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| 17:13 Uhr

Dauerbrenner
Für die Schule drängt die Zeit

 Als jüngste Standort-Variante für den Gubener Schulcontainer ist auch das ehemalige Sero-Grundstück an der Ecke Matschenzstraße im Gespräch. Die Architekten werben allerdings für eine Lösung vor der Grundschule, die sogenannte Ostvariante.
Als jüngste Standort-Variante für den Gubener Schulcontainer ist auch das ehemalige Sero-Grundstück an der Ecke Matschenzstraße im Gespräch. Die Architekten werben allerdings für eine Lösung vor der Grundschule, die sogenannte Ostvariante. FOTO: LR / Carmen Berg
Der Luckauer Grundschule „Rosa Luxemburg“ fehlt Unterrichtsraum. Schulcontainer sollen Abhilfe schaffen. Drei Standorte stehen zur Debatte. Doch eine schnelle Entscheidung zu treffen ist nicht einfach. Von Carmen Berg

„Es ist ein schwieriges Feld“, so hat der stellvertretende Bauamtsleiter Lutz Borner vor dem Bau- und Wirtschaftsausschuss in dieser Woche die Suche nach einem Containerstandort als Interimslösung für die Grundschule „Rosa Luxemburg“ auf den Punkt gebracht. Eine Empfehlung hat der Ausschuss nach Diskussion der möglichen Stellplatz-Varianten nicht ausgesprochen.

Schule und Hort platzen aus den Nähten. Anbau? Neubau? Verschiedene Optionen werden geprüft. Doch das braucht Zeit. Zur Überbrückung ist ein Container in Modulbauweise vorgesehen. Er soll fünf Jahre stehen und sechs Klassenräume sowie Sanitäranlagen aufnehmen. „Wir brauchen eine schnelle,  ausgewogene und wirtschaftliche Lösung“, beschrieb Lutz Borner den Spagat.

Drei Stellplatz-Varianten für Schulcontainer in Luckau

Das beauftragte Planungsbüro Ipro Consult aus Senftenberg hat drei Stellplatz-Varianten verglichen. Dabei schneidet die ursprünglich von der Stadt favorisierte Nordvariante auf dem Hof zwischen Turnhalle und Jahnstraße am schlechtesten ab. Aus Platzgründen sei dort nur ein Zweigeschosser denkbar.

Neben Eingriffen in den Straßenraum der Jahnstraße ist der Brandschutz ein Knackpunkt: Außentreppen als zweiter Rettungsweg würden nötig. Auch das Genehmigungsverfahren sei komplizierter, damit wachse  das Risiko einer Bauverzögerung, so die Architekten.

Bei der eingeschossigen Ostvariante parallel zur Matschenzstraße vor dem Schulhaus müssten etliche Bäume und die Bänke weichen. Die Baumreihe am Schulhaus und die Wartezone für die Schulbusse blieben erhalten.

Während der Stadtverordnetenversammlung im August war dieser Vorschlag auf wenig Gegenliebe gestoßen. Hauptkritikpunkte: Die restaurierte Fassade des Schulgebäudes würde verstellt und die Sicht aus den Fenstern des Erdgeschosses eingeschränkt.

Die Stadtverordneten hatten die Verwaltung beauftragt, eine dritte Variante zu prüfen – das Vorkaufsrecht für ein Eckgrundstück Matschenzstraße/Am Bahnhof. Dabei handelt es sich um das ehemalige Sero-Grundstück. Die Vorzeichen, dass die Stadt Zugriff bekommt,  stünden günstig, so die Bauverwaltung. Eine abschließende Klärung stand zur Bauausschuss-Sitzung aber noch aus.

Schulcontainer nicht vergleichbar mit Baucontainern

„Mit gefällt Variante 3 am besten“, sagte Heiko Terno (Luckauer Land/UWG/FDP). Auswirkungen auf das Umfeld wären hier am geringsten. Auch den Einwand von Hans Lamich (Die Linke), dass diese Fläche für den Bau einer neuen Schulturnhalle im Gespräch war, räumte  Lutz  Borner aus:  Für eine Zweifeld-Sporthalle samt Nebenflächen, wie sie die Schule braucht, würde der Platz nicht reichen.

Starke Bedenken gegen Variante 3 meldeten die Architekten an. Schüler und Lehrer müssten eine Straße queren und ein ganzes Stück Weg zwischen Schule und „Außenstelle“ zurücklegen. Das sei „für die organisatorischen Abläufe an der Schule ungünstig“.

Zur umstrittenen Lösung vor dem Schulhaus merkten die Experten an: Schulcontainer seien nicht vergleichbar mit solchen, die man von Baustellen kennt. „Man würde die Optik so hinbekommen, dass es ein angenehmer Anblick ist.“

Luckauer Schulleiterin dringt auf schnelle Entscheidung

Schulleiterin Gerlinde Sander sagte auf Nachfragen aus dem Ausschuss, die Schule werde sich bei der baulichen und wirtschaftlichen Bewertung der Varianten auf die Fachleute verlassen. Was ihr aber am Herzen lag: „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung, denn wir haben absoluten Druck.“

Der ursprüngliche Bezugstermin des Containers nach den Winterferien ist nicht zu halten, das zeichnet sich ab. Jetzt ist die Rede von April. Warum für die Schule jeder Tag zählt, machte Gerlinde Sander eindrucksvoll deutlich. „Wir unterrichten im Sanitätsraum, im Speiseraum, in den Vorbereitungsräumen der Lehrer...“.

Direkt von den Ausschussmitgliedern nach ihrer persönlichen Sicht gefragt, sprach sie sich für den Stellplatz direkt vor dem Schulhaus aus: „Das ist eine sichere Variante innerhalb des Zaunes mit einem kurzen Weg.“ Sie fügte jedoch an: „Wenn die Entscheidung für eine andere Variante fällt, werden wir auch das organisieren.“