, sie liegen doch ohnehin überall in der Erde“, sagt Hartwig Zingelmann.

Fördermittel des Bundes werden nicht abgerufen - Anträge sind zu kompliziert Breitbandausbau: Brandenburg steht auf dem Schlauch

Berlin/Dresden