Von Birgit Keilbach

Am Wochenende öffnete sich in Golßen für mehrere Tausend Besucher wieder ein großes Schaufenster für regionale und Brandenburger Spezialitäten, traditionelles Handwerk und die kulturelle Vielfalt im Spreewald. Heimat- und Traditionsvereine vermittelten ländliches Flair, dörfliches Brauchtum und historische Arbeitsweisen. Höhepunkt am Samstag war die Krönung des 20. Spreewälder Gurkenkönigspaares. Jessica I. und Daniel I. werden ein Jahr lang die Wirtschaftsregion zu verschiedenen Anlässen deutschlandweit repräsentieren.

Auf dem Markt und der langen Bummelmeile konnten die Gäste neben Gurken zahlreiche weitere Produkte entdecken.

Eine Pause legten Petra Schwabe und Thomas Pilsel aus Weiden in Bayern auf bereitstehenden Liegestühlen ein. „Ich stamme aus der Region, und wir kommen jedes Jahr zum Gurkenfest und zum Kahnfahren“, sagte Petra Schwabe. Der Rundgang durch die gläserne Produktion im Spreewaldhof gehörte dazu. „Es war sehr interessant zu sehen, wie alles abläuft und verpackt wird“, resümierte sie. Dem stimmte auch Manuela Pasche zu, die mit ihren vier Mädchen aus Petkus erstmals den Gurkentag besuchte. „Wir hatten es uns viel kleiner vorgestellt, hier wird viel angeboten, vor allem für die Kinder“, sagte die Petkuserin. Beim Gurkenseminar mit der Spreewald-Christl erfuhr man nicht nur vieles über die Gurke. Musiklisch vermittelte sie die sorbisch/slawischen Wurzeln einiger inzwischen eingedeutschter Worte wie Plauze, picheln, Huppatz oder Penunzen. Auch die 1000-jährige Gurkengeschichte im Spreewald wurde mit Versen zu Akkordeonklängen nahegebracht. Das Gurken-ABC vermittelte viele weitere Fakten – kulinarisch verwöhnten Kostproben die Zuhörer. Einige Schritte weiter luden Mitglieder der Deutschen Gemeindemission aus Altgolßen zum Innehalten und Mitmachen ein.

Neben dem Markttreiben gab es ein Bühnenprogramm mit Musik, Show, Tanz und Unterhaltung. Gespannt verfolgten Hunderte Zuschauer auf der Marktbühne die Modenschau von Sarah Gwiszcz, die sich von der Tracht für ihre Mode inspirieren lässt. Der Auftritt des Golßener Carneval Clubs am Samstagabend war ein weiterer Besuchermagnet. Und das Feuerwerk zu später Stunde am nächtlichen Himmel ein Höhepunkt des stimmungsvollen Gurkenfestes.