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| 14:56 Uhr

Besonderes Erlebnis
Gottesdienst bei Kaiserwetter

Der Himmelfahrtsgottesdienst  auf dem Weinberg zwischen Straupitz und Neu Zauche war sehr gut besucht.
Der Himmelfahrtsgottesdienst auf dem Weinberg zwischen Straupitz und Neu Zauche war sehr gut besucht. FOTO: Andreas Staindl
Straupitz. Zahlreich kamen die Menschen am Himmelfahrtstag auf den Weinberg bei Straupitz.

) Der Himmelfahrtsgottesdienst am Weinberg zwischen Straupitz und Neu Zauche (Lieberose-Oberspreewald) ist Tradition. Seit etwa 20 Jahren wird er dort mitten in der Natur und unter freiem Himmel gefeiert. Weit mehr als hundert Leute waren diesmal dabei. Und das bei „Kaiserwetter, wie ich es noch nie während des Himmelfahrtsgottesdiensts erlebt habe“, sagte  Pfarrer Christoph Hanke. Auch Rainer Brost vom Gemeindekirchenrat konnte sich nicht an einen Gottesdienst unter freiem Himmel bei so schönem Wetter erinnern. Er und weitere fleißige Helfer hatten Bänke aufgestellt, Altar, Kreuz und andere Dinge herangeschafft, zuvor die Lichtung so hergerichtet, dass die Gottesdienstfeier dort überhaupt erst möglich wurde.

Ein Gottesdienst im Freien ist etwas ganz Besonderes. Die Besucher sitzen mitten in der Natur. Sie spüren den Wind auf der Haut, hören die Vögel zwitschern. Die Sonne blinzelt durch die Kronen der Bäume. Hin und wieder krabbeln Ameisen neugierig die Beine der Menschen hinauf. Natur halt und nicht wirklich schlimm.

Die Besucher selbst kamen aus zahlreichen Orten der Kirchengemeinden Straupitz und Neu Zauche, einige auch aus ganz anderen Regionen. Diejenigen, die mit dem Auto angereist waren, sind die etwa 400 Meter gemütlich zu Fuß bis zur Lichtung gewandert. Andere kamen  mit dem Fahrrad. Pilgern gleich machten sie sich am Donnerstag Vormittag auf den Weg zum Weinberg.

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Chor und dem Posaunenchor. Gesang und Instrumente klingen herrlich, irgendwie anderes so mitten im Wald. Die Besucher haben sich von der Musik gern anstecken lassen und kräftig mitgesungen. Und sie lauschten den klaren, leicht verständlichen Worten des Pfarrers. Für ihn ist Christi Himmelfahrt ein Feiertag: „Auch wenn Christus nicht mehr sichtbar ist, kann uns nichts von ihm trennen. Wir haben auch heute keine gottlose Zeit, sondern bleiben in Gottes Hand.“ Der Geistliche fand deutliche Worte auch gegen die Mächtigen dieser Welt, die nur zu oft die falschen Entscheidungen treffen, immer nur an sich denken: „Gott wird sie in die Schranken weisen. Das Ende der Welt wird nicht kommen.“

Der Himmelfahrtsgottesdienst lockte auch zahlreiche Familien raus in Grüne. Für die Kinder war auch diesmal eine Schatzsuche vorbereitet. Während die Erwachsenen den Gottesdienst feierten, war der Nachwuchs mit Schaufeln auf dem Weinberg unterwegs. Die Suche hat sich gelohnt. Süßigkeiten, Spielzeug, Buntstifte etwa wurden ausgebuddelt. Auch ein Holzkreuz wurde von den Mädchen und Jungen gefunden. Darunter lagen Knochen eines Wildtiers - eine Botschaft des Pfarrers zum Nachdenken über Leben und Tod. Gespräche darüber und über andere Themen gab es später am Imbisswagen. Er war extra für die Besucher am Weinberg aufgestellt worden.