Von Anja Brautschek

Der Bau für ein neues Feuerwehrgerätehaus in Wehnsdorf steht in den Startlöchern. Schon in dieser Woche sollen die Abrissarbeiten des alten Gebäudes und der vorhandenen Nebengebäude beginnen. Auf dem gleichen Gelände wird anschließend der Neubau errichtet.

In dem neuen Feuerwehrgerätehaus soll auch ein Dorfgemeinschaftsraum entstehen. „Damit bekommen die Wehnsdorfer einen öffentlichen Raum außerhalb der Gaststätte“, erklärt Heideblicks Bauamtsleiter Alexander Kläge. Künftig könnten die Wehnsdorfer dort Ortsbeirats-Sitzungen, Fastnachtstänze oder andere Treffen organisieren. „In Wehnsdorf gibt es eine lebendige Dorfgemeinschaft“, erklärt er. Rund 100 Quadratmeter stehen den Einwohnern dann dafür zur Verfügung. Der große Versammlungsraum kann durch eine mobile Faltwand außerdem unterteilt werden. So haben die Feuerwehr-Kameraden zugleich einen Raum für Schulungen.

Mit Einwohnern und Feuerwehr ist die Lösung bereits abgestimmt. Strittig war zuvor der Abriss des ehemaligen Wohnhauses auf dem  Grundstück. Gegner des Anbaus forderten, dass der ortsbildprägende Backsteinbau saniert werden könnte. Das Gebäude stand jedoch rund 25 Jahre leer und war stark verschlissen, eine Sanierung nicht wirtschaftlich. Verwaltung und Gemeindevertreter einigten sich daher auf den Abriss.

Insgesamt wird der Neu- und Anbau rund 830 000 Euro kosten.Unterstützung für das Vorhaben erhält die Gemeinde über das Kommunale Infrastrukturprogramm des Landes Brandenburg. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat kürzlich in Wehnsdorf den Zuwendungsbescheid über 385 000 Euro überreicht. Förderfähig ist der Anteil für die Feuerwehr. „Feuerwehr bedeutet nicht nur Brand- und Katastrophenschutz, sondern auch sozialer Zusammenhalt“, sagt Dietmar Woidke. Kleinere Orte wie Wehnsdorf seien strategisch dennoch wichtig, ergänzt Landrat Stephan Loge.

Der Unterstand für das Feuerwehrfahrzeug wird großzügig gestaltet, um für jede mögliche Entwicklung gewappnet zu sein. „Darin hätte auch ein großer Feuerwehr-Lkw Platz“, sagt Alexander Kläge. Die Aufteilung entspricht den Normen der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). In dem Gebäude sind Umkleiden und Toiletten für Männer und Frauen untergebracht. Auch ein behindertengerechtes WC, eine Dusche, eine Teeküche sowie ein Büro für den Wehrleiter entstehen. „Die Rochauer Heide ist direkt um die Ecke. Außerdem kann der Schulungsraum beispielsweise auch von Nachbar-Wehren genutzt werden“, begründet Gemeindebrandmeister Thomas Seide das Vorhaben.

Das neue Gebäude ist notwendig, da das alte Gerätehaus zu klein ist und nicht mehr den technischen Standards entspricht. Die Kameraden mussten sich bislang in der Fahrzeughalle umziehen, Sanitäranlagen und Heizung gab es nicht.

Für den Neubau ist ein enger Zeitplan anberaumt. Bis zum Jahresende soll der Bau abgeschlossen werden. Die Abrissarbeiten sollen bis Ende April realisiert sein. Um nahtlos die weiteren Schritte anschließen zu können, sollen weitere Ausschreibungen zeitnah erfolgen.

Perspektivisch soll nach Abschluss aller Bauarbeiten auch das Außengelände im hinteren Teil des Grundstückes neu gestaltet werden. Dazu wird ein Spielplatz errichtet. Auch eine Terrasse, die an den Gemeinschaftsraum anschließt, sei denkbar.