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| 14:25 Uhr

Naturschutz
„Luckau summt“ im Schulgarten

Die Erstklässler bringen eine insektenfreundliche Saatgutmischung im Schulgarten aus. Fotos (2): be
Die Erstklässler bringen eine insektenfreundliche Saatgutmischung im Schulgarten aus. Fotos (2): be FOTO: LR / Carmen Berg
Luckau. Schutz der Artenvielfalt: Grundschule macht mit bei Aktion von Bauernverband und Stadt. Von Carmen Berg

Erstklässler der Rosa-Luxemburg-Grundschule halten Samen in den Händen, den sie auf vorbereiteten Flächen im Schulgarten ausbringen wollen. Sie machen mit bei der Gemeinschaftsaktion „Luckau summt“ des Bauernverbandes Südbrandenburg und der Stadt Luckau. Es geht darum, mit Blühstreifen zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen.

Bienen und Insekten finden immer weniger Nahrung. Die dramatischen Auswirkungen auf die Vogelwelt beschreibt der pensionierte Förster Reinhold Born aus Dahme. „Noch vor drei, vier Jahren konnte man Lerchen über den Feldern sehen, bei Erntearbeiten flogen große Scharen von Schwalben übers Feld. Wenn ich in diesen Tagen am Feldrand stehe, freue ich mich, überhaupt einen Vogel zu sehen.“ Auf seinem Grundstück, wo seit 1975 immer zehn Schwalbennester belegt waren, gab es im Vorjahr erstmals keine jungen Schwalben, so der Dahmenser weiter. Der Mensch trage die Verantwortung für die Zerstörung der Natur, nicht zuletzt durch den „rücksichtslosen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“, sagt Reinhold Born.

Imker Andreas Petschick aus Schollen, der die Aktion an der Grundschule untertsützt, sieht ein ganzes Bündel von Ursachen. „Ich kenne keine Patentlösung. Aber wir alle gemeinsam müssen uns Geanken machen“, fordert er. Schon die Jüngsten zu sensibilisieren, sei ein richtiger Schritt, findet der Imker.

Carmen Lorenz, Geschäftsführerin des Bauernverbandes, erklärt den Kindern, dass die Blütenmischung aus 34 Arten, die sie mitgebracht hat, Bienen und Insekten Nahrung gibt. „Nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr.“ Für die Grundschüler ist die Thematik nicht neu, wie Pädagogin Katharina Deutschmann sagt. Sie haben im Schulgarten schon früher darauf geachtet, insektenfreundliche Pflanzen anzubauen. Und es gibt ein Insektenhotel.

Die Lehrerin und Carmen Lorenz zeigen den Kindern, wie sie den Samen richtig ausbringen, mit Pflanzbrettchen die Erde befestigen und die Saat angießen. Die Jungen und Mädchen sind mit Eifer dabei. Gebannt schauen dann alle auf ein Mitbringsel von Andreas Petschick – einen Kasten mit lebenden Bienen. Der Imker erklärt ihnen, was beim Umgang mit den Tieren zu beachten ist.

Jeder könne zum Artenschutz beitragen, auf den Feldern wie im eigenen Garten, Blühstreifen seien ein Anfang, darin ist er sich mit Carmen Lorenz einig. So nutzen Landwirte ökologische Vorratsflächen für die Aussaat insektenfreundlicher Kulturen. Die Agrargenossenschaft Goßmar baue eine besonders bienenfreundliche Sonnenblumen-Sorte an, nennt die Geschäftsführerin Beispiele. Kleingärtnern rät Andreas Petschick für den Anfang, auf Saatgutmischungen aus dem Fachhandel zurückzugreifen. „Und den Löwenzahn ruhig mal stehen lassen.“

Auf der Homepage des Bauernverbandes zeigt eine interaktive Karte die Beteiligung an der Aktion „Luckau summt“. Sie listet bereits mehr als 200 Initiativen auf. Unlängst trafen sich Imker und Landwirte der Region erstmals zum Erfahrungsaustausch. „Das sollte einmal im Quartal wiederholt werden“, schlägt Andreas Petschick vor. Die Luckauer Erstklässler ermutigt er zu beobachten, wie Vorhaben von heute eingelöst werden. „Es wird spannend, was sich getan hat, wenn ihr in zehn Jahren die Schule verlasst“, sagt er.

Imker Andreas Petschick hat den Kindern echte Bienen mitgebracht.
Imker Andreas Petschick hat den Kindern echte Bienen mitgebracht. FOTO: LR / Carmen Berg