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| 18:15 Uhr

Streit um Windpark Pitschen-Pickel/Falkenberg
Entlastung für Bürger in Sicht

Der städtebauliche Vertrag mit den Windmüllern des Windparks Pitschen-Pickel/Falkenberg nimmt weiter Gestalt an. Die Gemeinde will nun die Details verhandeln.
Der städtebauliche Vertrag mit den Windmüllern des Windparks Pitschen-Pickel/Falkenberg nimmt weiter Gestalt an. Die Gemeinde will nun die Details verhandeln. FOTO: LR / Anja Brautschek
Pitschen-Pickel. Heideblick hat sich für Weiterentwicklung eines Vertrages mit Windmüller ausgesprochen.

Der erste große Schritt in Richtung städtebaulicher Vertrag mit der Firma Energiequelle ist gemacht. Die wesentlichen Eckpunkte sind ausgehandelt. Ein Vertragsentwurf liegt der Gemeinde Heideblick vor. Doch in allen Punkten einig sind sich die Gemeinde und das Unternehmen, das mehrere Windkraftanlagen im Windeignungsgebiet Pitschen-Pickel/Falkenberg betreibt, nicht. „Aus meiner Sicht ist der erste Entwurf noch nicht beschlussreif“, erklärte Bürgermeister Frank Deutschmann kürzlich den Gemeindevertretern.

Einige Mängel erfordern eine weitere Ausarbeitung des Vertrages, rät er in den Gemeindevertreter-Sitzung. Vor allem Details in der Formulierung müssen aus seiner Sicht geklärt werden. So heißt es im Entwurf unter anderem, dass Windeignungsgebiet werde erweitert. „Diese Formulierung ist nicht richtig. Das Windeignungsgebiet ist festgeschrieben und bleibt so bestehen“, erläutert Frank Deutschmann einen Kritikpunkt. Unklar war bislang beispielsweise zudem, ob bei Höhenangaben die Flügelspitze oder die Nabenhöhe gemeint sei.

Insgesamt haben sich die Gemeindevertreter für den abgesteckten Rahmen ausgesprochen. Einstimmig entschieden sie sich, gemeinsam mit den Windmüllern Details zu dem städtebaulichen Vertrag weiter auszuhandeln. „Ich bin zufrieden mit dem, was in den vergangenen drei Monaten ausgehandelt wurde“, sagte Cornelia Seyfert (FBW). Eine dafür gegründete Arbeitsgruppe hat die Belange der Bürger und Gemeinde vertreten. Einen Katalog von 21 Forderungen haben sie in die Verhandlungen eingebracht.

Einige davon finden sich in dem ersten Entwurf des Vertrages wieder. So wurde unter anderem ein Stromnachlass über fünf Jahre erzielt. Einwohner von Pitschen-Pickel, Falkenberg, Langengrassau und Waltersdorf sollen laut Deutsch-
mann davon profitieren. Und auch die Windkraftanlagen des Unternehmens werden sich im Zuge des Repowerings verringern – insofern der Vertrag von beiden Seiten unterzeichnet wird. Demnach sollen von den 30 bisherigen Anlagen 13 durch leistungsfähigere Windkraftanlagen ersetzt werden. Somit wird sich die Anzahl der Windkraftanlagen von Energiequelle mehr als halbieren. Die Anlagen werden dafür jedoch höher als bisher. Eine Maximalhöhe von 200 Metern ist ebenfalls im Vertrag festgesetzt.

Auch die Nachtkennzeichnung der Windräder soll künftig bedarfsgerecht zugeschaltet werden. Da der Vertrag jedoch nur mit Energiequelle erarbeitet wird, betreffe das lediglich etwa 50 Prozent der Anlagen. „Das ist aber ein guter Anfang für später“, sagt Deutschmann.

Bislang noch offen sind die Regelungen zum Schattenschlag der Windräder. Das Unternehmen hat dafür zwei Varianten vorgeschlagen: Entweder schalten sich die Windräder nach Überschreitung einer festgelegten Höchstgrenze – im Gespräch sind maximal zehn Minuten am Tag beziehungsweise zehn Stunden im Jahr – automatisch aus. Oder an den Wochenenden werden die Anlagen so programmiert, dass die Anwohner von Pitschen-Pickel und Falkenberg vom Schattenschlag befreit sind. Gesetzliche Regelungen sehen hingegen vor, dass Anlagen nach 30 Minuten Schattenschlag abgeschalten werden müssen. „Die Bürger müssen entscheiden, welche dieser beiden Varianten sie bevorzugen“, sagt der Bürgermeister.

Die Details des Vertrages sollen nun weiter mit den Windmüllern ausgehandelt werden. Ziel sei es, die Verhandlungen bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung im August abzuschließen, damit der Vertrag dann beschlossen werden kann. Sollte dies dennoch scheitern, so besteht für die Gemeinde die Option, einen Bebauungsplan aufzustellen. Das ist jedoch mit zusätzlichem Aufwand und Kosten verbunden.