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Goyatzer wollen Leichhardt-Preis

André Parade (Mitte) bedankt sich im Namen der Ludwig-Leichhardt-Gesellschaft bei den Mitgliedern der Aquarium AG in der Oberschule in Goyatz. Zu ihrem neuesten Projekt "Sydney" gehört auch die Skyline von Sydney an der Wand im Hintergrund.
André Parade (Mitte) bedankt sich im Namen der Ludwig-Leichhardt-Gesellschaft bei den Mitgliedern der Aquarium AG in der Oberschule in Goyatz. Zu ihrem neuesten Projekt "Sydney" gehört auch die Skyline von Sydney an der Wand im Hintergrund. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Goyatz. Dass sich Schüler außerhalb des Unterrichts für ihre Schule engagieren, ist etwas Besonderes, schon gar nicht selbstverständlich. In Goyatz (Lieberose-Oberspreewald) aber ist das der Fall. Andreas Staindl / asd1

Die Aquarium-Arbeitsgemeinschaft (AG) der Ludwig-Leichhardt-Oberschule beschäftigt sich nicht nur mit Fischen und Wasserpflanzen, sondern führt Projekte durch, die weit über das eigentliche Hobby hinausgehen. "Es ist schön, wenn man solche Schüler hat", sagt Schulleiter Dieter Klaue. "Sydney" heißt das aktuelle Projekt, das von den Mitgliedern der AG jetzt vorgestellt wurde.

Der Flur im Eingangsbereich wurde gemalert und in "Klein Sydney" umgestaltet. Eine Skyline der australischen Stadt sowie eine Karte des Landes sind an den Wänden zu sehen. Vor dem Schulgebäude wurde ein Leichhardt-Beet angelegt. Holzspäne in den Nationalfarben Australiens wurden verwendet. Zudem sind eine Flagge aus Eisblumen sowie ein Bumerang aus Feldsteinen gefertigt worden. "Die Jungs sind mit Begeisterung bei der Sache", sagt Schulleiter Dieter Klaue. Er würdigt vor allem, dass sie sich für ihre Schule engagieren, wenn andere Schülerinnen und Schüler Freizeit haben.

Denn selbst in den Sommerferien waren die Mitglieder der Aquarium-AG aktiv. Sie haben das Projekt "Sydney" während eines Sommer-Camps vorangetrieben. "Ihr Engagement ist nicht alltäglich", sagt Dieter Klaue. "Erstaunlich ist auch, dass es der AG immer wieder gelingt, Sponsoren zu gewinnen." Andreas Thrams leitet die Arbeitsgemeinschaft. Der Hausmeister an der Oberschule opfert dafür gern seine Freizeit, wie er sagt. Und die Freiheit, Projekte umzusetzen, hat er offenbar: "Die Schule und der Schulträger lassen uns machen. Sie wissen inzwischen: Was die AG anpackt, das passt schon."

André Parade, Vorsitzender der Ludwig-Leichhardt-Gesellschaft in Trebatsch (Oder-Spree) - dem Geburtsort des Australienforschers Ludwig Leichhardt -. würdigt das Engagement der Aquarium-AG der Oberschule in Goyatz: "Die Mitglieder sind nicht nur zu ausgewählten Höhepunkten aktiv, sondern interessieren sich seit zehn Jahren für das Leben Ludwig Leichhardts und erinnern mit verschiedenen Projekten an sein Wirken. Das ist schon außergewöhnlich und freut uns sehr."

Andre´ Parade hat sich jetzt mit einer Urkunde bei den Mitgliedern der AG bedankt. Die Arbeitsgemeinschaft selbst ist überschaubar. Nur drei, vier Schüler verschiedener Klassenstufen machen dort mit. Aktuell sind Florian Thrams (9. Klasse), Nils Böhm (8. Klasse) und Jeromy Krause (10. Klasse) dabei. Das Projekt "Sydney" ist Geschichte.

Die Arbeitsgemeinschaft hat sich damit für den Leichhardt-Preis 2017 beworben. Der Preis wird während der Leichhardt-Konferenz am 20.Oktober dieses Jahres vergeben, wie Jana Lopper sagt. Die Geschäftsführerin der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald mbH hat die Bewerbungsunterlagen symbolisch entgegengenommen. "Es gibt zahlreiche spannende Projekte, die für den Leichhardt-Preis eingereicht wurden", sagt sie. Andreas Thrams hofft dennoch, "dass wir den Preis nach 2015 zum zweiten Mal gewinnen können".

Die Aquarium-AG setzt ihre Arbeit ohnehin fort. Aktuell bauen die Mitglieder das Aquarium im Verwaltungsbereich der Schule zu einem Paludarium - einem nachgestellten Sumpfgebiet - um. Und dass sie sich um die Fische auch in den anderen Aquarien im Gebäude kümmern, ist selbstverständlich. Genauso, wie Florian und die anderen Jungs die Gäste der Projekt-Präsentation begrüßt und ihnen ihr neuestes Vorhaben präsentiert haben.

Und Schulleiter Dieter Klaue ist von seinen Schülern beeindruckt: "Macht bitte weiter so."