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Kita-Gebühren
Für Geringverdiener wird es teurer

Mit der neuen Satzung sollen Frühstück und Vesper in allen Kitas der Gemeinde Bestandteil des Elternbeitrages werden.
Mit der neuen Satzung sollen Frühstück und Vesper in allen Kitas der Gemeinde Bestandteil des Elternbeitrages werden. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Langengrassau. Heideblick diskutiert über neue Gebührensatzung für Kitas. Im Dezember wird abgestimmt. Von Anja Brautschek

Eltern der Gemeinde Heideblick müssen sich für das kommende Jahr auf veränderte Kita-Gebühren einstellen. Derzeit berät die Gemeinde Heideblick eine neue Gebührensatzung für die Kindertagesstätten. Ein Entwurf liegt bereits vor.

Vor allem Hort- und Kindergartenkinder profitieren demnach von den geänderten Regelungen. „Nach unseren Hochrechnungen gehen wir davon aus, dass wir mit dieser Satzung insgesamt einen Minderbetrag erzielen werden“, erklärt Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann. Das liege daran, dass die Höchstbeträge im Vergleich zur aktuellen Satzung zum Teil drastisch herabgesenkt werden. So mussten Eltern für ein Kindergartenkind ab drei Jahre bislang maximal 200 Euro im Monat bezahlen. Ab 2018 könnten maximal 119 Euro fällig werden, wenn die höchstmögliche Betreuungszeit von zehn Stunden täglich in Anspruch genommen wird. Ist das Kind nur sechs oder acht Stunden täglich in der Kita, fällt auch der jeweilige Betrag dementsprechend geringer aus.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Hortkindern ab. Besucht das Kind mehr als vier Stunden täglich den Hort, zahlen Eltern 63 Euro, wenn der Höchstbetrag greift (alte Satzung: 140 Euro). Jedoch wird sich der Höchstbetrag bei Krippenkindern von 260 auf 265 Euro erhöhen. Der tatsächlich erforderliche Elternbeitrag berechnet sich nach der Betreuungszeit und der Anzahl der Kinder in der Familie.

Allerdings müssen Geringverdiener nach der neuen Satzung künftig tiefer in die Tasche greifen. Bis zu einem bereinigten Einkommen von 1100 Euro wird der Mindestbeitrag fällig – und der steigt. Für Krippenkinder, die bis zu sechs Stunden täglich betreut werden, werden wie bisher mindestens 18 Euro fällig. Geht das Kind länger in die Krippe müssen Eltern dafür einen Mindestbetrag von bis zu 30 Euro monatlich bezahlen. Für Kindergartenkinder steigt der Mindestbeitrag von 18 auf 28 Euro (bei zehn Stunden Betreuungszeit. Eltern mit Hortkindern zahlen in Bezug auf den Mindestbeitrag bis zu sieben Euro mehr. „Für Eltern mit nur einem geringen Einkommen könnte das problematisch werden“, befürchtet Karina Wienig. Für Anke Klinkmüller reicht es aus diesem Grund nicht aus, für die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage nur die Einnahmen zu betrachten. Allerdings wird dabei das Kindergeld nicht mehr mit berücksichtigt. Auch Ausgaben wie Fahrtkosten oder notwendige Kreditbelastungen sollten aus ihrer Sicht berücksichtigt werden. „Das schafft eine Gleichberechtigung der arbeitenden Bevölkerung“, sagt sie

Der Entwurf wurde in enger Abstimmung mit den Trägern der Kindertagesstätten erarbeitet. Ziel dabei sei es, dass die Eltern mit den Beiträgen ein Viertel der Gesamtkosten tragen. „Die bestehende Satzung war überaltet“, begründet Frank Deutschmann. Sie wurde 2006 verabschiedet. Änderungen des Kitagesetzes in den vergangenen zehn Jahren erfordern eine Aufarbeitung der Satzung. Gleichzeitig sollen damit einheitliche Standards für alle vier Kindertageseinrichtungen der Gemeinde geschaffen werden. So beinhaltet der Elternbeitrag künftig auch das Frühstück und Vesper für alle Kinder.

Der Entwurf für die Kita-Satzung wird am 11. Dezember in der Gemeindevertreter-Sitzung diskutiert. Stimmen die Abgeordneten dafür, treten die neuen Regelungen ab 1. Januar 2018 in Kraft.