„In diesem Jahr soll endlich mit den vorbereitenden Arbeiten für den Seehafen in Schlabendorf begonnen werden“ , erklärt Lutz Borner. Der Mitarbeiter des Luckauer Bauamtes zeigt auf einer Karte das Umfeld der Marina und erklärt die Planungen, die auf der Grundlage der Ideen der Schlabendorfer Einwohner entstanden sind. „Die Grubenwasserreinigungsanlage wird zum eigentlichen Hafenbecken ausgebaut.“ Auf sechs Meter Tiefe werde die Anlage ausgebaggert, um später etwa 24 Segelboot-Liegeplätze aufzunehmen. Der Zeitpunkt sei jetzt günstig, weil der See noch über einen längeren Zeitraum geflutet werde, das Grundwasser noch nicht so hoch stehe. Ein Stichkanal soll sich an das Hafenbecken anschließen und die Verbindung zum See herstellen. Auch mit diesen Erdarbeiten soll begonnen werden.
Die Planungen sind durch die Landesplanungsgemeinschaft, dem Geldgeber im Rahmen der Braunkohlesanierung und der Projektträger LMBV realisiert worden. Finanztöpfe von Land und Bund könnten so für die erste Ausbaustufe genutzt werden, erklärt der Baufachmann.
„Als Rechtsnachfolger der einst eigenständigen Gemeinde werden wir uns den Anforderungen stellen“ , so Borner. Deshalb seien im Haushalt dieses Jahres 100 000 Euro Eigenmittel aus der Schlabendorfer Eingliederungsprämie eingestellt worden, die die Ausgaben der LMBV kofinanzieren sollen. Sollte es nicht verbrauchte Rücklaufmittel geben, werde die Summe aufgestockt.
„Es ist wichtig, dass jetzt angefangen wird“ , sagt er. Schließlich werde damit der Grundstein für die Entwicklung eines Tourismuszentrums gelegt, so Borner. In dem Erholungsgebiet für den südlichen Raum des Landkreises Dahme-Spreewald sollen später neben dem Hafen noch ein Badestrand mit Campingplatz sowie aus dem ehemaligen Gutspark ein attraktiver Seenpark entstehen.
„Wichtig ist, dass die Entwicklung nicht abseits vom Ort Schlabendorf passiert, sondern das Neue integriert wird.“ Der jetzige Weg entlang des Sees werde vom Kanal getrennt, erklärt er weiter. Ein neuer Weg führt Besucher künftig entlang des Hafens mitten in den Ort hinein. Borner hofft auf die Revitalisierung der Gaststätte „Deutsche Flotte“ sowie auf Berherbergungskapazitäten, die in Schlabendorf entstehen könnten. Der Schlabendorfer Wassersportverein will im Kanal Kinder in die Kunst des Segelns einführen.
Einig sind sich alle Beteiligten, dass auf dem Schlabendorfer See keine Boote mit Verbrennungmotoren fahren dürfen. Dem Wunsch der Heinz-Sielmann-Stiftung werde damit Rechnung getragen, die zwei Drittel des Sees besitzt. Der Spagat zwischen Naturschutz und sanftem Tourismus könne gelingen, so Borner.
Gleichzeitig macht er auf ein Sicherheitsproblem aufmerksam. „Die Verbotsschilder entlang des Küstenbereiches müssen unbedingt beachtet werden“ , sagt er. Sie warnen vor dem Betreten der Böschungen und verbieten das Baden. Das Verbot bleibt bestehen, solange auf dem Territorium Bergrecht herrsche, so Borner.

Zum Thema Schlabendorfer See
 Mit 615 Hektar soll der See ein Dorado für Segler werden, da ständig eine frische Brise weht. Im Juni 2002 war mit der Flutung begonnen worden. Die Gemeinde Schlabendorf hatte einen drei Kilometer langen Strandabschnitt gekauft, sodass der Eigentümer nach der Eingemeindung die Stadt Luckau ist. Die restliche Seefläche ist Eigentum der Heinz-Sielmann-Stiftung.
Vor der endgültigen Abnahme durch die LMBV ist hier das Baden aber noch offiziell verboten, denn der Untergrund hat sich noch lange nicht verfestigt. Zum Termin, wann die Flutung endgültig abgeschlossen sein wird, gibt es unterschiedliche Angaben.