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| 16:19 Uhr

Geschichte bewahren seit 25 Jahren
Heimatverein feiert Silberhochzeit

 Kantor Focko Hinken stimmt die Gäste musikalisch auf die Festveranstaltung zum 25. Geburtstag des Luckauer Heimatvereins ein.
Kantor Focko Hinken stimmt die Gäste musikalisch auf die Festveranstaltung zum 25. Geburtstag des Luckauer Heimatvereins ein. FOTO: Andreas Staindl
Luckau. Luckauer blicken auf bewegte Geschichte zurück. Heimatpflege weiterhin im Fokus. Von Andreas Staindl

Der Luckauer Heimatverein e.V. hat am Samstag Silberhochzeit gefeiert. Etwa 100 Mitglieder und Gäste waren während der offiziellen Feierstunde in der Kulturkirche dabei. Der Vorstandsvorsitzende Frank Lorenz blickte auf die Geschichte des Vereins zurück.

„Die große Zahl der Gäste heute zeigt, dass sich unser Engagement im vergangenen Vierteljahrhundert gelohnt hat.“ Der Vereinschef dankte „allen daran Beteiligten“. 16 Gründungsmitglieder sind ihm zufolge noch immer aktiv. Vier von ihnen – Helga Tucek, Harry Müller, Bernd Kaminski und Jürgen Haack – sitzen aktuell im Vorstand. Sie wurden vom Vorsitzenden mit Blumen geehrt.

76 Mitglieder zwischen 25 und 95 Jahre zählt der Luckauer Heimatverein, wie die Geschäftsführerin Helga Tucek sagt. Der Altersdurchschnitt betrage 67 Jahre. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) bedankte sich für „25 Jahre aktives Einbringen in das gesellschaftliche Leben in Luckau. Die Vereinsmitglieder haben auf unsere Stadt aufmerksam gemacht. Ich wünsche ihnen, dass sie sich ihr Feuer bewahren.“ Er ermutigte den Verein, alle Menschen einzuladen, um die Heimat zu gestalten. „Wir lassen uns die Heimat von Niemandem wegnehmen.“

Er verwies darauf, dass „der Begriff Heimat von vielen Menschen heute falsch interpretiert und missbräuchlich benutzt wird. Doch niemand hat das Recht uns vorzuschreiben, was wir unter diesem Begriff zu verstehen haben und wen wir in unsere Heimat einladen.“ Frank Lorenz schlägt in die gleiche Kerbe. „Der Begriff Heimat wird heute missbraucht. Dem möchten wir widersprechen, denn das führt zur Spaltung der Gesellschaft.“ Der Vorsitzende spürt, dass „in Zeiten wachsender Herausforderungen auch unser Verein strapaziert wird“.

Nicht nur besonders gefordert sondern sogar verboten waren Heimatvereine ihm zufolge in der DDR. Sie wurden als revanchistisch eingestuft, als Vereine, die Rache für politische und militärische Niederlagen nehmen wollen. Bis zum Zweiten Weltkrieg allerdings gab es den Kreisheimatverein in Luckau, der 1925 gegründet wurde. 1994 erfolgte die Neugründung. 41 Gründungsmitglieder waren dabei. Harry Müller war der erste Vorsitzende.

„Ohne den Abzug der Alliierten 1994, der damit beginnenden Freiheit und ähnlicher Ereignisse, hätte es unseren Verein nicht gegeben“, sagt Frank Lorenz. „Auch nicht ohne den Mut und die Heimatverbundenheit der engagierten Bürger, die den Verein gegründet haben.“

Dem Heimatverein gehe es nicht nur um Heimatpflege, sondern auch um gemeinsame Freizeitgestaltung, um kulturelle Höhepunkte, um das Bewahren und Aufarbeiten von Geschichte und vieles mehr. Der Vorsitzende erinnert etwa an die mehr als 100 Vorträge, „die wir Helga Tucek zu verdanken haben und die alle ein hohes fachliches Niveau hatten. Die vielen Wanderungen und Fahrten hätte es ohne Harry Müller und seiner Frau Regina nicht gegeben.“ Dass es inzwischen mehr als 50 Auflagen des Luckauer Heimatkalenders gibt, sei zudem ein Verdienst des Heimatvereins.

Frank Lorenz verweist darauf, dass sich der Verein während zahlreicher Feste und Veranstaltungen in der Region präsentiert und aktiv einbringt, Projekte wie etwa Restaurierungen und Stolpersteine finanziell unterstützt.

Würdig präsentiert wurde während der Festveranstaltung am Samstag jedoch die neue Stadtchronik über Luckau, an der auch der Heimatverein beteiligt ist. Etwa 350 Seiten stark ist das Werk mit spannenden Texten und interessanten Bildern. Helga Tucek und der Kreisarchivar Thomas Mietk haben es herausgegeben (die RUNDSCHAU berichtete); weitere Autoren waren beteiligt. „Das Buch soll ein breites Publikum ansprechen, auch Schülern und Lehrern eine Hilfe sein“, sagt der Archivar. Gerald Lehmann nutzt es schon für aktuelle Entscheidungen. „Das Buch hilft mir, Entwicklungen in unserer Stadt besser zu verstehen.“ Klaus Neitmann vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv hält die Stadtchronik für „wissenschaftlich fundiert. Das Buch festigt die bundesweite Ausnahmestellung des Landkreises Dahme-Spreewald bei Veröffentlichung von Kreis-, Stadt- und Ortsgeschichte.“ Der Luckauer Heimatverein will sich auch weiterhin aktiv in die Heimatgeschichte einbringen. „Heimatkunde und Heimatpflege etwa bleiben unsere Leitmotive in den nächsten Jahren“, sagt Frank Lorenz.