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Jahresrückblick
Heideblicks Baustellen schrumpfen

Mit der Straßenfreigabe in Beesdau fand Mitte Dezember ein weiteres Großprojekt seinen Abschluss. Doch auch für 2018 hat sich die Gemeinde einiges vorgenommen.
Mit der Straßenfreigabe in Beesdau fand Mitte Dezember ein weiteres Großprojekt seinen Abschluss. Doch auch für 2018 hat sich die Gemeinde einiges vorgenommen. FOTO: Archiv/Carmen Berg / LR
Langengrassau. Straßensanierung in Beesdau abgeschlossen. Bahnausbau belastet Kommune weiterhin. Von Birgit Keilbach

„In meiner persönlichen Bilanz zählt das Jahr 2017 doppelt“, sagt Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos). Das vergangene Jahr war in der Gemeinde von mehreren großen Bauvorhaben geprägt.

Zwei Bahnquerungen entstanden im Zuge des Streckenausbaus zwischen Wünsdorf und Elsterwerda: der Tunnel in Walddrehna und die Brücke in Pitschen-Pickel. Zudem tangierte die Wehnsdorfer Brücke über die Bahngleise die Gemeinde, auch wenn hier der Landkreis Baulastträger war.

Bewährt hat sich dabei die Kooperation der Kommunen Heideblick, Luckau und Unterspreewald sowie des Landkreises Dahme-Spreewald bei der Bauüberwachung. Diese lag in den Händen von Heideblicks Bauamtsmitarbeiter Thomas Eif. „So konnten Probleme schon früh erkannt und an Ort und Stelle Kompromisse mit allen Beteiligten ausgehandelt werden. Baufirmen und die Bauleitung der DB Netz AG hatten damit immer einen festen Ansprechpartner“, benennt Frank Deutschmann den Vorteil.

Die Baumaßnahmen werden die Gemeinde noch über Jahre hinweg belasten, denn die Kosten sind deutlich gestiegen. Für die Brücke in Pitschen-Pickel erhöhte sich der von der Gemeinde zu zahlende Eigenanteil um 58 700 Euro. Eine ganz andere Größenordnung liegt beim Tunnel in Walddrehna vor. Die Kosten explodierten von ursprünglich geplanten rund fünf auf jetzt 11,6 Millionen Euro. „Da kommt auf uns als Gemeinde trotz der Landesförderung ein Eigenanteil von 1,16 Millionen Euro zu“, zeigt er den aktuellen Stand auf. Zum Nachtrag der Kreuzungsvereinbarung werde deshalb noch mit der DB Netz AG verhandelt.

Zweites Großprojekt war die Komplettsanierung der Straßen und Kanäle im Ortsteil Beesdau unter Federführung der LMBV von März bis Dezember. „Es war eine Herausforderung, die alle Beteiligten miteinander gemeistert haben. Jede Seite hat die Belange der anderen weitgehend berücksichtigt“, resümiert Frank Deutschmann.

Zu den normalen Bauvorhaben in der Gemeinde zählten die Instandsetzung der Kirschallee, der sanierte Durchlass am Mühlenfließ in Gehren sowie die energetische Sanierung des Bauhofes. 2018 wird hier das Sozialgebäude in die Kur kommen. Bereits begonnen hat in Langengrassau die Sanierung der Straße bis zum Ortsausgang Richtung Zöllmersdorf.

Die Vorbereitung der Neugestaltung des Schulhofes an der Grundschule in Walddrehna steht 2018 gleichfalls auf der Agenda. Hier hofft die Gemeinde auf ein passendes Förderprogramm. „Die Mittel aus der Investitionszulage geben eine Eigenfinanzierung nicht her.“ Ausgelobt werde jedoch ein Planungswettbewerb für die Gestaltung.

Hoffnung gibt es laut Bürgermeister Deutschmann auch für den Anschluss von Schwarzenburg ans Breitbandnetz, damit schnelles Internet ermöglicht wird. Die Sanierung der alten Hausmülldeponie auf dem Müllerfeld bei Wüstermarke beginne nach zwei Jahren Vorbereitungszeit 2018. Die Erfahrungen daraus kann Heideblick gut gebrauchen, denn im Zuge des Tunnelbaus ist in Walddrehna eine Altablagerung zum Vorschein gekommen, die gleichfalls durch die Gemeinde saniert werden muss.

Ausgebaut werde der mobile Bürgerservice, der bisher in der Walddrehnaer Pilzheide Station machte. „Wir wollen dafür einen Bus kaufen und durch weitere Ortsteile fahren. Zurzeit klemmt es aber bei den Fördermitteln.“ Hohen Aufwand erfordere zunächst die Gewährleistung der IT-Sicherheit. Wenn alles steht, will Heideblick den Bus künftig auch anderen Kommunen zur Nutzung anbieten.

Besonders wichtig sind für Frank Deutschmann die Ortsbeiräte und er hofft, dass sich auch in Bornsdorf wieder einer bildet. Sie können durchaus viel bewirken, wie das Beispiel Gehren zeigt. „Was die Gehrener mit der Wiederherstellung ihres Waldbades in Eigeninitiative geschafft haben, davor ziehe ich den Hut.“ Auch in anderen Ortsteilen bewirkten die Ortsberäte  einiges, überwiegend gemeinsam mit den freiwilligen Feuerwehren, die auch 2017 wieder eine verlässliche Arbeit leisteten. „Ich denke da besonders an die beiden großen Herbststürme.“

Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann.
Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann. FOTO: Archiv/Birgit Keilbach / Birgit Keilbach