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Hausbauern in Freiwalde fehlen ein paar Meter

Landrat Stephan Loge (2.v.r.) schaut sich in Produktionshallen um.
Landrat Stephan Loge (2.v.r.) schaut sich in Produktionshallen um. FOTO: WFG
Freiwalde. Ende 2015 übernahm die Architektur in Holz GmbH den Standort des insolventen Fertighausherstellers Green Building Deutschland GmbH in Freiwalde. Dieser Tage haben sich Landrat Stephan Loge (SPD) und LDS-Wirtschaftsförderer Gerhard Janßen dort umgesehen. red/SvD

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Entwicklung des neuen Standortes, die Zukunftspläne und die fehlende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Das teilt die Wirtschaftsförderung Dahme-Spreewald mit.

Die Architektur in Holz GmbH beschäftigt aktuell 108 Mitarbeiter und ist ein Tochterunternehmen des Fertighausherstellers Kampa GmbH. Die Kampa GmbH wurde 2009 gegründet und ging aus der börsennotierten Kampa AG hervor. Seitdem entwickelten die Kampa-Geschäftsführer Josef Haas, Peter Hofmann und Robert Knittel die Marke Kampa zu einer über Deutschland hinaus bekannten und führenden Marke für nachhaltiges Bauen und modernes Wohnen. "Wir sind spezialisiert auf konsequent energieeffizientes Bauen. Als bisher einziger Hersteller fertigen wir jedes Haus als Effizienzhaus 40 Plus mit Fotovoltaikanlage und Lithium-Ionen-Stromspeicher serienmäßig. Damit verbraucht jedes Kampa-Haus weniger Energie, als es selbst erzeugt", erklärt Robert Knittel.

Der Rundgang durch die Produktionshallen in Freiwalde machte deutlich, dass Energieeffizienz allein nicht mehr ausreicht, um Vorreiter in der Branche zu sein. "Energieeffizienz wird von den meisten Bauherren mittlerweile als selbstverständlich vorausgesetzt. Design und Nachhaltigkeit rücken immer stärker in den Fokus." Man habe reagiert und ökologische Bau- und Dämmstoffe, anspruchsvolle Designfassaden oder das Viessmann-Systemzertifikat ganz im Sinne von Smart Home und technischem Service aus einer Hand seien inzwischen Standard, so Knittel weiter.

Im vergangenen Wirtschaftsjahr wurden 650 Häuser gebaut, in Zukunft sollen es 1000 Häuser jährlich sein. Das setzt leidenschaftlich agierende Mitarbeiter voraus. "Die Frage, woher die Menschen, die unsere Häuser bauen und montieren, künftig kommen und warum sie bei uns bleiben sollten, beschäftigt uns enorm", bestätigt Robert Knittel. Eine interessante Stellenbeschreibung und gerechte Bezahlung seien mittlerweile Grundvoraussetzungen. Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit gewinne immer mehr an Bedeutung. Und ein angenehmer Arbeitsplatz sei wichtig. "Aus diesem Grund haben wir in den vergangenen beiden Jahren zuerst in Hallen, Sanitäranlagen, Aufenthaltsräume, Außenanlagen sowie neue Maschinen in Freiwalde investiert. Aktuell wird das ehemalige Bauherrenzentrum neugestaltet. Hier soll in naher Zukunft die Verwaltung mit attraktiven Büroräumen ihren Platz finden. Desweiteren soll eine kleine Ausstellung für künftige Bauherren untergebracht werden", ergänzt Irene Hübner. Die Ausbildung von firmeneigenem Nachwuchs ist angedacht.

Ein letztes wichtiges Thema war der öffentliche Nahverkehr. Die unzureichende Anbindung der letzten Meter vom Bahnhof ins Gewerbegebiet für heutige und zukünftige Mitarbeiter ohne Führerschein ist ein Problem. "Sie sind auf Fahrgemeinschaften angewiesen, um zu uns zu gelangen", so Irene Hübner, Geschäftsführerin der Architektur in Holz GmbH. Sie wünscht sich eine zeitnahe Lösung. Landrat Stephan Loge kennt das Problem aus anderen Gewerbegebieten. "Wir sind dran", signalisierte er.