Großräschen/Luckau. In der Lausitz ist es Tradition, die fünfte Jahreszeit mit einer Karnevalswerkstatt zu beenden. Den närrischen Zapfenstreich hat Großräschens Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) als Schirmherr mit den Worten eröffnet: "Aschermittwoch ist nichts vorbei, weiter geht die Narretei."

Im Kurmärkersaal haben Lausitzer Vereine mit Kostproben ihres Könnens das Parkett zum Beben gebracht, während sich die närrischen Präsidenten zu Beratungen auf die IBA-Terrassen zurückzogen. Am Präsidentenstammtisch haben auch Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU), Oberspreewald-Lausitz-Kulturamtsleiterin Helga Schüler sowie die später mit Orden ausgezeichneten Maik Rätzel (GCC-Präsident), Peter Weiser (Ehrenpräsident des GCC) und die Stimme der Lausitzer Karnevalisten, Frank Czepok, Platz genommen. "Ohne euch wäre ein Präsident gar nichts", so der KVL-Chef. Die Hüter des Frohsinns quittieren die Dankesworte mit einer melodischen Aufforderung. "Frank gibt einen aus", schmettern sie zur Bühne.

Dort hinauf hatten sich zu später Stunde die Ehrensenatoren begeben, um die originellsten Teilnehmer des Zuges der fröhlichen Leute durch Cottbus zu prämieren. "Unsere Mühe und Arbeit hat sich gelohnt. Ich habe selbst an der Gestaltung unseres Umzugbildes mitgewirkt", sagte Siegfried Walter (75) vom siegreichen Luckauer Carneval Verein. Nun dürfen sich die Berstestädter ein zweites Mal freuen - über die 500-Euro-Siegprämie.

Peer Mosig, Präsident des Calauer Carneval Clubs, würdigte die Veranstaltung: "Die Groß räschener haben richtig was auf die Beine gestellt. Tolle Atmosphäre, ausgewogenes Programm und prima Stimmung." Wie er gegenüber der RUNDSCHAU mitteilt, wird sich der Verein um die Ausrichtung einer der kommenden Regionalwerkstätten bemühen. "Wir wissen, wie es geht und sehen uns gut aufgestellt, eine Karnevalsveranstaltung dieser Größenordnung zu stemmen", so Mosig. Sein Altdöberner Pendant Uwe Noack sagte: "Einen so kurzen Weg zu einer Karnevalswerkstatt mussten wir noch nie zurücklegen. Wir überlegen schon, ob wir zu gegebener Zeit eine Saal-Polonaise inszenieren, um wieder nach Hause zu kommen." Die Nachbarn von Großräschen waren 2011 Ausrichter der 16. Regionalwerkstatt.

Die Golßener sind "mit den Großräschenern über Jahre zusammengewachsen. Anfangs gab es aufgrund desselben Kürzels GCC noch Berührungsängste", bemerkte Günter Hönicke, Präsident des Golßener Carneval Clubs. Er berichtet von häufigen Verwechslungen und amüsanten Episoden, die sich daraus entwickelten. "Um die Freundschaft zu unseren Namensvettern zu festigen, überreichen wir diesen heute einen großen Eimer Spreewaldgurken. Sauer macht ja bekanntlich lustig", sagte Hönicke schmunzelnd.

"Eine grandiose Stimmung, einfach genial", schwärmt Annahüttes Ex-Karnevalsprinz André I. von der Atmosphäre im Kurmärkersaal. An der Seite seiner Lieblichkeit, Gabi I. regierte er drei Jahre zur fünften Jahreszeit in Annahütte, wo der älteste Karnevalclub Berlin-Brandenburgs sein Domizil hat. "Im kommenden Jahr feiern wir mit unserem 66-jährigen Bestehen ein karnevalistisches Jubiläum", erklärte André Zernick. Als einen Gewinn seiner dreijährigen Amtszeit wertet er die Annäherung der Karnevalsvereine aus Annahütte und Großräschen. "Mit dem Räschener Prinzenpaar Gabi und Sören Cramer haben wir uns auf Anhieb verstanden. Die Chemie stimmt auch auf Vereinsebene. Das war nicht immer so", beschwor er ein "respektvolles Miteinander und wachsende Harmonie".

Für Sarah Lehmann aus Altdöbern hat die Amtszeit als Lady Karneval geendet. "Es war ein tolles Erlebnis, das ich nicht mehr missen möchte. Ich kann nur allen Mädchen empfehlen, für dieses Amt zu kandidieren", erklärt die Assistenzärztin des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums.

Ihre Nachfolgerin heißt Sabrina Hoffmann. Die begeisterte Närrin ist 22 Jahre jung, arbeitet als Krankenschwester und ist Mitglied im Verein Cottbuser Karneval 1980.