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| 08:21 Uhr

Windpark Pitschen-Pickel
Vertrag mit Windmüllern in Sicht

Lärm und Schattenschllag müssen die Einwohner von Pitschen-Pickel und Falkenberg durch den benachbarten Windpark aushalten. Als Ausgleich wird ein städtebaulicher Vertrag mit den Windmüllern ausgehandelt.
Lärm und Schattenschllag müssen die Einwohner von Pitschen-Pickel und Falkenberg durch den benachbarten Windpark aushalten. Als Ausgleich wird ein städtebaulicher Vertrag mit den Windmüllern ausgehandelt. FOTO: LR / Anja Brautschek
Pitschen-Pickel. Einigung könnte Heideblick Geld und Entlastung bringen. Bebauungsplan wird erarbeitet.

Die Anwohner von Pitschen-Pickel kämpfen seit Jahren gegen die Lärmbelastung durch den benachtbarten Windpark an. Die permanente Geräuschkulisse und der Schattenschlag seien eine Zumutung für Körper und Seele, beschreiben Anwohner immer wieder die Situation. Das Problem: Zwischen Pitschen-Pickel, Falkenberg, Kemlitz und Rosenthal treffen zwei Windkrafteignungsgebiete aufeinander, die Konzentration an Windrädern ist dort besonders hoch. Doch nun scheint ein Teilerfolg in Sicht. Die Gemeinde Heideblick handelt einen städtebaulichen Vertrag mit den Windmüllern aus. Ein entsprechender Entwurf wird derzeit von Rechtsanwälten geprüft.

Die Verhandlungen mit den Windmüllern führte eine dafür eingerichtete Arbeitsgruppe. „Wir haben nur eine Chance, wenn wir mit den Windmüllern reden“, sagt Renate Kalweit, Ortsvorsteherin von Pitschen-Pickel. Mehr als 20 Forderungen haben die Heideblicker in die Verhandlungen getragen und einige Erfolge für die Gemeinde und Einwohner erzielt. „Es war ein langer Weg, aber wir haben hart gekämpft“, sagt Renate Kalweit über die Gespräche. Für die Anwohner bedeutet das: etwas finanzielle Entlastung und ein Einlenken gegen den Schattenschlag, wenn der Vertrag mit den ausgehandelten Konditionen zustande kommt.

Die Windmüller haben in den Gesprächen unter anderem zugesichert, dass Anwohner von den drei geplanten neuen Windkraftanlagen profitieren sollen. In den ersten fünf Jahren nach Inbetriebnahme sollen sie geringere Strompreise zahlen. Die Kosten sollen dann 15 Prozent unter dem ortsüblichen Tarif der Grundversorgung liegen. Auch eine Einmalzahlung sowie jährliche Zahlungen an die Gemeinde wurden ausgehandelt. Die konkrete Höhe nennt die Gemeinde noch nicht. „Das sind aber Mittel, die der Region zugute kommen“, sagt Renate Kalweit. Gleichzeitig setze sich die Firma Energiequelle dafür ein, dass die in den Naturschutzfond Brandenburg eingezahlten Mittel auch in der Gemeinde Heideblick eingesetzt werden. Entsprechende Planungen für Maßnahmen seien bereits eingeleitet.

Die Ortsvorsteherin betont jedoch, dass auch Pflanzungen auf privatem Boden nicht außer Acht gelassen werden sollten. Bäume und Sträucher können die Belastungen der Windräder kompensieren. Sie hemmen unter anderem die Geräuschkulisse oder den Schattenwurf.

Um insbesodnere die visuellen Beeinträchtigungen weiter einzudämen, hat die Arbeitsgruppe ein weiteres Zugeständnis erkämpft. Die Windmüller haben zugesagt, dass die Befeuerung der Windkraftanlagen von Energiequelle nur bedarfsgerecht in der Nacht zugeschaltet wird. Das bedeutet: der Flugbetrieb entscheidet über die Schaltung der Lichtsignale. Sind keine Flugmaschinen über der Region angekündigt, so bleiben die Signale aus.

Auch in Bezug auf den Schattenwurf wird es für Pitschen-Pickel und Falkenberg Erleichterung geben. Die gesetzlichen Regelungen sehen vor, dass Windkraftanlagen abgeschalten werden müssen, wenn der Schattenwurf auf bewohnte Gebiete 30 Minuten am Tag oder 30 Stunden pro Jahr überschreitet. In Heideblick soll dieser Wert auf ein Drittel reduziert werden. Maximal zehn Minuten Schattenwurf am Tag, beziehungsweise zehn Stunden pro Jahr müssen die Anwohner ertragen. Entsprechende Messgeräte an den Maschinen kontrollieren die Werte. Werden die Maximalwerte erreicht, schalten sich die Windräder automatisch ab. „Ich bin froh, dass wir als Bürger von den Windmüllern wahrgenommen werden. Das ist nicht überall so“, sagt Renate Kalweit.

Doch trotz dieser Zugeständnisse denkt die Gemeinde auch an die zukünftige Entwicklung des Windparkes. Aus diesem Grund wird sich im kommenden Jahr eine weitere Arbeitsgruppe gründen, die einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellt. Damit soll insbesondere das Repowering in den kommenden Jahren geregelt werden.