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Grundmuster für Radwegenetz

Butzen.. Der Amtsausschuss Oberspreewald/Lieberose hat dem Entwurf eines Radwegekonzepts für das Gebiet des Amtes zugestimmt. Der Landkreis Dahme-Spreewald habe die Ämter um eine derartige Zuarbeit bis zum März 2007 für sein Gesamtkonzept gebeten, erklärte Amtsdirektor Bernd Boschan. Dörte Hellwig

„In Erkenntnis seiner Defizite beim Radwegebau“ , so Boschan, „hat der Kreis den Staffelstab jetzt an die Kommune zurückgegeben.“ Zu Äußerungen seitens des Landratsamtes in diesem Zusammenhang, die Kommunen seien nun erwacht, was dieses Thema betrifft, sagte Boschan: „Entschuldigung, aber wir rütteln hier seit Jahren.“
Grundlage für den Entwurf stellen dem Amtsdirektor zufolge Planungen der Gemeinden aus den vergangenen zehn Jahren dar. Aufgeführt sind in dem Papier der „Spreewaldbahn-Radweg“ mit den vier Abschnitten Straupitz-Byhlen, Waldow-Goyatz, Neu Byhle guhre-Byhlen-Jamlitz sowie Straupitz-Radensdorf, wobei für die drei letztgenannten Strecken die Kosten auf zwischen zwei bis zweieinhalb Millionen Euro geschätzt werden. Weiterhin sind aufgelistet eine Schwielochsee-Rundfahrt (etwa zwei Millionen Euro) sowie Wege von Lieberose nach Lamsfeld (etwa 500 000 Euro), von Lamsfeld nach Goyatz (rund 400 000 Euro), in Go yatz für ungefähr 100 000 Euro, von Jamlitz nach Lieberose für etwa 500 000 Euro und von Radensdorf nach Siegadel (rund 1,5 Millionen Euro).
Frank Graßmel, Gemeindevertreter und Pensionsbesitzer aus Mochow, kritisierte, dass sein Heimatort in diesem Entwurf „völlig ausgenommen“ sei. „Wir haben 520 Urlauber jährlich in drei Übernachtungsbetrieben, die sich grundsätzlich über den Zustand der Radwege beschweren.“ Auch Udo Mietk aus Butzen sagte, dass ein Ort in diesem Konzept „im luftleeren Raum liegt“ .
Boschan erklärte, dass es sich um „ein Grundkonzept für Hauptverbindungsstrecken“ handele. Denn nur für diese überregional wichtigen Strecken bestehe überhaupt die Hoffnung, Zuschüsse zu erhalten. Daher müsse das Konzept den Ansprüchen touristische Entwicklung, überregionale Anbindung und sicherer Schulweg genügen. Die Querverbindungen zwischen den Dörfern müssten aus eigener Kraft ge stemmt werden. „Es hindert uns keiner, das Netz durch zwischenörtliche Verbindungen selbst zu ergänzen.“
Jamlitz' Bürgermeister Wilfried Götze gab ihm Rückenstärkung insofern, als dass die Begehrlichkeiten gegenüber dem Land in Sachen Radwegebau sehr groß, die Mittel aber gering seien. Deshalb würde solche Strecken wie von Mochow nach Siegadel „kein Mensch beachten“ .
Ausschussvorsitzender Rainer Schloddarick (SPD) sagte: „Wir reden von dem Entwurf für ein Konzept, in dem es um Verbindungen vom Schlaubetal zum Spreewald und nach Teltow-Fläming geht. Ob die Strecke dann rechts oder links um ein Dorf rumgeht, wird die Detailplanung zeigen.“ Er gab auch zu bedenken, dass „wir bestenfalls Fördermittel in Höhe von 70 bis 80 Prozent der Gesamtkosten bekommen. Da wird schnell eine Differenz zwischen Wunsch und Realität klaffen.“ Auch Lieberoses Bürgermeisterin Kerstin Michelchen (CDU) war der Auffassung, „wer von uns kann denn einen Radweg bezahlen, selbst anteilig?“ Deshalb sprach sie sich dafür aus, „den Entwurf zu beschließen und dann zu sehen, was der Kreis macht“ . Dem schlossen sich alle anderen Ausschussmitglieder an.